Erster im BundeskabinettSpahn positiv auf Coronavirus getestet

Als zentraler Akteur in der Pandemie ist nun auch der Gesundheitsminister selbst an Covid-19 erkrankt. Unterdessen läuft die Diskussion um schärfere Regeln im Kampf gegen das Virus. Die Ärzte plädieren dabei für einen ruhigeren Tonfall, um die Zeit bis zur flächendeckenden Impfung gut zu überstehen.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich mit dem Coronavirus angesteckt (Archivbild).

Berlin. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Er sei am Mittwochnachmittag (21.10.) positiv auf das Virus getestet worden, teilte sein Ministerium in Berlin mit. Damit ist erstmals ein Minister aus dem Kabinett von Angela Merkel (CDU) an Covid-19 erkrankt. Spahn habe sich umgehend in häusliche Isolierung begeben, hieß es in der Mitteilung. “Bislang haben sich bei ihm nur Erkältungssymptome entwickelt. Alle Kontaktpersonen werden aktuell informiert.”

Spahn hatte am Vormittag an der wöchentlichen Kabinettssitzung teilgenommen. Fotos zeigen ihn dabei mit einem Mund-Nasen-Schutz. Ein Regierungssprecher teilte in Berlin auf Anfrage mit, das Kabinett müsse trotzdem nicht in Quarantäne. Es tage unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, die darauf abzielten, dass auch im Falle der Teilnahme einer Person, die später coronapositiv getestet werde, eine Quarantäne anderer oder gar aller Teilnehmer nicht erforderlich werde.

Eine weitere Entwarnung gab es am Mittwoch für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Auch ein zweiter Corona-Test sei bei ihm negativ ausgefallen, sagte eine Sprecherin des Bundespräsidialamts. Das zuständige Gesundheitsamt habe festgelegt, dass das Staatsoberhaupt noch bis zum 29. Oktober in Quarantäne bleiben müsse, hieß es weiter. Steinmeier hatte sich am Wochenende selbst in Quarantäne begeben, nachdem einer seiner Personenschützer positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Debatte um “zweiten Lockdown”

Spahn hatte zuvor die Auffassung vertreten, dass es in der jetzigen Corona-Situation nicht zu einem erneuten großflächigen Stillstand in Deutschland wie im Frühjahr kommen werde. “Einen zweiten Lockdown, so wie er immer gemeint wird, den sehe ich nicht”, sagte er am Mittwoch auf die Frage eines Nutzers der Social-Media-App Jodel. Dort hatten sich schon andere Spitzenpolitiker wie Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) den Fragen von Nutzern gestellt.

Dagegen warnte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im Landtag in München, man sei einem zweiten Lockdown näher als viele glaubten, zumindest einem Teil-Lockdown. “Der Lockdown ist nicht gewollt – aber er kann die Ultima Ratio sein”, sagte der CSU-Chef in einer Regierungserklärung. Dabei kündigte er schärfere Maßnahmen für Regionen mit drastisch erhöhten Infektionszahlen an, eine Art dunkelrote Warnstufe: Ab einem Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen soll es in Bayern demnach eine Beschränkung von Veranstaltungen auf maximal 50 Teilnehmer und eine Sperrstunde ab 21 Uhr geben.

Kassenärzte plädieren für mehr Sachlichkeit

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnte in der Debatte um eine Verschärfung von Corona-Maßnahmen vor einem zu scharfen Ton. “Wir glauben, dass etwas mehr Ruhe und Sachlichkeit und etwas weniger Bedrohlichkeit vielleicht helfen könnten, die nächsten eineinhalb Jahre auch noch zu überstehen”, sagte der stellvertretende KBV-Vorsitzende Dr. Stephan Hofmeister am Mittwoch (21.10). Drohungen und Angsterzeugung seien immer ein schlechter Ratgeber und nicht nachhaltig.

Nach Einschätzung der KBV wird es noch bis Ende 2022 dauern, bis regelmäßig und wirksam geimpft werden kann. “Und unter diesem Aspekt muss man sich die Maßnahmen, die jetzt propagiert werden, anschauen. Sind das Maßnahmen, die durchhaltefähig sind?” Das Virus sei nicht in Wellen da, sondern immer und wie andere Viren auch saisonal häufiger. Man werde jetzt im Herbst einen Höhepunkt erleben und im nächsten Frühjahr wieder, so wie bei anderen Viren auch.

RKI: Neun deutsche Kreise verlieren Kontrolle

Bezogen auf die gesamte Bundesrepublik wurde am Mittwoch der kritische 50er-Wert überschritten. Er gilt als eine wichtige Schwelle für strengere Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl mit 51,3 an, am Vortag lag sie bei 48,6.

Neun deutsche Städte und Landkreise sind laut RKI derzeit nicht mehr in der Lage, den vorgeschriebenen Infektionsschutz vollständig zu leisten. Die Engpässe umfassten etwa die Ermittlung von Fällen und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen, teilte eine Sprecherin mit und bestätigte einen Bericht der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. Welche Regionen genau betroffen sind, sagte sie nicht.

Quelle: dpa

E-Mail-Adresse vergessen? Schreiben Sie uns.
Passwort vergessen? Sie können es zurücksetzen.
Nur wenn Sie sich sicher sind.

Sie haben noch kein Passwort?

Gleich registrieren ...

Für Hausärzte, VERAH® und ÄiW (Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit hausärztlichem Schwerpunkt) ist der Zugang immer kostenfrei.

Mitglieder der Landesverbände im Deutschen Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.


Persönliche Daten

Ihr Beruf

Legitimation

Die Registrierung steht exklusiv ausgewählten Fachkreisen zur Verfügung. Damit Ihr Zugang freigeschaltet werden kann, bitten wir Sie, sich entweder mittels Ihrer EFN zu legitimieren oder einen geeigneten Berufsnachweis hochzuladen.

Einen Berufsnachweis benötigen wir zur Prüfung, wenn Sie sich nicht mittels EFN autorisieren können oder wollen.
Mitglied im Hausärzteverband
Mitglieder erhalten Zugriff auf weitere Inhalte und Tools.
Wir verifizieren Ihre Mitgliedschaft anschließend.

Newsletter
Sie stimmen zu, dass wir Ihre E-Mail-Adresse für diesen Zweck an unseren Dienstleister Mailjet übermitteln dürfen. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen.

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl
Alle der unten angegebenen Newsletter
Spicker, Checklisten und Medizin für die hausärztliche Praxis, berufspolitische News, Inhalt und E-Paper neuer HAUSARZT-Ausgaben, sowie Neues aus Wissenschaft und Organisation
Nachrichten aus der Industrie

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl ändern/abbestellen

Wenn Sie für Ihr bestehendes Newsletter-Abo andere Themen auswählen oder den Newsletter abbestellen wollen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an und wählen Sie die gewünschte Funktion. Wir senden Ihnen dann eine E-Mail zur Bestätigung.