Praxis Wissen„Ärzte können gezielt Tipps zur Internet-Recherche geben“

Nicht selten kommt es zwischen Arzt und Patient zu Missverständnissen: Etwa können Ärzte den Informationsbedarf ihrer Patienten unterschätzen, diese wiederum scheuen sich oft, genau nachzufragen. Professor Marie-Luise Dierks, Leiterin der Patientenuniversität an der MHH, zeigt im Gespräch Wege aus diesem Dilemma auf.

Neben dem Hausarzt wird das Internet zur immer wichtiger werdenden Informationsquelle für Patienten. Was bedeutet das für den Arzt-Patienten-Kontakt?

Prof. Marie-Luise Dierks, MHH: Viele Patienten kommen aufgrund von Internetrecherchen schon mit vielen Informationen in die Praxis, das verändert den Kontakt durchaus. Von Ärzten wird diese Situation bislang recht unterschiedlich eingeschätzt: Gut informierte Patienten können Zeitersparnis bedeuten, andererseits benötigen einige aufgrund der Informationsfülle noch mehr Aufklärung – und damit mehr Zeit. Nur wenige Ärzte binden die Vorinformationen ihrer Patienten schon aktiv in die Sprechstunde ein. Ärzte könnten ja auch offen nachfragen, ob und wie sich ihre Patienten schon informiert haben, oder sie könnten selbst auf verlässliche Informationen im Internet verweisen. Immerhin finden sich in guten Gesundheitsportalen auch Hintergrundinformationen – zur Funktionsweise des Körpers oder grundlegende Informationen zu Krankheitsbildern –, die Ärzte dann nicht jedem einzelnen Patienten persönlich erklären müssten.

Können Patienten von sich aus unterscheiden, welche Informationen verlässlich sind oder wird „Dr. Google“ im schlimmsten Fall zum Konkurrenten des Hausarztes?

„Dr. Google“ ist zwar nicht immer gut und richtig, doch er bietet eine große Vielfalt und damit für die Nutzer auch die Chance, sich breit zu informieren. Wichtig ist es, und hier liegt eine neue Aufgabe für Ärzte, Menschen gute Internetseiten zu empfehlen, wie etwa „Gesundheitsinformation.de“ des IQWiG. Wir haben in unserem „Pfad-Finder Gesundheit“ verlässliche Seiten aufgelistet und geben Tipps, welche Qualitätskriterien die Nutzer an eine Information anlegen sollten.

Warum sind solche Angebote überhaupt nötig? Mangelt es Ärzten an der Fähigkeit, patientengerecht aufzuklären?

Nicht alle Ärzte kommunizieren so, wie es sich Patienten wünschen. Oft haben sie wenig Zeit und Patienten fühlen sich dann nicht ernst genommen. Zudem werden kommunikative Fähigkeiten in der Aus- und Weiterbildung noch nicht an allen Universitäten ausreichend vermittelt. An der MHH gibt es bereits diverse Aktivitäten, unter anderem werden hier Medizinstudierende in die Patientenuniversität eingebunden und sie lernen, Informationen laiengerecht zu vermitteln. Der Stellenwert der Kommunikation wird im Übrigen auch im Masterplan Medizinstudium 2020 deutlich: So soll künftig besonderes Augenmerk auf die Arzt-Patienten-Kommunikation gelegt werden.

Suchgewohnheiten

64 Prozent der Internetnutzer informieren sich laut MHH im Netz auch zu Themen wie Ernährung, Krankheitssymptomen oder Therapien. Europaweit nutzen 84 Prozent der Ärzte das Internet, um nach medizinischen Informationen zu recherchieren.

Gesundheitsinfos für Laien und Ärzte

Als erste Universität in Deutschland hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) eine Patientenuniversität gegründet. Ziel ist es, mit strukturierten Bildungsangeboten – etwa Vorlesungen für Laien – aktuelles Wissen der Medizin zu vermitteln und Patienten und ihre Angehörigen im Umgang mit Erkrankungen zu unterstützen. Der „Pfad-Finder Gesundheit“ hilft bei der Suche nach verlässlichen Gesundheitsinformationen im Internet – für Patienten und Ärzte: https://hausarzt.link/OhtDW

www.gesundheitsinformation.de Gesundheitsaufklärung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) für erkrankte wie gesunde Bürger.

www.patienten-information.de Der Service der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bietet Gesundheitsinformationen und weiterführende Links zu Arzt- oder Krankenhaussuchportalen.

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