Folgen von Eingriffen erst erforschen Forscher fordern vorerst Verzicht auf Crispr

Nanotechnologische Eingriffe in das menschliche Erbgut sind technisch seit einigen Jahren möglich. Nach Ansicht von führenden Forscher fehlen aber wissenschaftliche Erkenntnisse zu ihrem sicheren Einsatz. Sie plädieren für ein Moratorium.

Nanotechnologische Eingriffe in das menschliche Erbgut sind technisch seit einigen Jahren möglich. Nach Ansicht von führenden Forscher fehlen aber wissenschaftliche Erkenntnisse zu ihrem sicheren Einsatz. Sie plädieren für ein Moratorium.
© Marcos Silva stock.adobe.com

London. Biowissenschaftler und Ethiker aus sieben Ländern fordern einen weltweiten befristeten Verzicht auf die Schaffung von Designer-Babys mit gentechnischen Methoden wie der Genschere Crispr/Cas9. Bevor die Sicherheit der Technik nicht erwiesen und damit zusammenhängende ethische und gesellschaftliche Fragen nicht geklärt seien, sollten alle Nationen von der klinischen Anwendung solcher Keimbahneingriffe absehen. Dazu solle es ein weltweites Moratorium geben, schlagen die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature“ vor.

Ausschlaggebend für ihren Aufruf sei unter anderem die Geburt zweier Babys im vergangenen Jahr gewesen, deren Genom der chinesische Wissenschaftler He Jiankui manipuliert haben will, erläutern die Forscher. Zu den Initiatoren des Moratoriums gehören Pioniere der Crispr-Forschung wie Emmanuelle Charpentier, die Direktorin des Berliner Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie, und Feng Zhang vom Broad Institute in Cambridge (USA).

Deutsche Experten begrüßen den Vorstoß grundsätzlich, sind aber vor allem hinsichtlich des konkreten Vorgehens auch skeptisch. „Der Vorstoß ist ehrenwert und es ist ihm Erfolg zu wünschen“, sagte etwa der Medizinrechtler Jochen Taupitz von den Universitäten Heidelberg und Mannheim. „Die politisch-praktische Umsetzung dürfte allerdings sehr schwierig sein.“

Quelle: dpa

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