EBM-ReformWill die KBV die “sprechende Medizin” abwürgen?

Die nächste Überarbeitung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes steht an. Trotz vielfacher Lippenbekenntnisse scheint auch diesmal eine angemessene Vergütung zuwendungsintensiver Medizin weiter außen vor zu bleiben,

Die nächste Überarbeitung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes steht an. Trotz vielfacher Lippenbekenntnisse scheint auch diesmal eine angemessene Vergütung zuwendungsintensiver Medizin weiter außen vor zu bleiben,
Gespräche sind wichtig.© eggeeggjiew stock.adobe.com

Bereits im September 2018 haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband vor dem Hintergrund des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) zunächst darauf verständigt, die EBM-Reform zu verschieben. In den Medien wird oft von einer Reform des Facharzt-EBM gesprochen, das täuscht aber darüber hinweg, dass auch im Hausarzt-Kapitel dringend Änderungen nötig sind. Bei den Honorarverhandlungen fiel die Anhebung des Hausbesuchshonorars jüngst erneut unter den Tisch mit der Bekundung, dass die KBV sich dafür bei der EBM-Reform weiter einsetzen wolle (“Der Hausarzt” 15/19). Allein es fehlt einem nach den wiederholten Enttäuschungen der Glaube daran.

Die KBV hat es sich nämlich zum Ziel gesetzt, dass es zu keiner Honorarverschiebung zwischen den Arztgruppen kommen soll. Das widerspricht aber dem Auftrag des Gesetzgebers (“Der Hausarzt” 13/19): Paragraf 87 Absatz 2 Satz 3 SGB V fordert die KBV auf, im EBM die Bewertung bestimmter Leistungen und die Überprüfung der wirtschaftlichen Aspekte, insbesondere bei medizinisch-technischen Geräten, auf in bestimmten Zeitabständen zu aktualisierender betriebswirtschaftlicher Basis anzupassen. Kurzum: Leistungen mit hohem Technikanteil sollen gesenkt werden und dabei freiwerdende Honorarvolumina sollen der sprechenden Medizin zugutekommen.

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