Corona-ImpfstoffbestellungErstmals Obergrenze für Johnson & Johnson

Deckelungen bei der Corona-Impfstoffbestellungen sind für Hausarztpraxen ein Ärgernis - aber mittlerweile Gewohnheit. Nun kommt erstmals eine Obergrenze für den Janssen®-Impfstoff hinzu. Das Gesundheitsministerium mahnt, trotzdem keine Impfstoff-Vorräte anzulegen.

In der dritten Juniwoche gibt es eine Obergrenze für die Impfstoffbestellung der Janssen®-Vakzine.

Berlin. Bestellen Hausarztpraxen aktuell ihren Impfstoff, so gilt dabei nicht nur wie gewohnt bei den mRNA-Impfstoffen, sondern erstmals auch bei Johnson & Johnson eine Obergrenze. Bis zu 25 Dosen (fünf Vials) können davon geordert werden, teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Freitagabend (4. Juni) mit. Da insgesamt nur 240.000 Dosen bereitgestellt würden, könne es auch passieren, dass nur zwei Vials pro Praxis ausgeliefert werden.

Das ist nur die Hälfte von dem, was die Praxen in der aktuellen Woche an Janssen®-Impfstoff bekommen haben.

Darüber hinaus gelten auch bei den anderen Impfstoffen weiterhin Grenzen: Maximal 24 Dosen (vier Vials) Comirnaty® (Biontech/Pfizer) können je Ärztin oder Arzt geordert werden. Von Astrazeneca (Vaxzevria®) gehen maximal 20 Dosen (zwei Vials) an eine Praxis. Wegen der geringen Impfstoffmenge und anstehender Zweitimpfungen weist die KBV darauf hin, dass Ärzte möglicherweise von Biontech/Pfizer nur ein bis zwei Vials und von Astrazeneca nur ein oder kein Vial für Erstimpfungen erhalten.

Wichtig: Die Begrenzung gilt für Impfstoff-Bestellungen für Erstimpflinge. Für die Zweitimpfungs-Bestellungen gibt es keine Obergrenze. Für Zweitimpfungen verwenden Ärzte wie bisher ein separates Rezept. Sie geben darauf die Anzahl der Dosen an. Die Bestellung muss bis Dienstag (8. Juni), 12 Uhr, bei der Stammapotheke erfolgt sein.

Das Bundesgesundheitsministerium hat laut KBV darauf aufmerksam gemacht, dass Ärztinnen und Ärzte – auch wenn dies für die bessere Organisation in der Praxis reizvoll sein könnte – möglichst keine Impfstoffvorräte anlegen sollen. Darüber hinaus erinnert es daran, Impfungen tagesaktuell zu dokumentieren. Dies sei für die Planung und Bereitstellung des vertragsärztlichen Impfstoffkontingents erforderlich, so das Ministerium.

“Unzuverlässige Lieferungen, lange Wartelisten und Dauereinsatz am Telefon”

Insgesamt erhalten die Praxen in Deutschland in der dritten Juniwoche (14. bis 20. Juni) erund drei Millionen Impfstoffdosen – etwas weniger als in der aktuellen Woche (7. bis 13 Juni). Der Großteil der Impfstoffe kommt erneut von Biontech/Pfizer: Das Pharmaunternehmen stellt 2,42 Millionen Impfstoffdosen bereit.

Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands, kritisiert: „Genug Impfstoff heißt, wöchentlich zuverlässig so viel geliefert zu bekommen, dass man seinen Patientinnen und Patienten zügig, aber ohne die Versorgung zu vernachlässigen, die Erst- und dann auch die Zweitimpfung verabreichen kann. Das ist aktuell in der Regel nicht der Fall. Viele Praxen berichten von unzuverlässigen Lieferungen, von ellenlangen Wartelisten und Dauereinsatz am Telefon.“

Betriebsärzte impfen ab Montag (7. Juni)

Ab dem heutigen Montag (7. Juni) impfen zudem auch Betriebsärzte und die Impfpriorisierung endet. Der “Spiegel” berichtete, dass das Bundesgesundheitsministerium (BMG) für Betriebsärzte 1,2 Millionen Impfstoffdosen von Biontech/Pfizer zurückgehalten hätte. Einer Sprecherin des BMG zufolge sie dies aber keine “Reserve” gewesen, sondern solle sicherstellen, dass die Betriebsärzte sicher ab heute mit dem Impfen beginnen können.

Biontech hatte zuvor Lieferkürzungen für die ersten Juniwochen angekündigt.

Ulrich Weigeldt ermahnte dem “Spiegel” gegenüber: “So verlieren wir zusätzlich Zeit. In vielen Impfzentren wird zudem Biontech an ältere Mitbürger verimpft, die auch Astrazeneca bekommen könnten. Im Gegenzug müssen in den Praxen junge Frauen auf Biontech verzichten, obwohl es für sie etwas höhere Risiken bei Astrazeneca gibt.“

 

 

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