Corona-ImpfungZwei neue Praxishilfen erleichtern den Impfstart

Seit heute wird in Hausarztpraxen gegen das Coronavirus geimpft. Ist Ihre Praxis optimal vorbereitet? Eine neue Checkliste von „Der Hausarzt“ fasst alles Wichtige rund um Bestellung, Lagerung und Impfmanagement zusammen. Plus: Kollegen erzählen, wie sie in ihren Praxen starten.

Corona-Impfung in der Hausarztpraxis.

An diesem Mittwoch (7. April) laufen die Impfstraßen in Deutschlands Hausarztpraxen an – denn auch wenn der offizielle Impfstart bereits für Dienstag verkündet wurde, so sind die Lieferungen der ersten Dosen aufgrund der Osterfeiertage erst Dienstagnachmittag eingetroffen. Patientinnen und Patienten wurden daher erst frühestens für den heutigen Mittwoch einbestellt, wie zahlreiche Praxisberichte gegenüber „Der Hausarzt“ zeigen. Die Planung hingegen läuft bereits seit vergangener Woche auf Hochtouren.

Hör-Tipp: In der aktuellen Folge des Hausarzt-Podcasts „HörBesuch“ geben vier Hausärztinnen und Hausärzte einen Einblick in den Impfstart in ihrer Praxis sowie wertvolle Tipps mit auf den Weg. Mit dabei sind Dr. Jonas Hofmann-Eifler, Moritz Eckert, Dr. Heidi Weber und Dipl. Med. Ingrid Dänschel.

Praxishilfen geben Ideen für individuelle Strategie

Aus den Gesprächen mit Hausärztinnen und Hausärzten sowie gesicherten Informationen hat “Der Hausarzt” eine neue Praxishilfe zusammengestellt: Die Checkliste fasst auf zweieinhalb DIN A4-Seiten die wesentlichen Schritte rund um die Impfung zusammen – von grundsätzlichen Überlegungen über Bestellung, Lieferung und Einbestellung der Patienten bis hin zur Nachbeobachtung der Impflinge.

Denn auch wenn der eigentliche „Impfstart“ in den Praxen mit vielfältigen Planungen bereits vergangene Woche stattgefunden hat, zeigen aktuell zahlreiche Rückmeldungen aus den Praxen, dass mit der eigentlichen Impfung am Patienten noch Fragezeichen auftreten. Vor allem die Patientenkommunikation bedeutet in den Tagen rund um die ersten Impfungen eine Herausforderung für Praxisteams: Die Telefone klingeln “heiß”, wie es aus verschiedenen Praxen heißt. Die neuen Praxishilfen dienen hier zwar nicht als 1:1 zu verwendendes “Heilmittel”, fassen jedoch die wichtigsten Überlegungen im Sinne einer “Best Practice” zusammen.

Der Praxisaushang etwa kann – auch wenn dieser nicht in Form eines Praxisaushangs gewünscht ist – als Vorlage für einen entsprechenden Hinweis auf der Praxishomepage dienen und hierfür natürlich individuell abgewandelt werden.

Lieferung: Künftig immer montags

Für kurzfristige Verwirrung in einigen Praxen haben zum Start die Lieferzeiten gesorgt. Denn diese hatten sich aufgrund der Osterfeiertage einmalig verschoben.

Praxen bestellen den Impfstoff – wie bei anderen Schutzimpfungen auch – ausschließlich bei der sie primär beliefernden Apotheke, stellt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) klar. Die Bestellung muss laut KBV künftig immer bis spätestens Dienstag, 12 Uhr, für die darauffolgende Woche erfolgen. Bis Donnerstag soll die entsprechende Info über die tatsächliche Liefermenge jeweils vorliegen, am Montagnachmittag wird dann geliefert.

Wichtig: Nur durch die Osterfeiertage hatten sich die Bestell- und Lieferzeiten zum Impfstart verschoben. So wurde beispielsweise erst Dienstagnachmittag geliefert, was künftig aber bereits montags geschehen soll.

Sechs oder sieben Dosen pro Vial?

Für Diskussionen sorgt zum Impfstart außerdem die Frage, wie viele Dosen aus den Vials des Herstellers Biontech/Pfizer entnommen werden können. Die offizielle Vorgabe sieht sechs Dosen vor, nachdem es anfangs gar nur fünf waren.

Doch: Tatsächlich sind in einem Vial 0.45 ml Impfstoff enthalten, was nach Verdünnung mit 1.8 ml NaCl 2,25 ml ergibt. Da 0.3 ml injiziert werden, würde dies für sieben Dosen mit verbleibenden 0.15 ml pro Durchstechfläschchen sprechen. Hausärztinnen und Hausärzte diskutieren daher aktuell, inwiefern im Impfalltag die Entnahme einer siebten Dosis regelhaft praktikabel ist.

Wichtig: Prof. Michael Kochen spricht sich in seinen aktuellen “benefits” für diese Entnahme der siebten Dosis aus. Er stellt dabei jedoch klar, dass die routinemäßige Entnahme von sieben Dosen nur dann gelingt, “wenn man sogenannte 1ml-Feindosierspritzen ohne Totraum verwendet”. Laut Kochen erheben die Behörden in Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz keine Einwände gegen ein solches Vorgehen; in Bayern, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Sachsen-Anhalt sei die Situation unklar bzw. würden hier sechs Dosen regelhaft entnommen.

Im Podcast “HörBesuch” spricht Hausarzt Moritz Eckert aus Niedersachsen darüber, wie er Patientinnen und Patienten dafür sensibilisiert, ggf. kurzfristig zu Impfterminen dieser siebten Dosis zur Verfügung zu stehen.

Praxis-Tipp: Auf Notfälle vorbereitet sein

Das entsprechende Impfzubehör (Kanülen, Spritzen und ggf. NaCl-Lösung) ist laut KBV bei den Bestellungen inkludiert. Darüber hinaus rät Hausärzteverbands-Vorstandsmitglied Dipl.-Med. Ingrid Dänschel dazu, auf einen anaphylaktischen Schock vorbereitet zu sein – auch wenn dieser Notfall äußerst selten ist. Um schnell handeln zu können, kann aufgrund der einfachen Handhabung ein Auto-Injektor Adrenalin in der Praxis, vor allem aber auch beim Hausbesuch, helfen.

Wichtig: Das Adrenalin ist nicht als Sprechstundenbedarf zu beziehen, sondern muss als Praxisbedarf gekauft werden.

Auch dieser Hinweis findet sich neben anderen in den zwei neuen Praxishilfen (s. oben).

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