Hausarzt MedizinReisemedizin: Gute Organisation ist gefragt

Reisemedizinische Beratungen einschließlich der Impfberatung gewinnen an Bedeutung. Sie bieten in zunehmendem Maße nicht nur ein interessantes Tätigkeitsfeld, sondern ermöglichen es, mehr und mehr private Zusatzleistungen in der Praxis zu etablieren.

Rucksack

Der internationale Reiseverkehr hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Über 4 Millionen Deutsche reisen jährlich in die Tropen oder Subtropen. Sie reisen nicht nur häufiger und zu allen Jahreszeiten, sie reisen auch zu ferner gelegenen Zielen. Damit fallen ganzjährig reisemedizinische Beratungen und Impfungen an.

Gesundheitliche Risiken bestehen vor allem bei Reisen in tropische und subtropische Länder. Die Hälfte aller in tropische und subtropische Länder Reisenden erkrankt während oder nach dem Urlaub; etwa 10 Prozent müssen wegen dieser gesundheitlichen Probleme einen Arzt aufsuchen; 8 Prozent erkranken so schwer, dass sie vorübergehend bettlägerig werden. Immerhin noch 3 Prozent dieser Reisenden sind auch nach der Rückkehr aus dem Urlaub noch arbeitsunfähig. Auch die zunehmenden Angebote kurzfristiger Intensivreisen (3 Tage auf den Kilimandscharo) können gesundheitliche Probleme mit sich bringen.

Beratung steht an erster Stelle

Basis für die Vermeidung von Reisekrankheiten ist die Information der Reisenden über die Gesundheitsrisiken in den entsprechenden Gastgeberländern. Neben Vorsorgemaßnamen wie Impfungen und das prophylaktische Einnehmen von Medikamenten (z. B. Chemoprophylaxe zum Schutz vor Malaria) kann auch das Einhalten von Verhaltensregeln Infektionen vermeiden. Zu dieser Expositionsprophylaxe gehören zum Beispiel der Schutz gegen Stiche krankheitsübertragender Insekten und Spinnentiere, die Befolgung grundlegender Hygieneregeln (Hepatitis A und B) oder die Verwendung von Sonnenschutzmitteln.

Stellen Sie sich organisatorisch gut auf!

Reisemedizinische Beratungen einschließlich Impfberatung sind ein wichtiger Bestandteil der präventiven Medizin. Dazu ist auch organisatorisches Denken gefragt, damit die Präventionsmaßnahmen (in diesem Falle Impfungen) auch von den Betroffenen wahrgenommen werden, denn nicht jeder Reisewillige sucht diesbezüglich die Praxis auf. Mehr als ein Drittel der Menschen reisen ohne Reiseberatung und ohne entsprechenden Impfschutz.

Organisatorisch sollte der Arzt auf die Reisemedizinische Beratung und die sich daraus ergebenden notwendigen Impfungen vorbereitet sein. An erster Stelle ist die Aufmerksamkeit der Patienten bezüglich Reiseberatung und Reiseimpfung durch Information in Form von Praxisauslagen, Praxiszeitung oder speziellen Merkblättern zu erreichen. Entsprechende Aushänge in den Praxisräumen mit Hinweisen auf die reisemedizinische Tätigkeit und Kompetenz des Praxisinhabers, auf gesundheitliche Gefahren und Infektionsmöglichkeiten bei Auslandsreisen und auf den notwendigen Impfschutz sowie die wegen unterschiedlichen Impfabständen notwendige rechtzeitige Vorstellung sollten nicht nur informativ gestaltet sein, sondern intensiv das Interesse an mehr Information wecken.

Auch das Praxispersonal sollte entsprechend geschult sein und ein offenes Ohr für Hinweise der Patienten auf bevorstehende Auslandsreisen haben. Das gezielte Nachfragen bei den Patienten nach eventuellen Urlaubsplänen ist ebenfalls sinnvoll. Die Befragung nach geplanten Auslandsreisen bietet sich z. B. bei der Durchführung der von der ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standardimpfungen an. Werden der Arzt oder die Mitarbeiter auf eine Auslandsreise angesprochen, sollte die Kompetenz der Praxis durch routiniertes Vorgehen herausgestellt werden.

Ist der Patient ausreichend informiert und damit sein Interesse geweckt, entsteht automatisch der Wunsch, auch im Urlaub (oder im Rahmen der beruflich notwendigen Auslandsreise) bezüglich der eigenen Gesundheit aufgeklärt (reisemedizinische Beratung) und geschützt (Reiseimpfung) zu sein. Diesem Wunsch kann der Arzt als kompetenter "Anwalt der Gesundheit" entsprechen.

Impfungen

Bei der Reiseimpfprophylaxe stehen neben der Beratung über die eventuell notwendigen Auslandsschutzimpfungen zuerst einmal die Überprüfung der Standardimpfungen gegen Tetanus, Polio, Pertussis und Diphtherie an vorderster Stelle. Der Impfstatus wird anhand des Impfausweises überprüft. Liegt ein solcher nicht vor und ist keine eindeutige Schutzimpfung zu erfragen, gilt der Patient als nicht geimpft. Anschließend wird der Impfplan entsprechend der Zeit und dem Ziel der Reise ausgefüllt und die Impfdaten festgelegt. Einen Impfplan sollte jede Praxis in der EDV vorbereitet haben.

Bei der ersten Impfung wird der Patient in das hoffentlich schon eingeführte Memory-System (Recall-System) aufgenommen und somit dafür gesorgt, dass er rechtzeitig an die notwendigen weiteren Impfungen bzw. an die Auffrischungsimpfung erinnert wird. Die Erinnerung des Patienten an die Folgeimpfung ist wie das Memory-System ein wichtiger Faktor in Sachen Patientenbindung und Kompetenz. Selbstverständlich ist es wichtig, den Patienten über dieses Memory-System zu informieren, ganz nach dem Motto: "Tue Gutes und sprich darüber!" Dieses Memory-System ist nicht nur bei Reiseimpfungen sinnvoll, sondern bei allen anderen sich wiederholenden Leistungen.

Reiseimpfungen: Organisatorische Hilfen

  • Informative Aushänge in den Praxisräumen

  • Informationsblätter

  • Gezielte Befragung der Patienten

  • Geschultes Personal

  • Vorgefertigte Impfpläne

  • Bevorratung mit Impfausweisen (am besten internationale Ausweise)

  • Memory-System

  • Zustand (Impfstatus)

  • Zeit (Reisezeit)

  • Ziel (Reiseziel)

Literatur beim Verfasser, Interessenkonflikte: keine

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