Jeder Fehler zähltWas haben Geldsorgen mit Patientensicherheit zu tun?

Finanzielle Sorgen wirken sich oft negativ auf die Arbeitsleistung aus. Als Arbeitgeber können Sie Ihr Team auf mehreren Wegen unterstützen.

In den Berichten auf www.jeder-fehler-zaehlt.de wird als Ursache für ein Ereignis immer wieder angegeben, dass eine Person etwas “nicht beachtet” hat, “abgelenkt” oder “unkonzentriert” war (s. Fall 943). Dies betrifft sowohl “Unachtsamkeiten” von MFA als auch Fehler von Ärzten.

Äußere und innere Gründe für Ablenkung

Aus welchen Gründen sind Menschen am Arbeitsplatz abgelenkt? Wie die Praxis in Bericht 943  anführt, ist es schwierig, konzentriert zu bleiben, wenn viele Eindrücke gleichzeitig von außen kommen: Patienten, Telefon und dann auch noch der Chef. Was ist aber mit den Eindrücken und Gedanken von innen? Hier hat sich gezeigt, dass neben der Sorge um Angehörige (etwa bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit) die private finanzielle Situation zu den häufigsten Stressfaktoren zählt. Private Finanzsorgen können dazu führen, dass Menschen bei der Arbeit abgelenkt sind, Arbeitsaufträge unzureichend erfüllen und sich häufiger krankmelden.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) schreibt in seiner Studie “Mitten im Leben” zum Thema Alterssicherung: “Mehr als die Hälfte der Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren gehen davon aus, dass sie trotz ihrer beruflichen Qualifikation und trotz ihrer Erwerbstätigkeit im Alter nicht von ihrer eigenen Rente werden leben können, sondern von der Rente ihres Partners existenziell abhängig sein werden – oder im Fall von Scheidung oder frühem Tod ihres Partners relativ arm. Das gilt vor allem für geschiedene Frauen, von denen 74 Prozent keine substanzielle eigene Rente erwarten. Auch 68 Prozent der alleinerziehenden Frauen gehen davon aus, dass ihre spätere Rente nicht ausreicht für ihr Leben im Alter und sie abhängig sein werden von staatlichen Transferleistungen.”

Insbesondere Frauen, die mehrere Jahre in Teilzeit erwerbstätig waren, sind im Alter finanziell schlecht abgesichert. Dies trifft häufig auf MFA zu – insofern ist die im Bericht beschriebene “Schusseligkeit” vielleicht auch ein Ausdruck der Sorge um die private finanzielle Situation.

Was können Sie als Arbeitgeber tun?

Wenn finanzielle Sorgen zur Fehlerquelle werden, hilft ein “Beim nächsten Mal besser aufpassen!” nicht. Vielmehr können Arbeitgeber aktive Fehlerprävention betreiben, indem sie ihre Mitarbeitenden bei der privaten Finanzplanung oder bei der finanziellen Vorsorge durch konkrete Zuzahlungen unterstützen. Immer wieder zahlen Praxen ihren MFA beispielsweise übertarifliche Löhne.

Außerdem können Sie als Arbeitgeber das Gespräch mit den Mitarbeitenden suchen und neutrale Schulungen zur Finanzbildung empfehlen. Diese sollten in erster Linie Hilfe zur Selbsthilfe bieten, ohne zum Abschluss konkreter Verträge zu drängen. Hier kommt beispielsweise die Verbraucherzentrale ins Spiel oder auch das Female Finance Forum, das sich an den Bedürfnissen von Frauen orientiert und eine auf Frauen ausgerichtete Finanzbildung bietet. In kostenfreien Online-Treffen wird ein ungezwungener Austausch über finanzielle Fragen und Strategien ermöglicht. Frauen fällt es häufig schwerer als Männern, über Geld zu reden. Ist hier erstmal ein Anfang gemacht, sind Frauen genauso fähig wie Männer, finanzielle Strategien für sich zu entwickeln. Und diese zahlen sich dann nicht nur für die Frauen aus, sondern auch für Ihre Praxis, indem weniger Fehler passieren.

Quellen: Die Techniker. Entspann dich, Deutschland. TK-Stressstudie 2016

Pwc. Employee Financial Wellness Survey. 2017 results

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Mitten im Leben. Wünsche und Lebenswirklichkeiten von Frauen zwischen 30 und 50 Jahren. 2016

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