Hausarzt MedizinBrustschmerz und Herzinfarkt

Angina pectoris ist das Leitsymptom einer koronaren Herzkrankheit. Doch die Zuordnung unspezifischer Thorakalsyndrome ist immer wieder mit Schwierigkeiten verbunden. Dr. Dr. Peter Schlüter erinnert daran, dass auch bei jungen Menschen, die wegen unspezifischer Thoraxschmerzen die Praxis aufsuchen, an ein akutes Koronarsyndrom zu denken ist.

Was ist ein akutes Koronarsyndrom?

Der Begriff „Akutes Koronarsyndrom“ dient als Sammelbegriff für unterschiedliche unmittelbar lebensbedrohende Stadien und Syndrome der koronaren Herzerkrankung. Im akuten Stadium lassen sich diese Syndrome nicht sicher differenzieren. Man könnte es auch eine Art Arbeitsdiagnose nennen. Zu den verschiedenen klinischen Formen werden die instabile Angina pectoris gezählt, der Nicht-ST-Hebungs-Infarkt (NSTEMI, der ST-Hebungs-Infarkt (STEMI) und der plötzliche Herztod.

Wie unterscheiden sich die klinischen Formen?

Die instabile Angina pectoris zeigt im Troponin-Test (Troponin T oder Troponin I) keinen Anstieg. Beim NSTEMI, dem nicht transmuralen Infarkt, zeigt sich ein deutlicher Troponin-T/I-Anstieg, jedoch keine ST-Strecken-Hebung. Im frischen Stadium des STEMI, dem transmuralen Infarkt, zeigen sich Anstiege von Troponin-T/I und der ST-Strecke. Die Erfahrungen der letzten Jahre führten zu einer weiteren Unterteilung des akuten Koronarsyndroms. In einer anderen Gruppe werden die leichteren Formen des akuten Koronarsyndroms, nämlich die instabile Angina pectoris und der NSTEMI als akuter Brustschmerz ohne persistierende ST-Strecken-Erhöhung (NSTE-ACS) zusammengefasst.

Wie wird ein akutes Koronarsyndrom diagnostiziert?

Das Leitsymptom des akuten Koronarsyndroms ist der akute thorakale Schmerz. Differenzialdiagnostisch ist hier das gesamte Spektrum von funktionellen Beschwerden bis zur akut lebensbedrohlichen Myokardischämie zu berücksichtigen. Zu letzteren gehören beispielsweise (tachykarde) Rhythmusstörungen, Perikarditis, Myokarditis, Aortendissektion. Bei den pulmonalen Erkrankungen sind Lungen­embolie, Pleuritis und Pneumothorax zu berück­sichtigen. Skeletterkran­kungen wie Rippenfrakturen, Prellungen, Erkrankungen der Brustwirbelsäule und das Tietze Syndrom können zu denselben Symptomen wie ein akutes Koronarsyndrom führen, ebenso wie gastrointestinale Erkrankungen (Ösophagitis, Ulkus, Perforation, akute Pankreatitis, Divertikulitis und Gallenkolik).

Was ist bei Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom zu tun?

Patienten mit Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom müssen überwacht und diagnostisch abgeklärt werden. EKG und Troponin Test müssen sofort erfolgen.

Welche Aussagekraft hat der Troponin-Wert?

Die Troponin Bestimmung hat bei der Sofortdiagnostik die höchste Aussagekraft. Er höhte Troponinwerte finden sich frühestens drei bis vier Stunden nach dem Ischämie­ereignis. Ein einzelner, negativer Messwert aus der Frühphase des ischämischen Geschehens kann deshalb zur Beurteilung ggf. nicht ausreichen. Bei entsprechender Symptomatik und negativem ersten Testergebnis muss deshalb eine zweite Messung erfolgen. Dennoch ist auf keinen Fall das Ergebnis der Troponin Bestimmung allein für die Diagnostik ausreichend. Das Laborergebnis einerseits und die klinischen Befunde und das EKG andererseits müssen zusammen in die dia­gnostische Bewertung einfließen.

Welche anderen Erkrankungen könnten mit einem Troponin-Anstieg einhergehen?

Differenzialdiagnostisch ist zu berücksichtigen, dass ein Anstieg des Troponins auch bei anderen Erkrankungen, die mit einer Myokardzellschädigung einhergehen, auftreten kann. Zu diesen Erkrankungen, die eine Erhöhung des Troponins bewirken können, gehören unter anderem Myokarditis, Lungenembolie, dekompensierte Herzinsuffizienz, hypertensive Krise, Contusio cordis und auch eine Transplantatabstoßung etc. Nach einem Infarkt können die Troponinwerte bis zu drei Wochen erhöht bleiben.

Akute Brustschmerzen

Mögliche Ursachen:

  • Akutes Koronarsyndrom, Rhythmusstörungen, Myokarditis, Aortendissektion

  • Pulmonale Erkrankungen, z. B. Lungenembolie

  • Skeletterkrankungen, z. B. Rippenfrakturen, Prellungen

  • Gastrointestinale Erkrankungen, z. B. Ösophagitis, Pankreatitis, Gallenkolik

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