StudieJährlich 1,25 Millionen zusätzliche Bürokratie-Stunden für E-AU

Eigentlich sollte die Digitalisierung die Arbeit vereinfachen und beschleunigen. In Arztpraxen zeigt sich das Gegenteil: Laut einer Studie sorgt allein die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (E-AU) für immensen zusätzlichen Aufwand.

Der analoge Weg bei der AU geht im Vergleich zum elektronischen deutlich schneller.

Berlin. Im Schnitt dauert es bei der E-AU im Vergleich zum Ausstellen einer normalen AU auf dem digitalen Weg 50 Sekunden länger. Bei etwa 90 Millionen AU, die jährlich von Praxen ausgestellt werden, schlägt das hochgerechnet mit 1,25 Millionen Stunden zu Buche. Das hat der aktuelle Bürokratieindex für die kassenärztliche Versorgung (BIX) ergeben, der seit 2016 jährlich durchgeführt wird.

Anstatt die Praxen zu entlasten, hat die bisherige Digitalisierungspolitik die Praxen bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nachweislich noch weiter belastet, erklärte Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV bei Vorstellung des BIX am Donnerstag (17.11.).

Fehlermeldungen belasten Praxen zusätzlich

Gründe für den zusätzlichen hohen Aufwand seien die lange Dauer des elektronischen Signiervorgangs sowie der Aufwand für den Nachversand der papiergebundenen Ersatzbescheinigung bei Fehlern des digitalen Versands.

Ärztinnen und Ärzte aus den Praxen berichteten, dass es häufig Empfangsprobleme bei den Krankenkassen gegeben habe. Dies führte dazu, dass tausende Fehlermeldungen an die Praxen versandt wurden, obwohl die E-AU nicht fehlerhaft waren.

Auch bei einem Wechsel des Versichertenstatus würden Praxen häufig Fehlermeldungen erhalten, die es früher beim analogen Verfahren nicht gab. Meist blieben vier Wochen Zeit, in der die meisten Fälle von den Kassen geklärt werden konnten.

Anwendungen erst auf Praxistauglichkeit testen

Um das digitale Signieren zu beschleunigen, müssten die aktuell bestehenden Vorgaben zur Signatur durch die Gematik erweitert und die Umsetzung verbindlich durch diese sichergestellt werden, fordert die KBV. Außerdem müsse künftig die weitere Implementierung und die Weiterentwicklung der TI nutzerorientiert erfolgen.

„Jegliche digitale Anwendung ist vollumfänglich zu erproben, bevor sie im Praxisalltag landet“, erklärt Kriedel. Praxen müssten vor Einführung jeglicher Techniken in die Prozesse einbezogen werden. Zu den Problemen rund um die TI hat die KBV in ihrem BIX-Projektbericht eine Reihe von Vorschlägen erarbeitet, mit denen die Situation in den Praxen verbessert und die Ärztinnen und Ärzte entlastet werden könnten.

E-AU für Praxen sehr relevant

Den BIX hat die KBV gemeinsam mit dem Nationalen Zentrum für Bürokatiekostenabbau der Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld entwickelt. Er wird seit 2016 jährlich durchgeführt.

Schwerpunkt des BIX 2022 war die E-AU, da diese ein für viele Praxen sehr relevanter Themenbereich ist, erklärt die KBV. Für die BIX-Studie wurden Vertragspraxen in zwei Gruppen (mit E-AU, analoge AU) von April bis Mai 2022 telefonisch befragt.

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