AOK-StudieVielen Bürgern mangelt es an Ernährungskompetenz

Mahlzeiten planen und selbst zubereiten, Süßem widerstehen und die richtigen Snacks wählen, gesunde Vorräte lagern und gemeinsam essen – all das gehört zur Ernährungskompetenz. Eine AOK-Studie zeigt, dass es um diese in Deutschland nicht allzu gut bestellt ist.

Laut AOK-Studie verfügen 53,7 Prozent der Bundesbürger über eine problematische oder inadäquate Ernährungskompetenz.

Berlin. Über der Hälfte der Deutschen mangelt es an Ernährungskompetenz. Das geht aus einer Studie des AOK-Bundesverbandes hervor, für die im Januar 2020 knapp 2.000 Personen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren zu ihrem Verhalten und ihrer Einstellung rund um das Thema Ernährung befragt wurden.

Zu den acht untersuchten Themenfeldern zählten etwa das Vergleichen von Produkten, das Planen und Zubereiten von Mahlzeiten, gemeinsames Essen und die Fähigkeit, zum Beispiel Süßigkeiten zu widerstehen. Jeder Teilnehmer wurde einer der vier Ernährungskompetenz-Kategorien “exzellent”, “ausreichend”, “problematisch” und “inadäquat” zugeordnet.

Geschlecht und Bildung spielen Rolle

Die Untersuchung ergab, dass 53,7 Prozent der Befragten über eine problematische oder gar inadäquate Ernährungskompetenz verfügten. Dabei bestanden deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während 53 Prozent der Frauen eine ausreichende Ernährungskompetenz besaßen, waren es bei den Männern nur 38 Prozent.

Ernährungskompetenz hängt laut Studienergebnissen auch mit Bildung zusammen: Nur 37,2 Prozent der Menschen mit einem Haupt- oder Volksschulabschluss konnten eine ausreichende Kompetenz vorweisen, bei Menschen mit Abitur lag der Anteil bei 56,4 Prozent. Die Ergebnisse von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterschieden sich dagegen kaum.

Sorge um Jüngere

Der AOK-Bundesverband zeigte sich besonders besorgt über die Ernährungskompetenz von jungen Erwachsenen: In der Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren wiesen lediglich 37,1 Prozent der Befragten eine ausreichende Kompetenz auf.

Auch Prof. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, berichtete, dass die Fähigkeiten zur selbstständigen Zubereitung von Mahlzeiten aus Grundnahrungsmitteln bei jungen Eltern zurückgehe.

Vergleichen bereitet Probleme

Unter den acht in der Studie untersuchten Kompetenzfeldern bereitete “gesundes Vergleichen” die größten Schwierigkeiten, hieß es weiter: Rund 72 Prozent der Befragten habe es hier an den notwendigen Werkzeugen gefehlt, um beispielsweise Entscheidungen über die richtige Produktwahl zu treffen.

Daher sei es höchste Zeit, dass das Nährwertlogo “Nutri-Score” auch in Deutschland eingeführt werde, sagte der Chef des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch. “Allerdings bringt es nichts, wenn die Lebensmittelindustrie die Kennzeichnung von Nährstoffen nach Lust und Laune auf ihren Produkten platzieren darf.” Nötig sei eine Verpflichtung.

Das aus Frankreich stammende System bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe in eine Gesamtbewertung ein und gibt einen einzigen Wert an – auf einer farbigen Skala von grün bis rot.

Hoher Zuckergehalt in Lebensmitteln

In Zusammenhang mit der Studie problematisierte der AOK-Bundesverband zum wiederholten Mal die hohen Zuckergehalte in Lebensmitteln. So würden beispielsweise 80 Prozent der Fertiglebensmittel in deutschen Supermärkten zugesetzten Zucker enthalten. Den Verbrauchern fehle es daher schon beim Einkauf an gesunden Optionen.

Notwendig seien vor allem verbindliche Reduktionsziele mit der Industrie und darüber hinaus ein Verbot von Marketing für stark zuckerhaltige Kinderlebensmitte, so Dr. Kai Kolpatzik, Studienleiter und Leiter der Abteilung Prävention im AOK-Bundesverband.

Quelle: AOK-Bundesverband

Mit Material von dpa

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