Forum PolitikAuch Hausärzte könnten neue Mammographie-Ziffer ansetzen

Im Programm zur Früherkennung von Brustkrebs haben Frauen jetzt Anspruch auf ein ärztliches Aufklärungsgespräch vor der Mammographie. Laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) wird deshalb ab 1. Oktober eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) in den EBM aufgenommen. Diese Leistung nach Nr. 01751 EBM kann der "Programmverantwortliche Arzt", aber auch ein von ihm beauftragter Arzt des Mammographie-Screening-Programms abrechnen. Als "Beauftragte Ärzte" zählen solche, die mindestens eine der GOP 01750 bis 01759 EBM abrechnen können. Die neue Nr. 01751 EBM sieht einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt und ein Gespräch von mindestens fünf Minuten vor. Dieses Gespräch muss vor der Röntgenuntersuchung beider Mammae nach Nr. 01750 EBM erfolgen und soll über Hintergründe, Ziele, Inhalte und Vorgehensweise des Früherkennungsprogramms informieren. Die Leistung ist je vollendete fünf Minuten mit 63 Punkten bewertet und wird extrabudgetär vergütet. Sie kann je nach Aufklärungsbedarf der Patientin mehrfach, jedoch höchstens dreimal im Krankheitsfall (innerhalb von vier Quartalen) berechnet werden.

Die Nr. 01750 EBM für die Mammographie wurde entsprechend angepasst: Bevor die Röntgenaufnahmen erstellt werden, muss künftig geprüft werden, ob eine ärztliche Aufklärung der Patientin erfolgte oder sie darauf verzichtet hat. Im Falle eines Verzichts muss die Patientin eine Erklärung unterschreiben und zum Termin mitbringen. Diese Verzichtserklärung ist der Einladung beigefügt. Termine für das ärztliche Aufklärungsgespräch kann die Patientin direkt mit der "Zentralen Stelle" vereinbaren, die die Einladung und Termine der Untersuchung koordiniert. Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie macht in ihrem Patientinnen-Flyer "Aufklärungsgespräch oder Erklärung zum Verzicht" deutlich, dass es dabei nicht um eine persönliche Risikoberatung zu Brustkrebs geht. Eine solche Beratung erfolge mit dem behandelnden Facharzt.

Kommentar

Zu "Beauftragten Ärzten" würden auch Hausärzte gehören. Denn sie dürfen die Nr. 01758 EBM berechnen (Teilnahme an einer multidisziplinären Fallkonferenz gemäß Paragraf 13 der Anlage 9.2 des Bundesmantelvertrags-Ärzte, ggf. auch Teilnahme des behandelnden Frauen- und Hausarztes, 6,68 Euro). Der anerkannte Kommentar nach Wezel/Liebold schreibt: "Behandelnde Frauen- und Hausärzte dürfen die Gebührenordnungsposition 01758 EBM unter Angabe des programmverantwortlichen Arztes auch ohne Genehmigung durch die Kassenärztliche Ver- einigung gemäß den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Früherkennung von Krebserkrankungen berechnen. Die Teilnahme der Frauen- und Hausärzte kann auch durch telefonische Zuschaltung erfolgen."

Die Frage ist, ob die KBV das auch so sieht und Hausärzte in den Beratungskomplex um das Mammographie-Screening einbezogen werden. Das wäre wünschenswert. Bisher läuft dies völlig am Hausarzt vorbei, obgleich insbesondere ältere Patientinnen gerade bei einer solchen Frage in der Regel eher ihren Hausarzt als den Gynäkologen einbeziehen. Künftig sollten Hausärzte daher ihre Patientinnen darauf hinweisen, dass sie auch in der Hausarztpraxis ein solches Aufklärungsgespräch erhalten können, wenn sie zum Mammographie- Screening eingeladen werden. Bei einem extrabudgetären Gesprächshonorar von 63 Punkten (6,58 Euro) pro fünf Minuten handelt es sich um ein angemessenes Honorar – im Gegensatz zur Gesprächsleistung nach Nr. 03230 EBM: Diese wird mit 9,39 Euro pro zehn Minuten bewertet, ist aber auf 45 Punkte pro Patient budgetiert und geht auch noch ins Regelleistungsvolumen ein.

E-Mail-Adresse vergessen? Schreiben Sie uns.
Passwort vergessen? Sie können es zurücksetzen.
Nur wenn Sie sich sicher sind.

Sie haben noch kein Passwort?

Gleich registrieren ...

Für Hausärzte, ÄiW, Medizinstudenten und MFA ist der Zugang immer kostenfrei.

Mitglieder der Landesverbände im Deutschen Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.


Persönliche Daten

Ihr Beruf

Legitimation
Die Registrierung steht exklusiv ausgewählten Fachkreisen zur Verfügung. Damit Ihr Zugang freigeschaltet werden kann, bitten wir Sie, sich entweder mittels Ihrer EFN zu legitimieren oder einen geeigneten Berufsnachweis hochzuladen.
Einen Berufsnachweis benötigen wir zur Prüfung, wenn Sie sich nicht mittels EFN autorisieren können oder wollen.
Mitglied im Hausärzteverband
Mitglieder erhalten Zugriff auf weitere Inhalte und Tools.
Wir verifizieren Ihre Mitgliedschaft anschließend.

Newsletter
Sie stimmen zu, dass wir Ihre E-Mail-Adresse für diesen Zweck an unseren Dienstleister Mailjet übermitteln dürfen. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen.

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl
Alle der unten angegebenen Newsletter
Alle hausärztlich relevanten Ereignisse und News
Nur Meldungen aus der (Berufs-)Politik
Nur Praxiswissen (Abrechnung, Organisation)
Nur Meldungen aus Medizin und Wissenschaft
Neue Spickzettel, Checklisten u.ä.
Inhalt und E-Paper neuer HAUSARZT-Ausgaben

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl ändern/abbestellen

Wenn Sie für Ihr bestehendes Newsletter-Abo andere Themen auswählen oder den Newsletter abbestellen wollen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an und wählen Sie die gewünschte Funktion. Wir senden Ihnen dann eine E-Mail zur Bestätigung.

Nach oben