ReiseberichtGeheimtipp Caprivi – Vom Okanvango zu den Victoria-Fällen

Millionen Menschen möchten nach einem Abflauen der Corona-Krise wieder ferne Länder erkunden. Namibia steht auf der Wunschliste deutscher Urlauber weit oben. Der reizvolle Caprivi-Streifen im Nordosten des Landes bleibt dabei meist außen vor, obwohl das Feucht- und Sumpfgebiet mit seinen zahlreichen Wildreservaten selbst für Afrika-Kenner viel zu bieten hat.

Faszinierende Wüstenwelt der Namib.

Als am 1. Juli 1890 der ehemalige deutsche Reichskanzler Georg Leo Graf von Caprivi mit Großbritannien den Helgoland-Sansibar-Vertrag unterzeichnete, ahnte er sicher nicht, dass sich der später nach ihm benannte Landzipfel im Nordosten Namibias heute zu einem Geheimtipp für Afrika-Reisende entwickelt hat.

In dem noch zu Kolonialzeiten geschlossenen Abkommen war festgelegt worden, dass das Deutsche Reich auf Gebietsansprüche an Sansibar verzichtete und die Insel den Briten überließ. Dafür gab es im Tausch die damals englische Insel Helgoland sowie den 460 km langen und zwischen 32 und 90 km breiten Caprivi-Streifen, der der Kolonie Deutsch-Südwestafrika den Zugang zum Fluss Sambesi und den Victoria-Fällen eröffnen sollte.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 endete die deutsche Kolonialherrschaft und das Gebiet ging dann schließlich 1990 mit der Unabhängigkeit Südwestafrikas an Namibia.

Lohnender Zwischenstopp in Tsumeb

Das Land, das vor allem wegen seiner faszinierenden Wüstenlandschaften bevölkert wurde, hat mit dem Caprivi-Streifen auch ein Feucht- und Sumpfgebiet zu bieten, das es durchaus mit dem bei Afrika-Kennern hochgeschätzten, aber auch sündhaft teuren Okanvango-Delta im angrenzenden Botswana aufnehmen kann.

Dank hoher Niederschläge und der ganzjährig wasserführenden Flüsse Kwando, Okavango, Sambesi, Linyanti und Chobe sind auf dem kleinen Stück Land zahlreiche Wildreservate anzutreffen. Und da es zum benachbarten Angola, Sambia und Botswana keine Grenzzäune gibt, können die Tiere zwischen den Ländern ungehindert wandern.

Der Weg durch den Caprivi-Streifen bis zu den Victoria-Fällen wird zu einem unvergesslichen Erlebnis. Bevor wir jedoch den Okavango erreichen, machen wir einen Stopp in der ehemaligen Minenstadt Tsumeb, wo uns ein außergewöhnliches Museum erwartet: die Farmersfrau Ilse Schatz sammelte nicht nur Artefakte der auf ihrer Farm arbeitenden Haikom-San (Buschleute), sondern stellte in ihrem 1975 gegründeten Museum Mineralien und Kristalle aus.

Auch Karnevalsorden sind zu sehen

Zudem gewinnt man einen Einblick in die nicht immer rühmliche deutsche Kolonialgeschichte, denn nicht nur Waffen der Schutztruppen sind zu sehen, sondern auch – und da geht jedem Rheinländer das Herz auf – Karnevalsorden, denn auch in Deutsch-Südwest wusste man zu feiern!

“Die Nkasa Lupala Lodge wird Euch gefallen”, prophezeit unser Guide Hini. “Zwar werdet Ihr bis dahin auf den holprigen Pisten kräftig durchgeschaukelt und zieht Euch bitte warm an, denn in den Zelten wird es nachts recht kühl.” Bei der Ankunft begrüßt uns gleich eine Herde Warzenschweine, die zwischen den Zelten grasen und vor der Terrasse der Lodge hat sich ein Schreiseeadler niedergelassen und wartet vor unseren Augen auf Beute.

Auf Entdeckungstour mit dem Einbaum

Am späten Nachmittag sitzen wir dann in einem wackligen “Mokoro”, einem Einbaum, und hoffen, dass unser Steuermann sein Metier – das Staken mit einer langen Holzstange – beherrscht und wir nicht mit Hippos oder Krokodilen Bekanntschaft machen müssen. Aber alles geht gut, und wir können beim Sonnenuntergang die vielfältige Vogelwelt bewundern.

Mit einem kleinen Motorboot gleiten wir dann am nächsten Tag durch die zahlreichen Seitenarme des Kwando-Linyanti-Flusses, der in den Chobe und dann den Sambesi mündet, bewundern anfangs Heerscharen von Schlangenhalsvögeln, die mit ihren Jungen ganze Baumgruppen füllen, große Kolonien der farbenprächtigen Weißstirnbienenfresser, die in den Steilhängen des Flusssystems ihre Bruthöhlen bauen, Fischadler, Graufischer, Ibisse und Kiebitze – und all das unter ständiger Beobachtung allgegenwärtiger Flusspferde.

Dann bemerken wir am gegenüberliegenden Flussufer eine stattliche Elefantenherde, die sich anschickt, den Linyanti zu durchqueren und genau auf unser Boot zusteuert. “Ihr seid wirkliche Glückspilze”, sagt unser Führer Hini, “so ein Schauspiel erlebt man wirklich nur ganz selten.” Dann geht es zurück in die Öko-Lodge, wo uns wieder die Warzenschweine erwarten.

Und selbst im Chobe-Nationalpark im angrenzenden Botswana, wo es Unmengen Elefanten aber auch viel mehr Touristen gibt, im Angesicht des “Rauchs der donnert” – wie Einheimische liebevoll ihre Victoria-Fälle nennen – oder bei der Dinner-Cruise auf dem Sambesi, wo Hippos den Sundowner versüßen, denken wir gerne an die Stille des Caprivi zurück.

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