AbrechnungBesuch oder Mitbesuch?

Wenn neue Viren oder Bakterien umherfliegen, erwischt es oft die komplette Familie. Beim Hausbesuch sind gleich mehrere Personen zu versorgen. Für die Abrechnung ist wichtig, ob es sich um eine häusliche oder soziale Gemeinschaft handelt.

Erkranken Familien wird es oft ein Besuch bei mehreren Personen.

EBM

Tochter: Beim Erstkontakt Abrechnung von 03000, 01410, 32025, 32128 und die Chronikerpauschale 03220 zudem für das Gespräch die 03230 EBM. Der Zweitbesuch wird ebenfalls mit der 01410 und mit der 03221 abgerechnet.

Mutter: Für die Mutter, die im selben Haushalt wohnt, kann der Hausarzt die 01413 abrechnen, zusätzlich die 03000, die 03220 und die 32128. Beim zweiten Besuch noch einmal die 01413 und auch hier die 03221.

GOÄ

Tochter: Beim ersten Besuch Abrechnung der Nrn. 50, 7, 3514 und 3524, die Nummer 50 mit 3,5-fachem Faktor wegen einer ausführlicheren Beratung. Der zweite Besuch wird ebenfalls mit den Nrn. 50 und 7 abgerechnet.

Mutter: Beide Besuche werden jeweils mit den Nrn. 51 und 7 abgerechnet, beim ersten Besuch die Nr. 3524 für Bestimmung CRP.

Das Wegegeld für 2 km wird anteilig berechnet.

HZV

Für die in Frage kommenden Einzelleistungen gilt in Hausarztverträgen in Baden-Württemberg: Nur die 32128 EBM (CRP-Bestimmung) ist bei der AOK und der LKK nicht im Ziffernkranz enthalten und muss somit über die KV abgerechnet werden.

In allen Verträgen (AOK, BKK-GWQ, BKK-VAG, BKK Bosch, EK, IKKclassic, Knappschaft und LKK) sind die Besuche (01410, 01413), die Glukosebestimmung (32025) und abgesehen von den beiden Ausnahmen auch die CRP-Bestimmung (32128) Teil der jeweiligen Quartalspauschalen.

Schwerpunkt: Mitbesuch

Den Begriff des “Mitbesuches” gibt es sowohl im EBM als auch in der GOÄ. Allerdings gilt: Während im EBM (01413) die soziale Gemeinschaft auf das tägliche Leben und das gemeinsame Miteinander abzielt, bezieht sich die häusliche Gemeinschaft in der GOÄ Nr. 51 auf die Lokalität.

In einem Altenheim können Patienten etwa abgeschlossene Appartements bewohnen und dennoch gemeinsamen Aktivitäten (z.B. gemeinsam Essen) nachgehen. Diese Menschen leben zwar in einer sozialen, aber nicht in einer häuslichen Gemeinschaft.

Eine häusliche Gemeinschaft umfasst dagegen Personen, die innerhalb eines Haushaltes zusammenleben, egal ob als Ehepaar, Familienangehörige oder sonstige Partnerschaften oder WG. Es gibt einige klar definierte Konstellationen, bei denen es sich auf keinen Fall um soziale Gemeinschaften handelt, z.B.:

  • Mieter und Untermieter
  • Abgeschlossene Wohnungen oder Appartements im Altenwohnheim, im Schwesternwohnheim etc.: eigene Küche, Klingel, eigener Briefkasten, keine gemeinsame Essensversorgung
  • Gäste eines Hotels oder einer Pension
  • Mehrere Mitglieder einer Familie außerhalb der Wohnung, z.B. Unfall
  • Soziale Gemeinschaft endet außerhalb der gemeinsamen Räumlichkeiten.

Zusammenfassend bezieht sich die Definition der häuslichen Gemeinschaft auf den gemeinsam genutzten Wohnraum; die soziale Gemeinschaft berücksichtigt dagegen zusätzlich das soziale Umfeld der Menschen.•

Quellen:

www.kbv.de/html/ebm.php (EBM)

www.gesetze-im-internet.de/go__1982/anlage.html (GOÄ)

Kommentar zur Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) Begründet von Dr. med. D. Brück, (Version 4.28, Stand Juni 2021)

Der Kommentar zu EBM und GOÄ, begründet von Wezel/Liebold, Stand Januar 2023

www.springermedizin.de/goae-ebm/15083006

www.hausaerzteverband.de/hausarztvertraege/hzv-vertraege-schnellsuche

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