S3-Leitlinie aktualisiertNeue Empfehlungen zur Therapie bei Covid-19

Die medikamentöse Therapie von Menschen mit Covid-19 nimmt in der neuen S3-Leitlinie zur Behandlung von Menschen mit Covid-19 einen besonderen Stellenwert ein. Konkrete Empfehlungen gibt es auch für die ambulante Therapie.

Patienten mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf eine medikamentöse Frühtherapie empfohlen.

Berlin. Nach wie vor erkranken in Deutschland viele Menschen an Covid-19, auch wenn das Risiko eines schweren Verlaufs deutlich abgenommen hat. Daher haben 17 Fachgesellschaften die S3-Leitlinie “Empfehlungen zur Therapie von Patienten mit Covid-19” aktualisiert und geben konkrete Empfehlungen zur ambulanten und stationären Therapie.

Die medikamentöse Therapie von Menschen mit Covid-19 nimmt in der neuen Leitlinie einen besonderen Stellenwert ein: So wird etwa bei Patientinnen und Patienten mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf eine medikamentöse Frühtherapie empfohlen.

Therapieoptionen für Früh- und Spätphase

Das Risiko für einen schweren Verlauf wird dabei je nach Patientengruppe folgendermaßen eingeschätzt:

  • Patienten mit einem hohen Risiko (Risiko etwa 6 Prozent) für eine Hospitalisierung: Patienten nach Transplantation eines soliden Organs, nach Therapie mit Anti-B-Zell-Antikörpern (insbesondere sofern keine Rekonstitution der B-Zell-Kapazitäten erfolgt ist), unter CAR-T-Zell-Therapie, unter starker Immunsuppression (z. B. unter laufender Chemotherapie, mit schweren Immundefekten, nach autologer oder allogener Stammzelltransplantation vor immunologischer Rekonstitution).
  • Patienten mit einem moderaten Risiko (etwa 3 Prozent) für eine Hospitalisierung: Patienten > 65 Jahren und/oder folgenden Komorbiditäten: Adipositas, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, chronische Leber- und Nierenerkrankungen, aktiven Krebserkrankungen, Trisomie 21 und Patienten mit Komorbiditäten durch (andere) chronische Erkrankungen.
  • Patienten mit einem geringen Risiko (ca. 0,5 Prozent) für eine Hospitalisierung: Hierzu gehören diejenigen, die weder ein moderates noch ein hohes Risiko haben. Die meisten Patienten weisen ein geringes Risiko auf.

In der Spätphase einer schweren Erkrankung stehe pathophysiologisch eine überschießende Immunreaktion im Vordergrund, weshalb hier immunmodulatorische Substanzen Anwendung finden.

Für Früh- und Spätphase gibt die Leitlinie folgende Therapieoptionen an:

Antikoagulation in prä- und poststationärer ambulanter Phase

Eine begleitende Antikoagulationstherapie erfolgt den Empfehlungen zufolge abhängig vom Krankheitsstadium. Unterschieden wird dabei zwischen ambulanter prästationärer, stationärer und ambulanter poststationärer Phase.

Die Empfehlungen beziehen sich auf Patienten, bei denen keine sonstige Indikation zur Antikoagulation wie z.B. Vorhofflimmern, venöse Thromboembolie (VTE) oder mechanischer Herzklappenersatz besteht.

Ambulante prästationäre Phase: Bei alten und/oder vorerkrankten Patienten mit Covid-19 und einem hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, die mindestens teilweise immobil sind, kann eine ambulante medikamentöse Thromboembolieprophylaxe mit niedermolekularem Heparin erfolgen.

Ambulante poststationäre Phase: Bei ausgewählten Covid-19-Patienten mit hohem Thromboembolierisiko kann nach der Krankenhausentlassung eine prolongierte Antikoagulation mit einem prophylaktisch dosierten direkten oralen Antikoagulanz (mehr zu Dosierungen finden Sie in der Leitlinie auf Seite 24) über 4–5 Wochen erwogen werden.

Hauptziel der supportiven Therapie: Ausreichendende Oxygenierung

Das Hauptziel der supportiven Therapie bestehe in der Sicherstellung einer ausreichenden Oxygenierung.

Im einzelnen heißt es dazu: “Alle Patienten mit mindestens Low-Flow-Sauerstoff-Bedarf durch eine Covid-19-Pneumonie oder schwererem Erkrankungsverlauf sollen Dexamethason erhalten. Bei Covid-19-Pneumonie und Low-Flow-Sauerstoff-Therapie kann zusätzlich eine antivirale Therapie mit Remdesivir für 5-10 Tage erwogen werden. Ein klinischer Nutzen einer Therapie mit dem IL-6-Antagonisten Tocilizumab ist nur  bei Patienten mit Covid-19-bedingtem Sauerstoffbedarf und rasch progredientem Krankheitsverlauf hin zum respiratorischen Versagen zu erwarten.”

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