WiedereinstiegHilfe beim Schritt zurück in die Praxis

Um die ambulante Versorgung auch kurz- und mittelfristig zu stärken, sind Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger eine wichtige Säule. Drei im Deutschen Hausärzteverband engagierte Hausärztinnen haben nun ein Konzept entwickelt, um beim Schritt zurück in die Praxis zu helfen.

Um die ambulante Versorgung auch kurz- und mittelfristig zu stärken, sind Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger eine wichtige Säule. Drei im Deutschen Hausärzteverband engagierte Hausärztinnen haben nun ein Konzept entwickelt, um beim Schritt zurück in die Praxis zu helfen.
© Robert Kneschke stock.adobe.com

“Als ich nach vier Jahren Elternzeit und Forschungsarbeit in der Medizingeschichte zurück in die Sprechstunde wollte, da wusste ich gar nicht, wo ich anfangen soll, um mein Wissen aufzufrischen.” Wie sich ein beruflicher Wiedereinstieg anfühlt, das weiß Hausärztin Dr. Sandra Blumenthal genau. “Hinzu kam, dass ich als Mutter viel weniger Zeit zum Nachlesen hatte und natürlich auch nicht mehr so flexibel war, um von heute auf morgen ganz viele unterschiedliche Fortbildungen zu diversen Themen zu besuchen.”

Dass sie mit diesen Erfahrungen nicht allein ist, zeigt ein Blick in die Statistik der Bundesärztekammer: 2018 waren demnach 35.059 Ärztinnen und Ärzte in Elternzeit, in fachfremden Bereichen im Einsatz oder aus anderen Gründen nicht praktisch tätig. Hierunter sind auch Fachärztinnen und Fachärzte für Allgemeinmedizin, die vielleicht immer wieder mit dem Gedanken spielen, zurück in die Praxis zu kehren – aufgrund des rasch fortschreitenden medizinischen Wissens oder auch aus persönlicher Unsicherheit diesen Wiedereinstieg jedoch bisher scheuten. Dabei wären sie eine Bereicherung für die hausärztliche Versorgung!

“Maßgeschneiderter” neuer Kurs

Immerhin ist der Hausärztemangel in Deutschland eine auf vielen Ebenen diskutierte Herausforderung. Viele Interventionen, etwa die Landarztquote für Medizinstudierende oder die Kompetenzzentren zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin, haben jedoch gemeinsam, dass sie erst in einigen Jahren die ambulante Versorgung personell stärken werden.

Dabei sind Hausärztinnen und Hausärzte mit ihren Praxisteams schon heute stark gefordert – nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie. Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger können daher ein Baustein sein, die Versorgung auch kurzfristig zu unterstützen.

Die Lebenserfahrung und der “Blick über den Tellerrand der Medizin” hinaus, den die Kolleginnen und Kollegen mitbringen, sind eine Bereicherung in der Praxis.

Bisher gibt es jedoch nur wenige Fortbildungsangebote, die den Wiedereinstieg erleichtern – und diesen vielleicht sogar gezielt “schmackhaft” machen. Mit Unterstützung des Instituts für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IHF) hat eine Gruppe von Referentinnen und Referenten mit teils persönlichen Erfahrungen mit längeren Lebensphasen außerhalb der Allgemeinmedizin deshalb einen Kurs zum Wiedereinstieg konzipiert: “Back to practice” (s. rechts). Er richtet sich an jene, die nach einer Pause zurück in die hausärztliche Versorgung möchten.

Aus ihrer eigenen Erfahrung heraus wissen die Referentinnen, worauf es beim Wissenserwerb und -management speziell für Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger ankommt:

1. Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten

2. Fit werden für die ersten Sprechstunden

“Von einer Kollegin, die schon etwas älter ist, erwarten die Patienten keine Unsicherheit in der Sprechstunde! Hierdurch kann großer Druck entstehen”, erklärt Ruth Deecke. “Wir möchten den Kolleginnen und Kollegen eine Art Auffrischer anbieten, um ohne ganz große Peinlichkeiten durch die ersten Sprechstunden zu kommen.”

Anstellung birgt neue Chancen

Dr. Jana Husemann ist wichtig klarzumachen, dass die Kolleginnen und Kollegen in der Praxis willkommen sind: “Wir brauchen diese Fachärztinnen und Fachärzte, um die ambulante Versorgung sicherzustellen. Sie bringen großes Potenzial mit – und das möchten wir helfen zu nutzen.”

Den Referentinnen ist wichtig herauszustellen, dass sich die Allgemeinmedizin in den letzten Jahren stark gewandelt hat und Kolleginnen und Kollegen, die sich vor zehn oder zwanzig Jahren eine eigene Praxis nicht vorstellen konnten, heute durchaus Tätigkeiten im Angestelltenverhältnis finden können. Sie betonen: “Unser Kurs soll auch zur Vernetzung beitragen und die Kolleginnen und Kollegen wieder in die Mitte der Allgemeinmedizin bringen.”

Quelle: Erfahrungswerte aus dem Wiedereinstiegsprojekt “Re-Birth” an der Goethe-Universität Frankfurt

Quelle: Landesärztekammer Hessen, 2018

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