Aggressionen gegen ÄrzteAngriffe, Drohungen, Beleidigungen

Aggressionen gegen Ärztinnen und Ärzte geschehen täglich. Eine Meldestelle der Ärztekammer Hessen erfasst seit 2019 derartige Fälle. Aktuelle Auswertungen der Kammer zeigen: Die Mehrheit berichtet über Beleidigungen oder Beschimpfungen. Es gibt aber auch Berichte über schwere Formen aggressiven Verhaltens.

Ärztinnen und Ärzte sollten sich kontinuierlich bewusst machen, dass Gewalt nicht hingenommen werden muss.

Häufig richten sich die Aggressionen auch gegen die Medizinischen Fachangestellten (MFA), wie die Meldungen der Ärztinnen und Ärzte bei der Landesärztekammer Hessen offenbaren. Eine Praxis berichtet beispielsweise über mehrfach aggressives Verhalten gegenüber den MFA und dem Arzt wegen der Medikamentenverordnung.

Die Praxis, so der Vorwurf des Patienten, würde ihn nur noch kränker machen. Lediglich eine Krankmeldung sei nötig. Mitglieder des Teams wurden mit “Schlampe” und Fäkalausdrücken beschimpft.

“Pass in Zukunft gut auf Dich auf!”

Das Verordnen von Medikamenten scheint dabei häufiger aggressives Verhalten auszulösen. So berichtet eine andere Praxis im Freitextfeld des Meldebogens: “Vertretungspatient, war uneinsichtig, da in Vertretung nur kleine Packung des Medikaments aufgeschrieben werden darf, hat uns als unfreundlich und unkooperativ bezeichnet, hat in der Praxis Aufstand gemacht.”

Einem anderen Arzt wurde gedroht: “Pass in Zukunft gut auf Dich auf”, weil er einen Rezeptwunsch nicht erfüllte.

Längere Wartezeiten werden ebenfalls als Ursache für aggressives Verhalten angeführt. So berichtet eine Praxis: “Tochter müsse wohl länger als zwei Stunden warten, Kontakt per WhatsApp. Eltern haben am Nachmittag deshalb Drohungen ausgesprochen (wollten die Praxis auseinandernehmen).”

Auch schlechte Bewertungen auf Internetportalen, um den Ruf der Ärztinnen und Ärzte zu schädigen, sind der Erhebung zufolge keine Seltenheit.

Rufschädigungen im Internet

103 Meldebögen sind bis Januar 2023 bei der Ärztekammer Hessen eingegangen, die diese ausgewertet hat. In 13 Fällen wurde dabei sogar über schwere Formen aggressiven Verhaltens berichtet. Eine Ärztin wurde demnach nach einer Untersuchung im Behandlungszimmer unsittlich von einem Patienten an den Genitalien berührt.

Ärztinnen und Ärzte sollten sich kontinuierlich bewusst machen, so ein Fazit der Landesärztekammer Hessen, dass Gewalt nicht hingenommen werden muss. Außerdem empfiehlt die Kammer Praxischefinnen und -chefs, gemeinsam mit ihrem Team Konzepte zu entwickeln: Wie gehen wir mit aggressiven Patienten um?

Codewort für den Notfall

Folgendes kann in ein Konzept einfließen:

  • Seminar von Kammern, KVen oder auch örtlicher Polizei besuchen;
  • Ein Codewort mit dem Praxisteam vereinbaren: Sobald dieser Satz oder dieses Wort fällt, wird Hilfe benötigt oder sollte die Polizei verständigt werden. Kann dies auch über E-Mail oder Nachricht per Praxiscomputer geschehen? Notrufknopf am Schreibtisch?
  • Die Praxis auf Schwachstellen checken: Ist eine Flucht bei Gefahr möglich? Würde es helfen, wenn die Einrichtung und das Mobiliar anders platziert werden?
  • Gegenstände, die Patienten als Waffe benutzen können (Scheren, Brieföffner etc.), außer Sicht-/Greifweite platzieren;
  • Praxisabläufe optimieren, Wartezeiten minimieren.

Es ist weiterhin möglich und gewünscht, Fälle aggressiven Verhaltens bei der Ärztekammer Hessen zu melden. “Nur so können wir auch in Zukunft dazu beitragen, Gewalt transparent zu machen, Handlungsstrategien zu entwickeln und der Gewalt entgegenzusteuern”, erklärt die Kammer.

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