G-BAVideo-AU jetzt auch für „Unbekannte“

Für Ärztinnen und Ärzte werden die Möglichkeiten der Krankschreibung per Video erweitert. Ob Patienten der Praxis bekannt sind oder nicht, wirkt sich aber auf die Dauer der AU aus.

Auch bislang unbekannten Patienten dürfen Ärzte bald per Video eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen.

Berlin. Bald dürfen Ärztinnen und Ärzte auch Patienten per Video eine Arbeitsunfähigkeit (AU) bescheinigen, wenn diese der Praxis vorher noch nicht bekannt waren. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am Freitag (19.11.) bekannt gegeben. Er passt dazu die AU-Richtlinie entsprechend an.

Arzt-Patienten-Kontakt bleibt Goldstandard

Während für bekannte Patienten bei der erstmaligen Krankschreibung eine AU-Dauer von sieben Tagen erlaubt ist, können unbekannte Patienten nur eine AU über drei Tage erhalten. Eine Video-AU setzt zudem voraus, dass die Beschwerden ausschließlich per Video abgeklärt werden können. Der Goldstandard bleibt der direkte Arzt-Patienten-Kontakt.

Zudem ist eine Folgekrankschreibung über Videosprechstunde weiterhin nur dann zulässig, wenn die vorherige Krankschreibung auf Grundlage einer unmittelbaren persönlichen Untersuchung ausgestellt wurde.

Der G-BA-Beschluss tritt in Kraft, sofern ihn das Bundesgesundheitsministerium nicht beanstandet. red

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