Morbus Parkinson„Frühsymptome helfen, die Diagnose früher zu stellen“

Warum die Frühsymptome bei einem Morbus Parkinson für Arzt und Patient wichtig sind, erklärt die Neurologin Prof. Dr. Daniela Berg im Interview.

Welchen Nutzen können Arzt und Patient daraus ziehen, wenn Frühsymptome einer Parkinson-Erkrankung erkannt werden?

Prof. Dr. Daniela Berg: Die Symptome haben unterschiedliche Bedeutung. Eine echte REM-Schlaf-Verhaltensstörung beinhaltet ein sehr hohes Risiko, dass sich in den nächsten Jahren ein Parkinson oder eine Parkinson-ähnliche Erkrankung entwickelt. Bei anderen Symptomen wie z.B. einer Depression oder einer Riechstörung ist das Risiko dagegen deutlich niedriger. Solche Symptome muss man daher in der Zusammenschau mit anderen Symptomen beurteilen.

Hat ein Patient beispielsweise weitere leichte Auffälligkeiten, z.B. wenn er etwas langsamer oder etwas steifer ist, dann könnte man unspezifische Frühsymptome als einen weiteren Hinweis darauf werten, dass sich möglicherweise ein Parkinson entwickelt. Frühsymptome helfen also, die Diagnose Parkinson etwas früher zu stellen, als wenn man darauf warten muss, bis sich das Vollbild der Bewegungsstörung entwickelt.

Welches weitere Vorgehen empfehlen Sie bei diesen Patienten?

Hat der Patient eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung, dann sollte man ihn engmaschig beobachten. Diese Patienten sollte der Hausarzt in ein Schlaflabor schicken, idealerweise in ein Zentrum mit einer neurologischen Abteilung, in der sie regelmäßig untersucht werden. Sobald weitere Symptome der Parkinson-Erkrankung hinzukommen und die Diagnose steht, können sie frühestmöglich richtig beraten und therapiert werden.

Bei jüngeren Patienten mit Frühsymptomen wird man eventuell eine genetische Untersuchung durchführen und dann bei ersten Zeichen, die darauf hindeuten, dass auch die Bewegung betroffen ist und sich also eine klinische Parkinson-Erkrankung entwickelt, frühzeitig mit einer Therapie beginnen.

Kann man bei Patienten mit Frühsymptomen etwas tun, um die Erkrankung aufzuhalten?

Es ist durchaus sinnvoll, Frühsymptome ernst zu nehmen und ggf. den Lebensstil zu ändern. Sehr wichtig ist körperliche Aktivität. Auch die Ernährung ist bedeutsam. Man kann z.B. eine vitaminreiche und polyphenolhaltige Ernährung empfehlen, also Inhaltsstoffe, die die Nervenzellen schützen und oxidativen Stress und schlechte Stoffwechselprodukte abbauen.

Sobald man weiß, dass es sich um eine Parkinson-Erkrankung handelt, hat man die Möglichkeit, frühzeitig mit der Parkinson-Therapie zu beginnen. Parkinson-Medikamente kommen derzeit erst zum Einsatz, wenn die Diagnose Parkinson nachgewiesen ist. Das könnte sich in Zukunft aber ändern, möglicherweise kann man in einigen Jahren schon früher mit der Behandlung beginnen.

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