Minister mahnt zur Sachlichkeit 100 Schüler mit Tuberkulose infiziert

Nachdem ein Schüler wochenlang unbemerkt mit dem Tuberkulosevirus die Schule besucht hatte, steckten sich mehr als 100 Schüler an. In den Sozialen Medien schlagen hohe Wellen. Dabei ist die Lage unter Kontrolle.

Nachdem ein Schüler wochenlang unbemerkt mit dem Tuberkulosevirus die Schule besucht hatte, steckten sich mehr als 100 Schüler an. In den Sozialen Medien schlagen hohe Wellen. Dabei ist die Lage unter Kontrolle.
Abbildung von Tuberkuloseviren in der Lunge.© Juan Gärtner stock.adobe.com

Karlsruhe/Bad Schönborn. Nach einer Tuberkulosewelle an einer Schule im Kreis Karlsruhe mit mehr als 100 Infizierten hat Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) eine sachliche Diskussion angemahnt. Zwar sei der Fall wegen der besonders hohen Zahl von Ansteckungen „etwas herausragend“ und die Sorgen der Eltern mehr als verständlich. Die in den sozialen Netzwerken zum Teil verbreiteten Halbwahrheiten über die Krankheit seien jedoch nicht hilfreich gewesen, sagte er am Dienstag in Karlsruhe.

Gespräch mit den Eltern

Lucha hatte sich dort beim zuständigen Gesundheitsamt über dessen Arbeit in dem Fall informiert. Die Behörde verfüge über herausragende Expertise und habe jederzeit zuverlässig informiert, sagte er. Im Anschluss traf er besorgte Eltern zum vertraulichen Gespräch.

Ansteckungsgefahr gebannt

An der Gemeinschaftsschule in Bad Schönborn hatten sich bis Ende Mai 109 Personen, vor allem Schüler, bei einem hochansteckend an Tuberkulose erkrankten Jungen infiziert. Alle Ansteckungen seien zu diesem Zeitpunkt schon passiert gewesen – auch wenn sie erst in den letzten Wochen mithilfe entsprechender Test hätten beziffert werden konnten, sagte Ulrich Wagner vom Gesundheitsamt.

Seit der erkrankte Schüler aus der Schule genommen worden sei, habe keine Gefahr mehr für Kinder und Lehrer bestanden. Insgesamt sind vier Personen an Tuberkulose erkrankt und werden entsprechend behandelt.

Erkrankungsrisiko gering

Ansteckung sei nicht gleichzusetzen mit Erkrankung und das Risiko dafür sei gering, betonte Wagner erneut. Die infizierten Personen würden aber zeitnah geröntgt werden, um eine Erkrankung sicher auszuschließen. „Da sind wir hinterher und üben auch Druck aus, wenn nötig“, sagte er.

Quelle: dpa/lsw

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