Hausarzt MedizinDer Bauch als „Spiegel der Seele“

Magenschmerzen, Blähungen, Druck- und Völlegefühl – unter diesen Symptomen leiden viele Erwachsene. Was bei Patienten mit Reizmagen zu tun ist, erklärt Dr. Dr. med. Peter Schlüter.

Was ist eigentlich ein Reizmagen?

Das menschliche Verdau ungssystem ist ähnlich wie ein zweites Gehirn: Es rea­giert auf Stress, psychische Belastungssituationen und Trauer auf eigene Art. Weltweit haben etwa sechs bis 25 Prozent der Menschen immer wieder Probleme mit dem Magen und der Verdauung. Dabei sind Frauen etwas häufiger betroffen als Männer. Die genaue Ursache ist bisher noch nicht geklärt, je doch bieten moderne dia­gnostische Verfahren immer häufiger die Möglichkeit, die Ursache des Reizmagens ge nau zu erkunden. So finden sich im Bereich von Magen und Darm die zweitgrößte Nervenansammlung des vegetativen Nervensystems und auch die größte Anzahl von Abwehrzellen des Körpers. Psychosozialer Stress und emotionale Belastungen führen hier zu Fehlregulationen des Immunsystems, die bei entsprechender Veranlagung zu einem Reizmagen führen können. Da es sich um Teile des vegetativen Nervensystems handelt, lässt sich ein Reizmagen nur sehr schwer beeinflussen.

Wie wird der Reizmagen diagnostiziert?

Die Diagnose Reizmagen stützt sich in erster Linie auf die Symptomatik und ist im Grunde eine Ausschlussdia­gnostik. Die Symptomatik des Reizmagens ist individuell sehr unterschiedlich. Es sind u.a. Symptome wie Magenbeschwerden, Blähungen, Druck und Völlegefühl, und/oder Sodbrennen in un terschiedlicher Ausprägung vorhanden. Wichtig ist, Gastritis, Reflux in den Ösophagus (z. B. Hia­tusinsuffizienz), Nahrungsmittelallergie, Laktose­intoleranz und Zöliakie sowie eine bakterielle Ursache der Beschwerden auszuschließen. Erst dann ist sichergestellt, dass keine organische Ursache für die Symptomatik des Reizmagens verantwortlich ist.

Wie sieht die Therapie des Reizmagens aus?

Nach der Diagnosesicherung ist es für den Patienten wie auch für den betreuen den Arzt wichtig, sich offen mit den im Einzelfall möglichen symptomauslösenden psychischen und psychosozialen Stressfaktoren auseinanderzusetzen. Dies kann mithilfe einer psychosomatischen Exploration und Gesprächstherapie erfolgen. Hilfreich sind in diesem Zusammenhang auch Entspannungstechniken und regelmäßiger Sport. Weiterhin steht die Symptomlinderung im Vordergrund. Hier können Kräutertees beispielsweise mit Pfefferminze, Artischocke, Kümmel oder Anis helfen. Bei Blähungen können rezeptfreie synthetische Stoffe wie z. B. Dimeticon, die den Darm entlüften, sinnvoll sein.

Kann ein Reizmagen durch Ernährungsumstellung beeinflusst werden?

Oft vertragen Patienten mit Reizmagen keine fettreichen, süßen oder stark blähenden Speisen. Einige Patienten reagieren auch empfindlich auf Vollkorn. Individuell unverträgliche bzw. schlecht verträgliche Nahrungsmittel sollten gemieden werden. Auch eine Umstellung von drei üppigen Mahlzeiten auf fünf kleinere Mahlzeiten kann hilfreich sein. Das Abendessen sollte nicht zu spät eingenommen werden. Bei den Getränken sollte vor allem der Genuss von Alkohol, Kaffee und schwarzem Tee eingeschränkt werden.

Welche weiteren Maßnahmen kommen infrage?

Wichtig für Magen und Darm ist regelmäßige Bewegung, auch Yoga kann helfen. Eine Reduktion des Nikotinkonsums kann ebenso die Symptome lindern wie eine Gewichtsreduktion bei Adipositas. Gehört Sodbrennen zur Symptomatik, dann ist das Kopfende des Bettes hochzustellen.

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