Aktuelle StudieHIV-Infektion: In Deutschland oft erst spät erkannt

HIV ist und bleibt in Deutschland ein Thema, denn Infektionen werden nach wie vor erst spät diagnostiziert. Das zeigen aktuelle Studiendaten des Robert Koch-Instituts und der Charité Berlin. Die Autoren sehen auch Ärztinnen und Ärzte in der Pflicht.

HIV-Test: Auch die Testung von heterosexuellen Personen sollte weiter ausgebaut werden, fordern die Studienautoren.

Berlin. In Deutschland werden viele HIV-Infektionen nach wie vor erst spät entdeckt, was mit einer signifikant schlechteren Prognose und einem höheren Risiko für eine Progression zum Stadium AIDS verbunden ist. Insgesamt werden hierzulande 67,5 Prozent der Diagnosen in einem späten Stadium gestellt, 15,2 Prozent sogar erst im Endstadium AIDS.

Das geht aus einer aktuellen Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Charité Berlin hervor. Für die Studie analysierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Patienteninformationen aus der Datenbank „InzSurv-HIV“, in der die an das RKI berichteten HIV-Neudiagnosen erfasst sind.

Zudem wurden Daten aus dem „German Index of Socioeconomic Deprivation“ (GISD) herangezogen, um Rückschlüsse auf den sozioökonomischen Status zu ziehen. Insgesamt wurden Patienteninformationen von rund 34.000 Menschen aus den Jahren 2011-2018 analysiert.

Heterosexuelle im Fokus

Auffällig ist dem Studienteam zufolge die Tatsache, dass vor allem in der Gruppe der Heterosexuellen HIV-Infektionen erst spät diagnostiziert werden. So wurden in dieser Studiengruppe 76,8 Prozent der Infektionen im nicht-akuten Stadium erkannt und 14,9 Prozent im Stadium AIDS.

Zum Vergleich: In der Gruppe der MSM (men who have sex with men) waren es 61,7 beziehungsweise 11,4 Prozent. Eine weitere Auffälligkeit: Auch bei Personen zwischen 60 und 69 Jahren und bei MSM, die in sozial benachteiligten ländlichen Regionen leben, ist das Risiko für eine späte Diagnose höher.

“Mehr Bewusstsein beim Gesundheitspersonal!”

Es sei wichtig, HIV-Aufklärung und Testung von heterosexuellen Personen unabhängig vom sozialen Status sowie von MSM insbesondere im sozial benachteiligten ländlichen Raum weiter auszubauen, lautet das Fazit der Studienautorinnen und -autoren.

Ein geringes Bewusstsein für eine HIV-Infektion bei heterosexuellen Menschen gebe es auch beim Gesundheitspersonal. Das dazu führe, dass eine HIV-Infektion bei Krankheitssymptomen oft nicht in Betracht gezogen werde. „Hier könnten auch Gynäkologen eine große Rolle spielen, da in der Gruppe der Heterosexuellen die Mehrheit der neu diagnostizierten HIV-Infektionen auf Frauen entfällt“, schreibt das Team.

Quelle: DOI 10.1186/s12879-022-07168-x

 

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