LeserbriefeTurnübung mit Nasenspray und Landarztwahnsinn

Tipps zur Therapie einer Bronchitis, Ruhestand und Regressforderungen, Wegweiser durch die Allgemeinmedizin - das bewegt unsere Leser.

Turnübung mit Nasenspray

Betreff: “Bronchitis: Wie lange darf ein “normaler” Husten dauern?”, HA2/20, S. 36

Weil aller guten Dinge drei sind, drei Anmerkungen kurz und bündig:

1. Den Menschen, der sich Ihnen als ärztliche Person nähert, anschauen: Wie tritt er Ihnen entgegen? Wie setzt er sich? Wie redet er? Hat er – von Ihnen aufmerksam bemerkt – eben noch (im Wartezimmer z.B.) ein ganz anderes Bild abgegeben; oder Sie haben ihn bereits bei anderer heutiger Kontaktgelegenheit jetzt im Sprechzimmer wahrgenommen? Passt Ihr Eindruck zu den geschilderten Symptomen? (Somatisierung; AU-Begehren; Aggravation)

2. Bei länger dauerndem Husten: Ein jahrelang verträglicher ACE-Hemmer kann “plötzlich” zum “Dauer-Husten-Anreger” werden.

3. Die Anwendung von Nasentropfen mit Alpha-Mimetika “eigenkörperlich” demonstrieren und begründen! Wie das geht?

  • Sprühen,
  • sofort Haare nach unten, Nase zwischen den Beinen hindurch im rechten Winkel zur Wand
  • Nase hochziehen,
  • in dieser Haltung, nochmal Druckausgleichmanöver durchführen!

Warum? Beim Einsprühen der “Nasentropfen” gelangt das Gesprühte nur in den unteren Nasengang, deren gibt es aber mehrere und über diese mehrere gelangt das Mimetikum aus physikalischen Gründen der Erdanziehung nur mittels des “Haare-nach-unten-Manövers” dorthin, wo es hin soll: in alle Nebenhöhlen, auch die frontalen und die ethmoidalen und auch sicher in die maxillaren.

Seit Jahren spare ich Arbeitsunfähigkeitszeiten, Antibiotika, Ärger über Krankheitsdauer und Nonsens-Gespräche über Immun- und Vitamin-Defizite und erlebe Respekt über meine engagierte “Turnübungen” zur Anwendung von Nasenspray. Sehr empfehlenswert!

Dr. Richard Barabasch, Facharzt f. Allgemeinmedizin, Pommersfelden


Bürokratiewahnsinn auch im Ruhestand

Betreff: “Anti-Werbung für werdende Landärzte”, HA2/20, S. 12

Der Leserbrief hat mir aus der Seele gesprochen. Insbesondere der Hinweis auf die oft lange zurückliegenden Auslöser möglicher Regressforderungen. In dieser Hinsicht kann ich leider den Hausärzteverband auch nicht lobend herausstellen. Ich bin, nach fast 30 Jahren Landarzttätigkeit, Mitte 2015 in den Ruhestand gegangen und habe 2016/2017 und 2018 noch Abrechnungskorrekturen von Hausarztverträgen erleben müssen.

Den Vogel abgeschossen hat jetzt ein Schreiben Anfang 2020, in dem mir weitere drohende Rückforderungen für Akupunkturleistungen die ich 2007, also vor 13 Jahren, erbracht hatte, in Aussicht gestellt wurden. Ich wurde um ausführliche Begründung meines damaligen ärztlichen Tuns gebeten, ohne dass mir dadurch garantiert werden konnte, nicht doch Geld zurückzahlen zu müssen. Ich habe zähneknirschend eine ausführliche Begründung anhand meiner alten Unterlagen erstellt.

Fazit: Wer glaubt, er werde im Ruhestand schnell vom Bürokratiewahnsinn seines Kassenarztdaseins erlöst, sollte sich klar sein, dass ihn die Bedrohungen der immer unübersichtlicher werdenden verschiedenen Abrechnungssysteme noch lange nach seinem Ausscheiden aus dem Hamsterrad Kassenarzt begleiten werden.

Ich selbst lese (…) mit Erleichterung aber auch mit Bedauern gegenüber den aktiven Kollegen, was diesen Quartal für Quartal an neuen “tollen Errungenschaften” zugemutet wird.

Dr. Thomas Altrock, Facharzt f. Allgemeinmedizin, Lichtenau


Für ein kostenloses Handbuch

FreeBooks4Doctors listet 372 Bücher, welche Ärzte kostenlos lesen können. Was fehlt? Ein grundsätzliches Bedürfnis ist die Information über die allgemeinärztliche Behandlung.

Artikel aus Fachzeitschriften kosten – je nach Nationalität des Lesers – zwischen 40 und 90 Euro pro Artikel. Wissensdatenbanken wie doccheck.com bieten in lexikalischer Aufbereitung Überblick zu Krankheitsbildern und Fachbegriffen. Ein kostenloses Handbuch der Allgemeinmedizin mit mehrsprachiger Übersetzung könnte Standards der Versorgung besser fördern, als kostenträchtige IT-Anbindungen.

Politische Instanzen denken über neue Einnahmequellen nach, indem die Leitbranchen Automobilindustrie und Chemie weniger zum Steueraufkommen beitragen und Einnahmen aus der Autobahnmaut ausfallen. Mein Weihnachtswunsch ist daher die Förderung der Behandlung von Kranken durch die Bereitstellung eines kostenlosen Wegweisers durch die Allgemeinmedizin. Auch dies wäre ein Beitrag zur Ökologie und Ökonomie.

Dr. Martin P. Wedig


Homogenität von Leitlinien

Betreff: “Neue Therapieempfehlungen bei Gicht”, HA 19/19, S. 58

Die Homogenität der Empfehlungen von Leitlinien erfährt durch die DEGAM-Leitlinie zur Behandlung von Gicht schon einen Einbruch: “recommendations were concordant on the target serum uric acid level for long-term control, on some indications for urate-lowering therapy (ULT), …” (bmjopen. bmj.com/content/9/8/e026677). Der in Massings Postille veröffentliche Doctor‘s rap wurde in China schon als Weckruf verstanden: www.researchgate.net/publication/327510510_Shout-out_Gout

Dr. Martin P. Wedig  Facharzt f. Allgemeinmedizin, Herne


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