NeurologieNeue Leitlinie zur Trigeminusneuralgie

Trotz des hohen Leidensdrucks ist die Trigeminusneuralgie wenig bekannt. Zumindest in der Ärzteschaft könnte die neue S1-Leitlinie nun für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Ein interdisziplinäres Expertengremium hat die zehn Jahre alte Leitlinie auf den neuesten Stand gebracht.

Bei einer Trigeminusneuralgie werden die Schmerzattacken oft durch harmlose Reize wie Kauen oder Sprechen ausgelöst.

Die Trigeminusneuralgie macht sich durch wiederkehrende, einseitige Gesichtsschmerzen bemerkbar. Betroffene schildern diese Schmerzen als stromstoßartig, einschießend und von starker Intensität. Sie dauern von Sekundenbruchteilen bis hin zu zwei Minuten.

“Diese Schmerzattacken werden oft durch harmlose Reize, wie Kauen, Sprechen oder Berührungen im Gesicht ausgelöst”, berichtete PD Dr. Gudrun Goßrau, Dresden bei einer Veranstaltung anlässlich des Deutschen Kopfschmerztags.

Wichtig zu wissen: Manche Patienten leiden zu Beginn oder im Verlauf der Erkrankung zusätzlich unter einem persistierenden Gesichtsschmerz.

Bei Kindern genauer hinsehen

Die Lebenszeitprävalenz von 0,16-0,7 Prozent lässt auf über 160.000 Patienten in Deutschland schließen. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer (60 vs. 40 Prozent). Da die Erkrankung eher bei Älteren auftritt, ist in den nächsten Jahren mit einer Zunahme der Betroffenen zu rechnen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 53-57 Jahren.

Cave: Sehr selten leiden auch Kinder unter Trigeminusneuralgie – dabei kann es sich um eine genetisch bedingte, familiäre oder um eine sekundäre Form handeln, bei der die Schmerzen z.B. bilateral auftreten. “Hier sollte man eine genauere Diagnose initiieren und klären, ob eine andere Grunderkrankung ursächlich ist”, erklärte Goßrau.

Wissenswertes aus der Leitlinie

Aktuell wird die klassische von der sekundären und der idiopathischen Trigeminusneuralgie unterschieden. Bei ersterer ist eine neurovaskuläre Kompression mit morphologischer Veränderung der Wurzel des Trigeminusnervs nachweisbar.

Bei der sekundären Form verursacht eine andere Erkrankung (z.B. MS, raumfordernde Läsion im Gehirn) die Schmerzen und bei der idiopathischen Form besteht keine Auffälligkeit in der Bildgebung.

Die Diagnose erfolgt primär klinisch, zusätzlich ist eine MRT erforderlich (Goldstandard: 3-Tesla-MRT). “Aufgrund des starken Leidensdrucks, sollte man direkt mit der medikamentösen Therapie beginnen und parallel eine Bildgebung initiieren”, empfahl die Neurologin.

Das Mittel der Wahl ist nach wie vor Carbamazepin; das vergleichbar gut wirksame Oxcarbazepin ist nur off-label einsetzbar. Zu beachten sind bei beiden Medikamenten pharmakologische Interaktionen und umfangreiche Nebenwirkungen.

Bei unzureichender Wirksamkeit oder Unverträglichkeiten rät die Leitlinie (www.hausarzt.link/ovSHZ) zur Kombinationstherapie oder zu Medikamenten der 2. Wahl. Allerdings besteht auch hier das Problem, dass ausschließlich Phenytoin zugelassen ist.

Versagt die medikamentöse Therapie, können – je nach Ursache der Trigeminusneuralgie – operative oder ablative Therapieverfahren eine Option für die Patienten darstellen.

Quelle: Online-Pressekonferenz: “Aktuelle Herausforderungen in der Kopfschmerzversorgung”, am 28.08.2023 anlässlich des Deutschen Kopfschmerztags. Veranstaltet von Deutscher Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) und Initiative “Attacke – gemeinsam gegen Kopfschmerzen”.

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