Juli 2019Leserbriefe

Diese Themen haben Hausärzte im Juli bewegt.

Diese Themen haben Hausärzte im Juli bewegt.
Landarzt Michael Beringhoff beim Hausbesuch.© picture alliance/dpa

Hommage an einen alten Hausarzt

Barbara Kando, Schwelm

„Weiße Haare, freundliche Augen,

welche mich jedes Mal prüfend anschauten, das Stethoskop stets griffbereit –

so sah ich meinen Hausarzt über sehr lange Zeit.

Er kannte meine Eltern, die Großmama,

sah mich heranwachsen, lachte mit meinen Kindern gar.

Er wusste, wenn mich etwas quälte, konnte oft helfen, war immer zur Stelle.

Impfen, spritzen, Blut abnehmen,

trösten, beruhigen, Verbände anlegen,

erklären, was unklar, bedrohlich fremd –

niemals hektisch oder laut man unseren Hausarzt kennt.

Und wenn die Not es erforderte, mein Doktor gab weiter an den Facharzt, das Krankenhaus, den Rettungssanitäter.

Für alte Menschen hatte er ein besonderes Herz,

gab Hilfe, schenkte ein Lächeln, machte einen Scherz,

besuchte sie regelmäßig, zollte dem Alter Respekt,

war nicht wegzudenken im ganzen Ort.

Und sollte es einmal notwendig sein,

so lud er den Pastor zum Hausbesuch ein.

Denn auch mein Hausarzt kannte seine Grenzen – man durfte ihm bis zuletzt Vertrauen schenken!

Vertrauen – ein Wort, das gehört hier hin,

denn mit so viel Vertrauen ein Jedermann ging

zu diesem alten Arzt, der alle kannte und nie dieses geschenkte Vertrauen missbrauchte!

Und die Kinder, selbst die ganz kleinen,

hörten bei „ihrem Onkel Doktor“ gleich auf zu weinen.

Sanft, vorsichtig und behutsam sie ihn kannten,

danach durften sie Süßes aus dem Schatzkästlein kramen.

Nach Jahrzehnte langer Arbeit voller Fleiß

ist der Ruhestand auch für den Hausarzt der Preis.

Die Patienten, ein ganzes Dorf trauert, ihr Hausarzt war ein Geschenk –

nicht selbstverständlich in unserer hektischen Welt!“


„Klinische Bedeutung ist fragwürdig“

Betreff: „ARNI bei akuter Dekompensation frühzeitig einsetzen“, HA 11/19, S. 68

Dr. med. Ilja Karl,  FA f. Allgemeinmedizin, Kalbe

„Den (…) Aussagen ist zu widersprechen. Dort heißt es: „…zeigte sich nach 8 Wochen unter dem ARNI bei vergleichbarem Sicherheitsprofil eine signifikant stärkere Abnahme des NT-proBNP, was auch mit einer 46%igen Senkung des Risikos für schwere klinische Ereignisse einherging.“ Hierzu ist festzustellen, dass die genannte PIONEER-HF Studie als primären Endpunkt die Senkung des NT-proBNP nach 8 Wochen zum Gegenstand hatte und für „schwere klinische Ereignisse“ nicht gepowert war. Im Median wurde bei ARNI-Behandelten nach 8 Wochen ein NT-proBNP von 1.232 pg/ml (1.076-1.411) gemessen, bei mit Enalapril Behandelten 1.595 pg/ml (1.406-1.810). Der Unterschied ist zwar statistisch signifikant, in seiner klinischen Bedeutung jedoch fragwürdig. Darüber hinaus erscheinen die Konfidenzintervalle bei den sekundären Sicherheitsendpunkten beeindruckend weit [1].

Die verfügbare Evidenz aus PARADIGM-HF und PIONEER-HF begründet den im Bericht propagierten „frühen Einsatz“ bei akuter Dekompensation nicht. Die (noch) in Leitlinien aufgeführte Vorgehensweise mit initialer Therapie mit ACE-Hemmer, Betablocker und später Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonist und dann erst bei fortbestehender Klinik mit Sacubitril/Valsartan bleibt mit Blick auf vorhandene Daten der aktuell beste evidenzbasierte Weg.

Im Editorial zur Studienveröffentlichung [2] weist Autor John Jarcho darauf hin, dass der Absatz von Sacubitril/Valsartan nach der PARADIGM-HF-Studie sich nicht wie erwartet entwickelte. Es ist zu befürchten, dass die vom pharmazeutischen Unternehmer finanzierte PIONEER-HF-Studie im Wege einer Indikationsausweitung primär weniger dem medizinischen Erkenntnisgewinn als vielmehr einer Weiterentwicklung des Umsatzes diente.“

Quelle:

1. N Engl J Med 2019; 380:539-548. DOI: 10.1056/NEJMoa1812851

2. N Engl J Med 2019; 380:590-591. DOI: 10.1056/NEJMe1900139

 

Hinweis der Redaktion: Bei der Meldung handelt es sich um einen Bericht von einer Veranstaltung des Herstellers Novartis, der in der Rubrik „Industrie + Forschung“ veröffentlicht wurde.

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