Chronische NiereninsuffizienzKein Zusatznutzen für Empagliflozin – oder doch?

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Empagliflozin in der neuen Indikation chronische Niereninsuffizienz bewertet. Dabei hat er auf "keinen Zusatznutzen" entschieden. Vom Tisch ist die Substanz damit aber nicht - wie der G-BA in seiner Begründung erläutert.

Bei Niereninsuffizienz kommen auch SGLT2-Hemmer als Therapie infrage.

Berlin. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) sieht bei Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz, die Empagliflozin erhalten, keinen Zusatznutzen gegenüber der Vergleichstherapie als belegt an. Der Beschluss ist am Donnerstag (1.2.) in Kraft getreten. Es lohnt jedoch ein Blick in die tragenden Gründe des Beschlusses.

Darin erklärt der G-BA, dass sich die medizinischen Therapieoptionen rasant entwickelt haben – vereinfacht gesagt: Dapagliflozin wurde schnell zum Teil der optimierten Standardtherapie. Dies konnte in der zugrundeliegenden EMPA-Kidney-Studie dann aber nicht mehr berücksichtigt werden. Ein Vergleich der beiden Substanzen sei also, wegen zu weniger Teilnehmenden mit Dapagliflozin, nicht möglich gewesen.

Wirkstoffe mit “ähnlichem Stellenwert”

Der G-BA führt daher weiter aus, dass sich SGLT2-Hemmer als therapeutische Option bei chronischer Niereninsuffizienz etabliert hätten. Es werde angenommen, dass “beiden SGLT2-Inhibitoren, Empagliflozin und Dapagliflozin, zur Behandlung der chronischen Niereninsuffizienz im deutschen Versorgungskontext ein ähnlicher therapeutischer Stellenwert zukommt”.

Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM) wird aktuell überarbeitet und für Mitte des Jahres erwartet. Das Arznei-Telegramm hält wie der G-BA beide Substanzen für wirksam bei Niereninsuffizienz sowie Albumin-Kreatinin-Quotient von mindestens 300 mg/g (Empagliflozin) oder 200 mg/g (Dapagliflozin) im Urin. Es weist jedoch darauf hin, dass das Effektausmaß nur schwer einzuschätzen sei, weil in den Studien die Standardtherapie (etwa des Bluthochdrucks) teils nicht optimal eingestellt war. Beide Wirkstoffe sollen bei Menschen mit Typ-I-Diabetes nicht eingesetzt werden, weil sie zu Ketoazidosen führen können.

Standardtherapie optimieren

Fazit für die Praxis: Beide SGLT2-Hemmer können zur Behandlung bei chronischer Niereninsuffizienz in Betracht kommen. Ärztinnen und Ärzte sollten aber auch die Optimierung begleitender Therapiefaktoren (wie Blutdrucktherapie) im Blick behalten. Bei der Entscheidung zwischen Dapagliflozin und Empagliflozin könnte auch der mit den Kassen verhandelte Preis – unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit – eine Rolle spielen. Wobei dieser zuletzt auch vergleichbar hoch ausfiel.

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