Leserbriefe

Kein Wunder, dass niemand Landarzt wird

Dr. med. Bernhard Fischer, FA f. Allgemeinmedizin, Vechta. Betreff: „Brandbrief“ an den Hausärzteverband

Lieber Hausärzteverband,

auf der einen Seite wollen Politiker und Krankenkassen mehr Landärzte, auf der anderen Seite kommen die Herrschaften jetzt auf die Idee, uns zur samstäglichen Zeit schuften zu lassen. Die schwachsinnige Telematikgeschichte muss ich wohl gar nicht erst erwähnen. Hier will man wohl die Berliner Flughafengeschichte um Längen toppen! Datenschutz? Ich halte mich jetzt besser zurück! Die Bürokratie wird immer schlimmer, denn weniger!

Zurzeit unterstütze ich noch meine Tochter in ihrer von mir übernommenen Landarztpraxis in Bakum, ich glaube, ich hätte ihr besser davon abgeraten. Wissen Sie eigentlich, wie viele Nächte und Wochenenden ich gearbeitet habe in den 30 Jahren? Wissen Sie, wie oft meine Kinder mit ihrer Mutter Heiligabend auf der Treppe gesessen haben und gehofft haben, dass Papa endlich nach Hause kommt. Heiligabend 11:45 Uhr in der Sprechstunde: „Ach, ich habe seit sechs Wochen Fußpilz“ und so weiter.

Eigentlich war ich gerne Landarzt, aber wenn ich sehe, dass sich nichts ändert (ja, ich weiß, weniger Bereitschaftsdienst und mehr Honorar), dann wundert es mich nicht, dass keiner mehr Haus- und Landarzt werden will, und die, die noch da sind, endgültig die Nase voll haben.

Ist unser Verband denn so hilflos und kann nichts machen? Dann frage ich mich wirklich langsam, wozu ich noch Beitrag zahle.

Wohltuende, klare Worte

Dr. Walter Helm, Arzt im Ruhestand, Ettenheim. Betreff: „Hausärztechef weist Kassen in die Schranken“, HA13, 15.8.18, S. 22

Es ist sehr wohltuend, endlich einmal klare Worte zu lesen in einer Situation, die beengter und Zwängen ausgesetzter nicht sein könnte. Fehlen noch die Adressaten KBV und Gesundheitsministerium! Wir sind das Volk…

Vitamin-D3-Mangel vorbeugen

Dr. med. B. Räpple, praktischer Arzt, Dachau. Betreff: „Patienteninfo: Hautkrebs“, HA 13, 15.8.18, S. 53

Die Info ist nützlich, lässt aber leider den Vitamin-D3-Mangel unberücksichtigt, der durch den konsequenten Sonnenschutz seit Jahren, wahrschein- lich Jahrzehnten, bei einem großen Teil der Erwachsenen und auch Kinder in der deutschen Bevölkerung ent-standen ist. Dadurch wurde die notwendige UV-B-Strahlung komplett abgeschirmt. Hier wäre wichtig zu erwähnen, dass man am besten Unterarme und Gesicht ab dem Frühling schon an die Sonne gewöhnt, damit man sie dann ab April ohne Sonnencreme täglich mindestens 30 Minuten in die Sonne hält. Dies empfehlen Experten, ebenso wie im Winter durchaus einmal die Woche ein Solarium zu besuchen.

Wieder zahlen Hausärzte die Zeche

Dr. med. Michael Kelpin, FA f. Allgemeinmedizin und Psychotherapeut, Berlin. Betreff: Ärztlicher Bereitschaftsdienst in Berlin

An den Vorstand des Hausärzteverbandes:

Die KV Berlin zeigt, wie man das Hausarzt-Dasein erschweren kann. In der neuen Bereitschaftsdienstordnung ist festgelegt: Wer seinen Dienst zurückgibt, zahlt 450 Euro. Und die Begründung ist einfach und scheinbar plausibel: kurzfristige Absagen belasten das Bereitschaftsdienstbüro bei der Suche eines Ersatzes. Klingt irgendwie logisch. Irgendwie?

Nach Auskunft der KV nehmen in Berlin circa 300 Kollegen regelmäßig am ÄBD teil. Wie zu erwarten: Die meisten davon sind Hausärzte.

Was heißt das also: Die Hausärzte sind unter der Woche nur Dödel – aus Sicht vieler Fachärzte: nachts und Freitag ab 13 Uhr sind sie für alles verantwortlich, was sich Notfall nennt. Oberfacharzt sozusagen.

Und eben jene Hausärzte sollen das Risiko tragen, denn auch Hausärzte werden mal krank, fallen mal aus, wollen mal freie Tage haben… Fachärzte sind (wie immer in Berlin, in Deutschland) fein raus: Arbeit, Freizeiteinschränkung und Risiko sind weg delegiert. (Politisch: Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert)

Wie wäre denn ein anderes Modell: Jede Praxis, auch Orthopäden, Laborärzte, MVZ etc. nehmen wenigstens einmal im Quartal am ÄBD oder einer Portalpraxis teil oder finanzieren ihre Freizeit mit (z. B.) ein Prozent des Quartalsumsatzes… (da gibt es wenigstens hohe Umsätze)

Welche Vorstellung: Fachärzte in der Portalpraxis… oder alternativ genug Geld, um Hausärzten den Abend, das Wochenende oder die Nacht zu versüßen… vielleicht für jeden „Diensthabenden“ noch einen Zuschlag von (z.B.) 100 Euro… es gibt ja auch mal unbeliebt laue Dienste (im Sommer: drei Hausbesuche in sechs Stunden, wirtschaftlich bitter)… oder mehr, wir alle wollen ja die Hausärzte fördern, den Beruf wieder interessant machen.

Aufwachen! Das war ein schöner Traum, aber wer will schon was für die Hausärzte tun, außer Reden natürlich. Weiter so KV Berlin! Weiter die Allgemeinmedizin unattraktiv machen!

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