Praxis WissenZwischen Facharztprüfung und Zulassung gefangen

Weiterbildung, Facharztprüfung – arbeitslos. Für junge Hausärzte war das oft Realität, da sie bis zur Zulassung nicht weiter beschäftigt werden durften. Nun hat der Gesetzgeber dem ein Ende gesetzt.

Wer eine junge Kollegin oder Kollegen nach Abschluss der Weiterbildung und der Facharztprüfung weiter als Praxisassistenten beschäftigen wollte, sah sich bis vor kurzem noch mit Verwaltungsvorschriften konfrontiert, die bei so manchem Praxisinhaber auf Unverständnis stießen. Inzwischen hat sich die Situation jedoch etwas verändert. Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (VSG) wurde auch die Zulassungsverordnung für Vertragsärzte (Ärzte-ZV) um einige Bestimmungen ergänzt. Jetzt ist die Weiterbeschäftigung von Weiterbildungsassistenten in der Praxis auch nach Abschluss der Weiterbildung bis zur Zulassung möglich. Voraussetzung ist, dass ein Antrag auf Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung gestellt wird.

Hintergrund dieser Neuregelung: Nach Abschluss der Weiterbildung und erfolgter Facharztprüfung dauert es in der Regel eine gewisse Zeit, bis der Zulassungsausschuss über einen Antrag auf Zulassung oder Anstellungsgenehmigung entscheidet. Für Ärzte im Krankenhaus war und ist eine solche Übergangszeit kein Problem. Denn im Krankenhaus kann der Arzt am Tag nach erfolgreicher Facharztprüfung weiterarbeiten. Im niedergelassenen Bereich ergab sich hingegen eine zeitliche Lücke, die jetzt durch die Änderung der Ärzte-ZV geschlossen wurde.

Warten auf den Ausschuss

Kurz vor dem Inkrafttreten der geänderten Zulassungsverordnung hatte Dr. Bernhard Wallacher, Facharzt für Allgemeinmedizin in Ludwigshafen, versucht, einen jungen Kollegen in seiner Praxis anzustellen, um ihn nach abgeschlossener Weiterbildung und Facharztprüfung und darüber hinaus als Praxisassistent in der Allgemeinmedizin zu beschäftigen. Das war nach der damals geltenden Rechtslage, so wie von Wallacher geplant, nicht möglich. Der zuständige Abteilungsleiter bei der KV Rheinland-Pfalz (KV RLP) habe ihm seinerzeit mitgeteilt, dass den betroffenen Kolleginnen und Kollegen in einem solchen Fall wohl nichts Anderes übrigbleibe, als sich für die Zeit zwischen der Beendigung der Weiterbildungszeit bis zur Entscheidung des Zulassungsausschusses arbeitslos zu melden, teilte Wallacher verärgert mit.

Zulassungsantrag rechtzeitig vorbereiten

Durch die Neuregelung habe der Gesetzgeber auch mit Blick auf die Krankenhäuser für gleiche Rahmenbedingungen gesorgt, so dass Weiterbildungsassistenten auch im niedergelassenen Bereich nach erfolgreicher Facharztprüfung nahtlos weiterarbeiten können, erläutert der Geschäftsführer und Justiziar des Deutschen Hausärzteverbandes Joachim Schütz. Nach seiner Ansicht dürfte die Anwendung der neuen Bestimmung unproblematisch sein. Erste Erfahrungen liegen allerdings noch nicht vor.

Die Änderung komme nicht nur dem einzelnen Arzt zugute, sondern nütze auch der Nachwuchssicherung in der vertragsärztlichen Versorgung, weil nun die Gefahr geringer sei, dass Ärzte während und wegen der Wartezeit auf eine Entscheidung des Zulassungsausschusses doch noch ins Krankenhaus „abdriften“, meint Schütz. Um zu vermeiden, dass zwischen der Facharztprüfung und der Entscheidung des Zulassungsausschusses über einen Zulassungsantrag oder eine Anstellungsgenehmigung zu viel Zeit vergeht, sollte man sich rechtzeitig alle notwendigen Unterlagen besorgen, empfahl Schütz. Welche Antragsunterlagen der Zulassungsausschuss im Einzelnen benötigt, könne man bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung erfahren.

E-Mail-Adresse vergessen? Schreiben Sie uns.
Passwort vergessen? Sie können es zurücksetzen.
Nur wenn Sie sich sicher sind.

Sie haben noch kein Passwort?

Gleich registrieren ...

Für Hausärzte, VERAH® und ÄiW (Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit hausärztlichem Schwerpunkt) ist der Zugang immer kostenfrei.

Mitglieder der Landesverbände im Deutschen Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.


Persönliche Daten

Ihr Beruf

Legitimation
Die Registrierung steht exklusiv ausgewählten Fachkreisen zur Verfügung. Damit Ihr Zugang freigeschaltet werden kann, bitten wir Sie, sich entweder mittels Ihrer EFN zu legitimieren oder einen geeigneten Berufsnachweis hochzuladen.
Einen Berufsnachweis benötigen wir zur Prüfung, wenn Sie sich nicht mittels EFN autorisieren können oder wollen.
Mitglied im Hausärzteverband
Mitglieder erhalten Zugriff auf weitere Inhalte und Tools.
Wir verifizieren Ihre Mitgliedschaft anschließend.

Newsletter
Sie stimmen zu, dass wir Ihre E-Mail-Adresse für diesen Zweck an unseren Dienstleister Mailjet übermitteln dürfen. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen.

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl
Alle der unten angegebenen Newsletter
Spicker, Checklisten und Medizin für die hausärztliche Praxis, berufspolitische News, sowie Neues aus Wissenschaft und Organisation
Inhalt und E-Paper neuer HAUSARZT-Ausgaben
Nachrichten aus der Industrie

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl ändern/abbestellen

Wenn Sie für Ihr bestehendes Newsletter-Abo andere Themen auswählen oder den Newsletter abbestellen wollen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an und wählen Sie die gewünschte Funktion. Wir senden Ihnen dann eine E-Mail zur Bestätigung.

Nach oben