Krankenkassen-KooperationHausärzte-Chef erteilt Diagnose-App Ada klare Absage

Für Patienten der Techniker Krankenkasse soll künftig auch die Patientenapp Ada zumindest Diagnosevorschläge stellen dürfen. Als "unverantwortlich" weist der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, die Idee zurück. Und auch KBV-Vizechef Dr. Stephan Hofmeister findet in der jüngsten Vertreterversammlung klare Worte in der Debatte.

Ärzte sehen die App "Ada Health" kritisch.

Berlin. Mit scharfer Kritik hat Ulrich Weigeldt vom Deutschen Hausärzteverband zurückgewiesen, dass Patienten durch diagnosegebende Patientenapps als „Kassensparangebote“ abgespeist werden sollen. Hintergrund ist die Ankündigung der Techniker Krankenkasse, künftig mit Ada Health zu kooperieren.

Ada ist eine Anwendung, bei der Patienten Alter, Gewicht, akute Beschwerden sowie weitere relevante Daten eingeben und Diagnosemöglichkeiten sowie eine Empfehlung erhalten, ob ein Arzt aufgesucht werden sollte oder wie sich mit der Krankheit am besten zu verhalten ist. Auf Wunsch kann auch mit einem Arzt der Kasse telefoniert werden.

Juristische Fragen ungeklärt

Für den Bundesvorsitzenden des Deutschen Hausärzteverbands ist das „ein weiterer Versuch eines Kostenträgers, Einfluss auf die Versorgung unserer Patienten zu nehmen“. Jedoch sei das im konkret vorliegenden Fall „schlicht verantwortungslos“, so Weigeldt. „Was passiert denn beispielsweise, wenn Patienten wegen einer Fehldiagnose der App nicht zum Arzt gehen?“ Der Hausärzteverbands-Chef plädierte am Mittwoch (5. Dezember) dafür, dass sich die Kassen auf ihre Rolle als Kostenträger besinnen.

Weigeldt erinnert in einem Rundbrief an die Mitglieder seines Verbands an die wichtigsten Werkzeuge der hausärztlichen Diagnosestellung: die Sinne des Hausarztes. „Der persönliche Kontakt, die Kenntnis des sozialen Umfeldes des Patienten sowie eine ärztliche Untersuchung unter Zuhilfenahme aller Sinne sind einfach unerlässlich. Sehen, fühlen, riechen und hören können nun einmal nicht durch ein paar Klicks auf einem Smartphone ersetzt werden.“

Ärzte müssen sich positionieren

Auch Dr. Stephan Hofmeister, Vize-Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), hat in der Vertreterversammlung am Freitag (7. Dezember) deutliche Worte gegen die angekündigte Kooperation gefunden. „Wenn Krankenversicherer beginnen, die Versorgung zu steuern, dann tun sie das nur aus einem einzigen Grund: um Kosten zu sparen“, sagte er in seinem Bericht vor den Delegierten. Das sei zwar legitim, aber: „Es gibt viele Gründe, warum man das kritisieren kann, der wichtigste aber ist wohl, dass ein solches System ganz und gar nicht im Interesse des Patienten sein dürfte. Dabei gehe ich noch gar nicht auf die Frage ein, was ein solcher Datenkrake mit den hochsensiblen Gesundheitsdaten der Menschen macht.“

Hofmeister plädierte dafür, die Kooperation “genau im Auge” zu behalten und als Ärzteschaft schon heute die Diskussion darüber zu führen, “wie weit wir uns an einem solchen System beteiligen oder uns davon abgrenzen wollen”.

Digitalisierung soll Arzt und Patient nutzen

Digitalisierung als solches zu verteufeln, sei jedoch auch der falsche Weg, wurde dabei an beiden Stellen betont. „Natürlich kann Digitalisierung die Versorgung sinnvoll ergänzen“, betont Weigeldt. „Beispielsweise, indem digitale Tools die Arzt-zu-Arzt-Kommunikation erleichtern oder Notfalldaten schnell verfügbar machen. Aber wenn Digitalisierung instrumentalisiert wird, um auf Kosten der Qualität billige „Medizin“ anzubieten, dann schlagen wir eine gefährliche Richtung ein.“

E-Mail-Adresse vergessen? Schreiben Sie uns.
Passwort vergessen? Sie können es zurücksetzen.
Nur wenn Sie sich sicher sind.

Sie haben noch kein Passwort?

Gleich registrieren ...

Für Hausärzte, VERAH® und ÄiW (Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit hausärztlichem Schwerpunkt) ist der Zugang immer kostenfrei.

Mitglieder der Landesverbände im Deutschen Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.


Persönliche Daten

Ihr Beruf

Legitimation

Die Registrierung steht exklusiv ausgewählten Fachkreisen zur Verfügung. Damit Ihr Zugang freigeschaltet werden kann, bitten wir Sie, sich entweder mittels Ihrer EFN zu legitimieren oder einen geeigneten Berufsnachweis hochzuladen.

Einen Berufsnachweis benötigen wir zur Prüfung, wenn Sie sich nicht mittels EFN autorisieren können oder wollen.
Mitglied im Hausärzteverband
Mitglieder erhalten Zugriff auf weitere Inhalte und Tools.
Wir verifizieren Ihre Mitgliedschaft anschließend.

Newsletter
Sie stimmen zu, dass wir Ihre E-Mail-Adresse für diesen Zweck an unseren Dienstleister Mailjet übermitteln dürfen. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen.

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl
Alle der unten angegebenen Newsletter
Spicker, Checklisten und Medizin für die hausärztliche Praxis, berufspolitische News, Inhalt und E-Paper neuer HAUSARZT-Ausgaben, sowie Neues aus Wissenschaft und Organisation
Nachrichten aus der Industrie

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl ändern/abbestellen

Wenn Sie für Ihr bestehendes Newsletter-Abo andere Themen auswählen oder den Newsletter abbestellen wollen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an und wählen Sie die gewünschte Funktion. Wir senden Ihnen dann eine E-Mail zur Bestätigung.