Corona-ImpfungIsrael: Viele Omikron-Ansteckungen trotz Vierfach-Impfung

Eine kleine Studie aus Israel mit medizinischem Fachpersonal zeigt: Der Zusatznutzen einer vierten Covid-Impfdosis ist wohl eher gering. Es profitieren vor allem Ältere und Gefährdete.

Vierte Covid-Impfung? Gerade bei Jüngeren macht das mit den aktuell verfügbaren Impfstoffen wohl nicht unbedingt Sinn.

Berlin. Daten aus Israel deuten auf einen eher geringen Zusatznutzen einer vierten Covid-Impfdosis beim Schutz vor Infektionen mit der Omikron-Variante hin.

Bei Personal im Gesundheitswesen konnten einer kleinen, noch nicht begutachteten Studie zufolge mit einer vierten Dosis eines mRNA-Impfstoffs die Antikörperspiegel zwar wieder auf eine Konzentration wie kurz nach der dritten Impfdosis gebracht werden. Allerdings waren Durchbruchinfektionen häufig.

Effektivität der vierten Dosis: 11 und 30 Prozent

In der Studie erhielten 154 Personen die mRNA-Vakzine von Biontech/Pfizer als vierte Impfung, 120 Personen den Impfstoff von Moderna. Verglichen wurden die Ergebnisse mit Kontrollpersonen, die jeweils dreifach geimpft waren. Der Abstand zwischen dritter und vierter Dosis betrug vier Monate.

Die Effektivität der vierten Dosis mit Blick auf Schutz vor eine Infektion mit der Omikron-Variante lag den Studienergebnissen zufolge bei 11 Prozent für den Moderna-Impfstoff und bei 30 Prozent für Biontech/Pfizer.

Hohe Viruslasten bei Menschen mit Durchbruchinfektion

Die Krankheitsverläufe waren zwar meist sehr mild, der Großteil der Infizierten wies jedoch relativ hohe Viruslasten auf und sei potenziell ansteckend gewesen, schreibt das Team. Die geringe Effektivität der vierten Dosis bei der Verhinderung mild oder asymptomatisch verlaufender Omikron-Infektionen sowie das Potenzial der Infizierten, weitere Personen anzustecken, erhöhten die Dringlichkeit der Entwicklung von Impfstoffen der nächsten Generation.

Insgesamt ließen die Daten vermuten, dass eine vierte Dosis die Immunität nicht zusätzlich steigere, sondern Antikörpertiter wie kurz nach der dritten Dosis wiederherstelle.

“Das spricht gegen 4. Impfung für alle!”

Am ehesten profitieren wohl ältere und gefährdete Gruppen von einer zweiten Booster-Impfung, so wie es ja auch die Ständige Impfkommission seit Kurzem empfiehlt (wir berichteten).

“Diese Daten aus Israel sprechen eher gegen 4. Impfung für alle”, kommentierte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf Twitter. Der Immunologe Professor Carsten Watzl, TU Dortmund, schrieb: “Wenig Nutzen zur aktuellen Zeit mit aktuellem Impfstoff!” Er ergänzte aber, dass die Ergebnisse nicht unbedingt auf Menschen über 70 Jahre übertragbar seien.

dpa/red

Quelle: DOI 10.1101/2022.02.15.22270948

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