EditorialGibt es künftig impfende Apotheker?

Liebe Leserinnen und Leser,

sollen Apotheker impfen dürfen? Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Mitte Oktober beim Apothekertag angesichts voller Wartezimmer in Praxen ins Gespräch gebracht (S. 7).

Da Hausärzte die meisten Impfungen vornehmen und Patienten hier überwiegend sofort oder innerhalb von drei Tagen einen Termin bekommen [1], hält dieses Argument nicht stand. Nicht nur Ärzte, auch die Apotheker selbst waren wenig begeistert, wäre ihnen doch eine Lösung beim Versandhandelsverbot wichtiger. Vielmehr sollte die Frage aber lauten: Was ist das Beste für die Patienten? Und wie erreicht man sie?

Eine Antwort gibt eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter 5.000 16- bis 85-Jährigen [2]. Demnach lassen sich 97 Prozent von ihren Ärzten zu Impfungen beraten, in 88 Prozent ist dies ihr Hausarzt. Danach gefragt, von wem sie Informationen zum Impfen erwarten, antworten 95 Prozent der Deutschen, dies sei Aufgabe von Ärzten. Apotheker rangieren hier mit 52 Prozent erst an siebter und vorletzter Stelle.

Auch ein anderes Ergebnis unterstreicht die Schlüsselrolle, die Patienten den Ärzten zuschreiben. So wünschen sich die Befragten, dass sie über die Wirkung des Impfstoffs (92 Prozent) aber auch über Nebenwirkungen und gesundheitliche Risiken (83 Prozent) aufgeklärt werden.

Gerade das individuelle Risiko können Hausärzte sehr viel besser einschätzen als Apotheker: Sie kennen am besten dessen Allergien, Vor- und Grunderkrankungen und können so im Einzelfall mögliche Komplikationen abschätzen. Das erscheint noch relevanter, weil für diejenigen, die auf eine Impfung verzichten, die Angst vor Nebenwirkungen eine große Rolle spielt (29 Prozent; s. Abb. 1).

Häufiger wurde hier nur genannt, dass man den Termin vergessen hat (35 Prozent). So weiß auch ein Viertel der Impfpass-Besitzer nicht, wo sie diesen aufbewahrt. Wissensdefizite bestehen ebenso über das Auffrischen von Impfungen. Auch das spricht für einen zentralen Ansprechpartner beim Impfen, wie ihn Hausärzte-Chef Ulrich Weigeldt fordert (S. 7). Gebe es niemanden, der die Gesamtverantwortung trägt, „weiß die eine Hand nicht, was die andere tut“.

Denkbar wäre zum Beispiel, dass Apotheker ihre Kunden auf Impflücken hinweisen. Dies wäre künftig mit einer elektronischen Patientenakte samt eImpfpass aber auch einfacher und kostengünstiger möglich: Dann würde jeder nämlich von seinem Smartphone an den nächsten Impftermin erinnert, meint Ihre

Johanna Dielmann-von Berg

Stellv. Chefredakteurin „Der Hausarzt“

Literatur

  1. Kornelius B. Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung 2018., zuletzt abgerufen am 15.10.18
  2. Horstkötter N et al. Einstellungen, Wissen und Verhalten von Erwachsenen und Eltern gegenüber Impfungen – Ergebnisse der Repräsentativbefragung 2016 zum Infektionsschutz. BZgA-Forschungsbericht. 2017
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