NiedersachsenKassenärzte fordern Gebühr für die Notaufnahme

Sollten Patienten künftig 50 Euro zahlen, wenn sie die Notaufnahme von Kliniken aufsuchen? Das kann sich zumindest die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen vorstellen.

Sollten Patienten künftig 50 Euro zahlen, wenn sie die Notaufnahme von Kliniken aufsuchen? Das kann sich zumindest die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen vorstellen.
Oft mit Bagatellen überlaufen: intramurale Notaufnahme irgendwo in Deutschland© Wellnhofer Designs / fotolia.com

Hannover. Um überflüssige Besuche in der Notaufnahme von Krankenhäusern zu verhindern, schlägt die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen die Einführung einer Gebühr vor. „Ich kann mir 50 Euro pro Patient vorstellen“, sagte der Vorstandschef Mark Barjenbruch der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ vom Mittwoch (11. Juli). „Wenn 90 Prozent der Patienten in der Notaufnahme keine Notfälle sind, muss das eine Option sein.“ Die Notfallambulanzen seien dazu da, schwer kranken Menschen zu helfen – deshalb sei eine Priorisierung unabdingbar, erklärte Barjenbruch.

Seinen Worten zufolge forderte die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung bereits 2016 eine Kostenbeteiligung. „Dieses Geld kann in einen Fonds fließen, um andere Projekte im Gesundheitswesen zu fördern.“ Um Patientenströme besser zu leiten, sei es Anliegen, die Nummer 116117 des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen, sagte der Vorstandschef und gab zu bedenken: „Ich zweifele jedoch daran, dass Aufklärung allein das Problem lösen kann.“

So sollte ursprünglich auch die Praxisgebühr helfen, Hausärzte zur ersten Anlaufstation zu machen und Besuche bei teuren Spezialisten zu verringern.  Die Gebühr war allerdings sehr unbeliebt und wurde 2013 wieder abgeschafft.

Eine bessere Steuerung der Patienten hat jüngst auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen gefordert. Dieser kann sich zudem eine Gebühr vorstellen, wenn Patienten unkoordiniert Spezialisten aufsuchen. Im Exklusiv-Interview mit „Der Hausarzt“ hat Ratsvorsitzender Prof. Ferdinand Gerlach erläutert, was die Vorschläge für Hausärzte bedeuten könnten.

Mit Material von dpa/lni

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