Studie#Metoo gibt es auch in der Medizin

Auch Ärztinnen und Ärzte haben laut einer neuen Charité-Studie sexuelle Grenzverletzungen erlebt. 70 Prozent von mehr als 700 teilnehmenden Medizinern hätten in ihrem Berufsleben schon Belästigungen erlebt, teilte das Uniklinikum mit Veröffentlichung der Studie mit.

Während von den teilnehmenden Frauen gut drei Viertel von solchen Erlebnissen berichteten, waren es bei Männern 62 Prozent. Meistens sei es um Belästigungen im Kollegenkreis gegangen, bei Frauen hätten vor allem männliche Vorgesetzte „eine zentrale Rolle“ gespielt, hieß es.

Mit Abstand am häufigsten erlebten Ärztinnen und Ärzte den Angaben zufolge verbale Belästigungen durch abwertende Sprache. Sie berichteten unter anderem aber auch von anzüglichen Sprüchen, unerwünschtem Körperkontakt und Erzählungen mit sexuellem Inhalt.

Die Teilnehmer, Beschäftigte der Charité, waren bereits 2015 befragt worden. Inwiefern es an der Klinik selbst zu Vorfällen kam, wird nicht ersichtlich – gefragt worden sei nach Erfahrungen im gesamten Berufsleben. Die Klinik betonte jedoch, zahlreiche Maßnahmen ergriffen zu haben, um solchen Vorfällen vorzubeugen.

Quelle: Sabine Jenner et al., Prevalence of Sexual Harassment in Academic Medicine, JAMA Intern Med, doi:10.1001/jamainternmed.2018.4859

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