Interview„Ein Bildschirm kann den Hausarzt nicht ersetzen“

Senioren machen nicht nur einen bedeutenden Teil der Patienten in der hausärztlichen Praxis aus, ihr Anteil wächst auch unter den Internetnutzern. Prof. Dr. Otto Wulff, Bundesvorsitzender der Senioren-Union der CDU Deutschland, spricht im Interview über Chancen der Telemedizin in der Versorgung älterer Patienten – und was das für die Arzt-Patienten-Beziehung bedeutet.

Senioren machen nicht nur einen bedeutenden Teil der Patienten in der hausärztlichen Praxis aus, ihr Anteil wächst auch unter den Internetnutzern. Prof. Dr. Otto Wulff, Bundesvorsitzender der Senioren-Union der CDU Deutschland, spricht im Interview über Chancen der Telemedizin in der Versorgung älterer Patienten – und was das für die Arzt-Patienten-Beziehung bedeutet.
Digitale Medizin im Alter: der Doktor auf dem PC, ein Foto der Haut dem Smartphone© mauritius images / BSIP SA / Alamy

Videosprechstunde, elektronische Patientenakte, Gesundheits-Apps: Die Digitalisierung im Gesundheitswesen nimmt Fahrt auf. Viele Senioren fühlen sich aber nicht ausreichend mitgenommen. Was würden Sie sich aus Patientensicht von Ihrem Hausarzt wünschen?

Zunächst einmal die Motivation, dem Patienten die Chancen der neuen Technologien zu vermitteln. Der erste Schritt im Umgang mit dem, was man nicht kennt, ist immer der gleiche: Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, Informieren, Lernen, Herausfinden, wie es funktioniert und was es einem bringt.

Das kann allerdings nur gemeinsam funktionieren und meistens auch nur durch die persönliche Ansprache. Da können gerade Hausärzte als Vertrauenspersonen viel bewirken.

Wie offen sind Senioren prinzipiell gegenüber technischen Neuerungen?

Der Anteil der älteren Generation, der sich im Umgang mit Smartphone, Tablet, Apps und Online-Services behaupten kann, wächst Tag für Tag. Doch kann ein tiefgreifender technischer Wandel, mit dem neue Verhaltensmuster einhergehen, Menschen verunsichern.

Daher ist es wichtig, dass Technologien erfahrbar gemacht werden und sich jeder selbst aktiv informiert. Das betrifft auch ein Weiterbildungsangebot, denn lebenslanges Lernen hilft, die Digitalisierung zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Gerade ältere Menschen sind oft auf ihren Hausarzt vor Ort angewiesen. Telemedizinische Angebote sollen helfen, drohende Versorgungsengpässe abzufedern. Sehen Sie das als Chance oder Risiko für die Arzt-Patienten-Beziehung?

In unzähligen Gesprächen höre ich von den Mitgliedern der Senioren-Union eines: Hausärzte sind die ersten Ansprechpartner und Vertrauenspersonen – und das oftmals über Jahrzehnte. Wir treten daher vehement dafür ein, die hausärztliche Versor- gung in Städten und insbesondere ländlichen Regionen bestmöglich auszugestalten und zu erhalten.

Die Telemedizin kann einen entscheidenden Beitrag bei der Koordinierung der medizinischen Versorgung leisten, etwa zwischen Hausarzt und Facharzt. Könnten telemedizinische Angebote in Zukunft aber auch einen Hausarzt ersetzen?

Beantworten Sie sich dazu die folgende Frage selbst: Möchten Sie von einem Bildschirm beraten werden? Sicher nicht! Aber der Bildschirm hat additive Vorteile, die der Patient annimmt, wenn der Hausarzt und Mensch sie ihm vermittelt.

Wo sehen Sie Grenzen der Digitalisierung im Gesundheitswesen?

Der Maßstab, wie wir die Möglichkeiten der Digitalisierung bewerten, sollte der Nutzen für den Einzelnen sein. Nur weil etwas technisch möglich wäre, heißt das nicht, dass es auch umgesetzt werden muss.

Gleichwohl bin ich der Meinung, dass wir – etwa mit Blick auf das Sammeln von Gesundheitsdaten über Apps oder Fitness-Tracker – erst am Anfang einer spannenden Entwicklung stehen, die bei Prävention und Behandlung völlig neue Möglichkeiten eröffnen und ein gesundes Älterwerden gewährleisten kann.

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