LebensmittelVerbraucherschutzminister drängen auf Ampel

Aufgedruckte Früchte oder Begriffe wie "natürlich" können Käufer über die Qualität von Lebensmittel täuschen. Die Verbraucherministerkonferenz hat jetzt die farbliche Kennzeichnung von Nährwerten gefordert und erhöht damit den Druck auf die Bundesernährungsministerin.

Brüssel/Saarbrücken. Die Verbraucherschutzminister der Bundesländer erhöhen in Sachen Lebensmittelampel den Druck auf Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU). Bei ihrer Konferenz von 13. bis 15. Juni in Saarbrücken haben sie sich geeinigt, eine farbliche, leicht verständliche Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln einzuführen, teilt das Verbraucherschutzministerium Hamburg mit.

Für eine bewusste Kaufentscheidung, müssen Verbraucher schnell und einfach erkennen können, „wo versteckte Zucker, Fette und Salz lauern“, sagte Hamburgs Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Laut Prüfer-Storcks haben die unionsregierten Länder gegen den Hamburger Antrag gestimmt. Die Annahme des Antrags sei aber trotzdem als Auftrag an die Bundesregierung zu verstehen, eine Ampelkennzeichnung einzuführen.

Ärztevertreter fordern Limo-Steuer

Die Organisation foodwatch bemängelt in der Diskussion um die Einführung einer Ampel, dass Hersteller die Produkte „gesund rechnen“. Anfang Mai hatte foodwatch zusammen mit Ärzteorganisationen die Bundesregierung dazu aufgefordert, auf ungesunde Lebensmittel wie Limo oder Chips eine höhere Steuer zu erheben. Studien zeigen, dass dies vor allem bei Menschen mit niedrigem Einkommen dazu führen kann, sich gesünder zu ernähren.

Auch die Ärztevertreter plädierten für eine Lebensmittel-Ampel. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) sah dies damals aber skeptisch. Dies könne Verbraucher verwirren, weil auch gesunde Lebensmittel teilweise viel Zucker enthielten.

Darüber hinaus setzen sich Verbraucherorganisationen auf EU-Ebene für mehr Transparenz bei Lebensmitteln ein: Bilder von Früchten oder die Bezeichnung „traditionell“ auf Lebensmitteln können nach Einschätzung europäischer Verbraucherschützer irreführend sein. Deshalb müssten die Regeln für die Kennzeichnung von Lebensmitteln verschärft werden, forderte der Verbraucherschutzverband Beuc am Donnerstag (14. Juni) von den EU-Institutionen. Nach EU-Recht dürften Lebensmittel-Etiketten nicht in die Irre führen, sagte Beuc-Chefin Monique Goyens. „Trotzdem nutzen Hersteller rechtliche Grauzonen aus und lassen ihre Produkte hochwertiger erscheinen als sie eigentlich sind.“

Tricks von Herstellern

Beuc nennt drei übliche Tricks, mit denen Verbraucher getäuscht werden: Bezeichnungen wie „traditionell“ oder „natürlich“, die den Eindruck besonderer Qualität erwecken;die Abbildung von Früchten auf Produkten, in denen der tatsächliche Fruchtanteil verschwindend gering ist; sowie die Beschreibung als „Vollkorn“-Produkt, obwohl kaum Vollkorn drinsteckt.

Der Verband nennt das Beispiel eines „Rote-Früchte-Joghurt-Drinks“, der in Belgien und den Niederlanden verkauft wird, und mehrere rote Früchte auf dem Etikett zeigt. Tatsächlich liege der Saftanteil an dem Getränk jedoch bei nur zwei Prozent, der Großteil davon sei zudem aus Äpfeln. Die auf der Packung abgebildeten Erdbeeren, Kirschen und Himbeeren machten gerade mal 0,01 Prozent des gesamten Drinks aus.

Beuc fordert, Begriffe wie „traditionell“ oder „natürlich“ müssten klar definiert werden. Zudem müsse es für selbst ernannte Vollkorn-Produkte eine Untergrenze für den Vollkorn-Anteil geben. Lebensmittel, auf denen bestimmte Zutaten wie Früchte besonders hervorgehoben werden, müssten ebenfalls einen Mindestanteil dieser Zutat enthalten.

 

Mit Material von dpa

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