Hausarzt in Schweden“Medizin ohne wirtschaftlichen Druck”

Der Berliner Markus Beland arbeitet seit 20 Jahren in Jokkmokk als Allgemeinmediziner. Bei "Der Hausarzt" gibt er einen kurzen Einblick in schwedische Verhältnisse.

Der Berliner Markus Beland arbeitet seit 20 Jahren in Jokkmokk als Allgemeinmediziner. Bei "Der Hausarzt" gibt er einen kurzen Einblick in schwedische Verhältnisse.
Hausarzt im Norden: Markus Beland© Christian Vagt/Charité

Welche Rolle spielen Hausärzte in Schweden?

Markus Beland: Hausärzte sind fast immer Fachärzte für Allgemeinmedizin und immer der erste Ansprechpartner für alle, die nicht über die Notaufnahme laufen, sowie wesentlich Gatekeeper zur fachärztlichen Versorgung.

Sie sind in aller Regel öffentlich angestellt und arbeiten an einem allgemeinmedizinischen Versorgungszentrum mit mehreren anderen Allgemeinmedizinern, im Idealfall in einem festen Team aus Krankenschwestern und anderen medizinischen Fachkräften.

Was macht Ihnen als Hausarzt in Schweden besonders Freude?

Mehr und mehr die Freiheit, gute Allgemeinmedizin ohne wirtschaftlichen Druck ausüben zu können. Wir betreuen alle von der Wiege bis ins Grab. Diejenigen, die tatsächlich fachärztliche Behandlung brauchen oder verlangen, werden überwiesen. Wenn alles im Lot ist, kann man hervorragende rationelle Allgemeinmedizin betreiben. Das Modell ist nicht so schlecht.

Die schwedischen Krankenschwestern haben schon immer selbstständig gearbeitet und Aufgaben erfüllt, die die deutschen Ärzte selber machen (müssen). Ich habe schon ewig keinen venösen Zugang mehr gelegt, kein Blut abgenommen, keinen Verband gewechselt, keinen Gips angelegt, keine chronische Wunde versorgt.

Ich sehe auch selten Patienten mit Halsweh, Ohrenschmerzen und Harnwegsinfekt: Das machen großteils unsere Schwestern nach Standardfragebogen. Nur unklare Fälle landen bei uns Ärzten. Das entlastet uns, macht den Schwestern Spaß und schafft eine enorm positive Dynamik in unserer gemeinsamen Arbeit.

Welche Sorgen haben Sie?

Die schwedische Primärversorgung ist seit Jahrzehnten katastrophal unterdimensioniert oder zugunsten der Organspezialisten unterbesetzt. Das Verhältnis Allgemeinärzte zu Organspezialisten beträgt circa 20 zu 80. Unterbesetzte Versorgungszentren tragen durch schlechte Arbeitsbedingungen zu unnötig geringer Attraktivität des Fachgebietes bei.

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