VersichertenbefragungSchneller dran beim Hausarzt

Die KBV-Versichertenbefragung gießt neues Öl in die Debatte um Wartezeiten für Arzttermine. Erstmals zeigt die Umfrage aber auch: Oft nehmen Patienten ein Anliegen dringlicher wahr, als es aus medizinischer Sicht ist – bis hin zur „dringenden“ Vorsorge oder Impfung.

Die KBV-Versichertenbefragung gießt neues Öl in die Debatte um Wartezeiten für Arzttermine. Erstmals zeigt die Umfrage aber auch: Oft nehmen Patienten ein Anliegen dringlicher wahr, als es aus medizinischer Sicht ist – bis hin zur „dringenden“ Vorsorge oder Impfung.
Heute Sprechstunde - oder nicht? Nicht immer ist ein Termin sofort verfügbar.© Matthias Buehner - stock.adobe.com

Berlin. Das Problem der Wartezeit auf einen Arzttermin ist bei Fachärzten deutlich gravierender als bei Hausärzten. Das unterstreicht die am Freitag (16. August) veröffentlichte Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Sogar mehr als drei Wochen Geduld haben musste demnach fast ein Drittel (30 Prozent) der Befragten bei einer Terminanfrage beim Facharzt – vornehmlich Frauenärzten und Kardiologen. Beim Hausarzt geht es dagegen meist schnell: Sofort einen Termin bekamen nach eigenen Angaben 37 Prozent der Befragten, nur bei vier Prozent dauerte es mehr als drei Wochen.

Erstmals fragten die Meinungsforscher in der jährlich stattfindenden Befragung die Bürgerinnen und Bürger danach, wie dringend sie selbst ihren letzten Arztbesuch einschätzten. Zwei Drittel stuften diesen als dringend oder sehr dringend ein – unabhängig davon, aus welchem Grund er erfolgte. Auch Anlässe wie eine Vorsorgeuntersuchung oder eine Impfung empfanden 36 Prozent der Befragten noch als eilig oder sehr eilig. „Die ‚gefühlte‘ Dringlichkeit ist in vielen Fällen höher als die tatsächliche – auch wenn das aus medizinischer Sicht nicht angebracht ist“, sagte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV.

Für die Analyse befragte die Forschungsgruppe Wahlen den Angaben zufolge vom 11. März bis 29. April telefonisch 6011 Menschen ab 18 Jahren.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Auffälligkeiten in puncto Wartezeit zeigten sich demnach bei der Frage nach dem Wohnort. Bei kleineren Orten mit weniger als 5000 Einwohnern ging es beim Hausarzt am schnellsten. 42 Prozent bekamen sofort einen Termin, in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern waren es 35 Prozent. Bei Fachärzten, die auf dem Land seltener sind, mussten in kleineren Orten 35 Prozent länger als drei Wochen warten – in Großstädten waren es 25 Prozent.

Unterschiede nach Art der Krankenversicherung werden weiterhin vor allem bei langen Wartezeiten beim Facharzt deutlich. Mehr als drei Wochen Geduld bis zum Termin mussten 33 Prozent der gesetzlich Versicherten haben – und nur 18 Prozent der Privatpatienten. Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hat zum Ziel, diese Diskrepanz zu lösen.

„Ressource Arzt“ wird knapper

KBV-Chef Dr. Andreas Gassen begründet das Problem der Wartezeiten mit der knapper werdenden „Ressource Arzt“. So ist in den letzten zwei Jahren auch der Anteil derjenigen, die angaben, nicht genügend Hausärzte in Wohnortnähe zu haben, von 22 Prozent auf 27 Prozent gestiegen. Bei den Fachärzten ist der Anteil von 43 auf 44 Prozent gestiegen. 

„Obwohl die Arztzahlen absolut gesehen steigen, führt dies nicht automatisch zu einer besseren Versorgungssituation. Jüngere Ärztinnen und Ärzte bevorzugen vermehrt Angestelltenverhältnisse und Teilzeitarbeit. Das hat Auswirkungen auf ihre Verfügbarkeit in der Praxis“, sagte Hofmeister.

 

E-Mail-Adresse vergessen? Schreiben Sie uns.
Passwort vergessen? Sie können es zurücksetzen.
Nur wenn Sie sich sicher sind.

Sie haben noch kein Passwort?

Gleich registrieren ...

Für Hausärzte, VERAH® und ÄiW (Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit hausärztlichem Schwerpunkt) ist der Zugang immer kostenfrei.

Mitglieder der Landesverbände im Deutschen Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.


Persönliche Daten

Ihr Beruf

Legitimation
Die Registrierung steht exklusiv ausgewählten Fachkreisen zur Verfügung. Damit Ihr Zugang freigeschaltet werden kann, bitten wir Sie, sich entweder mittels Ihrer EFN zu legitimieren oder einen geeigneten Berufsnachweis hochzuladen.
Einen Berufsnachweis benötigen wir zur Prüfung, wenn Sie sich nicht mittels EFN autorisieren können oder wollen.
Mitglied im Hausärzteverband
Mitglieder erhalten Zugriff auf weitere Inhalte und Tools.
Wir verifizieren Ihre Mitgliedschaft anschließend.

Newsletter
Sie stimmen zu, dass wir Ihre E-Mail-Adresse für diesen Zweck an unseren Dienstleister Mailjet übermitteln dürfen. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen.

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl
Alle der unten angegebenen Newsletter
Alle hausärztlich relevanten Ereignisse und News
Nur Meldungen aus der (Berufs-)Politik
Nur Praxiswissen (Abrechnung, Organisation)
Nur Meldungen aus Medizin und Wissenschaft
Neue Spickzettel, Checklisten u.ä.
Inhalt und E-Paper neuer HAUSARZT-Ausgaben

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl ändern/abbestellen

Wenn Sie für Ihr bestehendes Newsletter-Abo andere Themen auswählen oder den Newsletter abbestellen wollen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an und wählen Sie die gewünschte Funktion. Wir senden Ihnen dann eine E-Mail zur Bestätigung.

Nach oben