EditorialKollege Doktor Robot – Vision eines Albtraums

Liebe Leserinnen und Leser,

neulich las ich eine neue Folge der Serie „Künstliche Intelligenz“, die gerade in der Süddeutschen Zeitung läuft und sich u.a. mit dem Einsatz von Robotern beschäftigt. Parallel dazu verfolge ich die Vorhaben von Google bzw. Alphabet, die auch im Gesundheitswesen immer umfassendere und weitreichende Aktivitäten entfalten. Ich konnte mich danach eines gewissen Unbehagens nicht erwehren, was da so alles auf uns zukommt bzw. in was wir überall schon mittendrin stecken.

Wie die SZ berichtete, nimmt der Einsatz von Robotern in der Medizin immer konkretere Formen an. Können Sie sich vorstellen – weil Sie vielleicht überlastet sind oder keinen Praxisnachfolger finden – Kollege Doktor Robot einzustellen? Die Forschung arbeitet schon längst daran, Computersystemen nicht nur rationale, sondern auch emotionale Kompetenz zu verschaffen. Zugegebenermaßen ein ambitioniertes Unterfangen, weil es ja das emotionale Verhalten schlechthin nicht gibt. Emotionen und Gefühle setzen sich bekanntermaßen aus einer Vielzahl von Reaktionen zusammen und äußern sich dann ganz individuell über das Zusammenspiel von Mimik, Gestik, Körperhaltung, Sprache und dem Inhalt des Gesagten. Genau das ist es ja auch, was sich u. a. im sensiblen Miteinander im Arzt-Patienten-Gespräch abspielt und so wichtig für eine gute Adhärenz ist.

Sie glauben, das ist maschinell nicht möglich? Sie rechnen nicht damit, dass Kollege Robot bei Ihren Patienten an kommt? Zumindest Letzteres konnte schon widerlegt werden: Laut SZ weisen Studien darauf hin, dass Menschen auf Computer ähnlich reagieren wie auf andere Menschen, wenn diese „menschliche Reaktionen und Gefühle“ zeigen.

Und was die Forschung angeht, so ist es heute schon möglich, durch den Einsatz miniaturisierter Sensoren, Kameras und Mikrofone physiologische und emotionale Zustände zu erfassen. Ein Stimmenanalysator z. B. misst den Klang der Stimme, in Sitzmöbel integrierte Drucksensoren analysieren, ob eine Person eher entspannt oder gestresst ist, am Körper getragene Sensoren messen Hautleitwert, Temperatur und Pulsfrequenz und geben nicht nur Aufschluss über den Erregungszustand eines Menschen.

Ob diese technischen Entwicklungen aus Doktor Robot allerdings einen guten Doktor machen, ist zum Glück noch offen. Hoffen wir, dass dies noch eine ganze Weile so bleibt, das meint

Ihre

Dr. Monika von Berg, Chefredakteurin „Der Hausarzt"

Quelle: SZ Nr. 23, 29.01.2016

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