Experten in SorgeNeue Corona-Variante noch nicht in Deutschland

Die neue südafrikanische Variante des Coronavirus bereitet Experten weltweit Sorgen. Laut Robert Koch-Institut wurde sie in Deutschland bisher nicht festgestellt. Reisende aus Südafrika sollen sich umgehend auf die Variante testen lassen.

Berlin/Genf/Johannesburg. Die in Südafrika festgestellte neue Corona-Variante B.1.1.529 ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher noch nicht in Deutschland entdeckt worden. “Bis halb 10 ist mir nicht bekannt, dass in Europa oder in Deutschland diese Variante bislang gefunden wurde”, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag (26.11.) in der Bundespressekonferenz in Berlin. Zugleich betonte er: “Wir sind tatsächlich in sehr großer Sorge.”

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte, Ziel müsse es sein, den Eintrag dieser Variante so weit wie möglich zu vermeiden. “Das ist das Letzte, was wir jetzt in unserer momentanen Lage noch brauchen können, dass in die Welle hinein noch eine zusätzliche Variante kommt.” Spahn rief alle Menschen, die in den vergangenen Tagen aus Südafrika nach Deutschland gekommen sind, dazu auf, sich mit einem PCR-Test auf das Virus testen zu lassen.

WHO prüft neue Variante

Die Weltgesundheitsorganisation WHO untersucht derzeit, ob die neue Corona-Variante B.1.1.529 als besorgniserregend eingestuft werden muss. Das sagte WHO-Expertin Maria van Kerkhove am Donnerstag (25.11.) in einem Briefing. Es werde dabei auch untersucht, inwieweit die Variante auch Folgen für die Diagnostik, Therapien und die Impfkampagnen habe.

“Es wird ein paar Wochen dauern, bis wir verstehen, welchen Einfluss diese Variante hat”, sagte Kerkhove. Die WHO hat für die unterschiedlichen Corona-Variante mehrere Kategorien. Eine davon ist die Kategorie “Variant of Concern”, auf deutsch “besorgniserregende Variante”. Eine der “Variants of Concern” ist etwa die derzeit in Deutschland vorherrschende Delta-Variante des Coronavirus.

Zu den Merkmalen einer solchen Variante kann etwa gehören, dass sie nachgewiesenermaßen die Übertragbarkeit des Coronavirus erhöht hat. Die Corona-Variante B.1.1.529 ist bisher im südlichen Afrika aufgetaucht. Experten befürchten, dass sie wegen ungewöhnlich vieler Mutationen hoch ansteckend sein könnte und womöglich auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte.

Mutationen an entscheidenden Stellen

Die Variante B.1.1.529 hat Mutationen an mehreren entscheidenden Stellen des Virus. “Das ist eine Variante, die sehr viele Mutationen trägt, insbesondere in diesem Spike-Protein”, sagte Wieler. Das Spike-Protein ist der Teil des Virus, mit dem es an menschliche Zellen bindet. Gegen das Spike-Protein sind auch viele Impfstoffe gerichtet. Laut Wieler gibt es einige Mutationen an Stellen, an die neutralisierende und therapeutische Antikörper binden.

Zudem habe B.1.1.529 Mutationen in der Nähe der sogenannte Furin Cleavage Site, die eine Rolle bei der Aufnahme des Virus in menschliche Zellen spielt. “Das spricht dafür, dass es eine erhöhte Transmission sein könnte.” Bei weiteren Mutationen sei noch nicht klar, was sie biologisch bedeuten. Spahn betonte, die Auswirkungen der Variante auf Krankheitsschwere, Infektiosität und Impfschutz seien noch nicht abschließend geklärt.

Laut Wieler muss noch untersucht werden, ob die steigenden Fallzahlen in Südafrika wirklich mit diesem Virustyp zusammenhängen. “Das kann man einfach natürlich so schnell noch nicht beantworten”, sagte er. Er hoffe sehr, dass die Ausbreitung der Variante stringent durch Reisebeschränkungen begrenzt werde.

In Südafrika erst 22 Fälle entdeckt

Das südafrikanische Institut für Ansteckende Krankheiten NICD teilte am Donnerstag mit, es seien in Südafrika erste 22 Fälle der neuen Variante B.1.1.529 nachgewiesen worden. Mit mehr Fällen sei im Zuge der laufenden Genomanalysen zu rechnen. “Obwohl die Datenlage noch beschränkt ist, machen unsere Experten mit allen Überwachungssystemen Überstunden, um die neue Variante und die damit möglicherweise verbundenen Implikationen zu verstehen.”

Quelle: dpa

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