E-Rezept & CoLauterbach will digitale Aufholjagd starten

„Wir brauchen bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen eine Aufholjagd“, erklärte Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach am Mittwoch. Für Bedenken der Ärzteschaft, das E-Rezept ab Januar verpflichtend einzuführen, zeigte er kein Verständnis.

Dr. Benny Levenson, Kardiologe (links), und Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach beantworteten Fragen zum E-Rezept und der Digitalisierung am Mittwoch (9.8.) in Berlin

Berlin. Bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen ist Deutschland ein Entwicklungsland, mahnte Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) am Mittwoch (9.8.) vor der Presse in Berlin.

Nun müsse eine Aufholjagd beginnen, die mit dem elektronischen Rezept (E-Rezept) starte und mit der elektronischen Patientenakte sowie der Regelung zur Nutzung von Forschungsdaten weiter fortgeführt werden.

Er gehe davon aus, dass die entsprechenden Gesetze (Anmerkung der Redaktion: Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung im Gesundheitswesen – DigiG – sowie Gesetz zur verbesserten Nutzung von Gesundheitsdaten – GDNG) Ende August im Kabinett verabschiedet werden.

Ärztliche Vertreter wie der Deutsche Hausärzteverband hatten bereits auf Anpassungsbedarf bei beiden Gesetzen hingewiesen, etwa dass funktionierende Technik statt Sanktionen im Fokus stehen müssten.

Mehr Digitalisierung auch von Praxen erwünscht

Das E-Rezept funktioniere, sagte Lauterbach, davon habe er sich in der Berliner Gemeinschaftspraxis von Dr. Benny Levenson überzeugen können. Das E-Rezept verbessere die Arbeitsabläufe in den Praxen und sorge für mehr Sicherheit bei der Medikation. „Es ist überhaupt nicht mehr vertretbar, dass wir in Deutschland noch Rezepte auf Papier ausdrucken“, sagte Lauterbach.

Nach all den Jahren des Stillstands der Telematik, den vielen Fehlern – wie etwa den abstürzenden Konnektoren oder den elektromagnetisch aufgeladenen Gesundheitskarten – hoffe die Ärzteschaft sehr, dass die Digitalisierung nun endlich ans Laufen komme, erklärte Dr. Benny Levenson, Kardiologe in Berlin Charlottenburg. Dies sei auch, so Levenson weiter, angesichts des zunehmenden Personalmangels in den Arztpraxen dringend geboten.

Das E-Rezept könne aber nur ein erster Schritt sein. „Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein Haus aus Lego bauen und haben nur einen Baustein“, erklärte der Kardiologe den Journalisten.

Nach zwanzig Jahren kann es nicht zu früh sein

Auf die Frage, ob die im Gesetz verankerten Sanktionen gegen Ärzte richtig seien und die Ärzteschaft dazu bringe, nur noch Privatpatienten zu behandeln, meinte Lauterbach, Sanktionen würden dann eine Rolle spielen, wenn sie vom Arzt zu vertreten seien.

Dass Ärzte deswegen in die Privatmedizin wechselten, sei in anderen Ländern nicht beobachtet worden. Lauterbach betonte, er habe kein Verständnis dafür, dass die Ärzteschaft beim E-Rezept gemeint habe, dies sei noch zu früh. „Die Bedenkenträgerei muss enden“, sagte Lauterbach und betonte: „Nach zwanzig Jahren Zeitverzug müsse die Digitalisierung nun endlich scharf geschaltet werden“.

Gesetz zur Modernisierung der Gematik angekündigt

Die Ärzteschaft war immer der Treiber von Innovationen im Gesundheitswesen, stellte Levenson klar. Das System müsse aber sicher sein und es dürfe keine Abstürze geben. Das sei in der Vergangenheit nicht der Fall gewesen.

Auch der Deutsche Hausärzteverband befürwortet längst digitale Lösungen für die Praxis – sie müssen aber zwingend auch praxistauglich sein.

Auf die Frage, wie es mit der Gematik weitergeht, meinte Lauterbach, es werde seit Monaten bereits daran gearbeitet, diese zu modernisieren. Er kündigte dafür ein eigenes Gesetz an, ohne einen konkreten Zeitpunkt zu nennen.

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