KBV-Vertreterversammlung„Keine Sicherheitsprobleme bei TI-Konnektoren“

Die Zeit läuft: Um Honorarkürzungen zu vermeiden, müssen Hausärzte bis 31. März die Komponenten zur Anbindung an die Telematik-Infrastruktur bestellt haben. Auf der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel nun Sicherheitsbedenken dementiert.

Die Zeit läuft: Um Honorarkürzungen zu vermeiden, müssen Hausärzte bis 31. März die Komponenten zur Anbindung an die Telematik-Infrastruktur bestellt haben. Auf der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel nun Sicherheitsbedenken dementiert.
Zur Anbindung an die Telematik-Infrastruktur benötigen Hausärzte verschiedene Komponenten - eine Auswahl.© Jana Kötter

Berlin. Bei den Konnektoren, die zur Anbindung von Arztpraxen an die Telematik-Infrastruktur (TI) nötig sind, bestehen laut KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel keine Sicherheitsprobleme. Das hat er am Freitag (15. März) auf der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gesagt. Er sei damit Berichten über entsprechende Probleme nachgegangen, die auf der letzten Vertreterversammlung im Dezember geäußert worden seien. „Nach den Unterlagen, die mir bisher vorliegen, kann ich das nicht bestätigen“, sagte Kriedel nun. Eine Stellungnahme der Gematik mache dazu „explizite Aussagen“. Die Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind demnach so gemacht, dass ein Konnektor vor einem Angriff von außen geschützt ist. „Mit Außen ist hier alles gemeint, was sich außerhalb des Praxisnetzwerks befindet, also zum Beispiel innerhalb der TI oder dem Internet“, erklärte Kriedel. „Der Konnektor ist außerdem so konstruiert, dass von TI-Teilnehmern keine Angriffe auf die TI möglich sind.“ Sprich: Selbst wenn ein Virus über einen USB-Stick in eine Praxis gelange, könne er nicht einfach über den Konnektor in die TI geschleust werden.

Die Anbindung der Praxen an die TI war neben dem frisch verabschiedeten Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) das am Freitag dominierende Thema. Hintergrund ist wohl der zeitliche Horizont: So drohen Praxisinhabern, die am 1. Juli noch nicht an die TI angeschlossen sind, Honorarkürzungen. Die Bestellung der entsprechenden Komponenten muss bis 31. März gegenüber der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) nachgewiesen sein.

„Der Hausarzt“ hat gemeinsam mit ersten angeschlossenen Hausärzten eine Checkliste erarbeitet, die die wichtigsten Schritte rund um die Anbindung zusammenfasst.

Weiter Bedenken vorhanden

Medi-Chef Dr. Werner Baumgärtner, der die Sicherheitsbedenken öffentlich gemacht hatte, gab sich mit den von Kriedel vorgetragenen Antworten jedoch nicht zufrieden. Die von ihm an die KBV gerichteten Fragen seien nur lückenhaft beantwortet worden, bemängelte er nach der Sitzung in einem offenen Brief.

„Hat ein Arzt die Patientendaten tragenden AIS bisher vorsichtigerweise in einem isolierten, rein lokalen Netzwerk betrieben, stellt die erzwungene Vernetzung auf jeden Fall grundsätzlich eine Risikosteigerung dar“, stellt er darin klar. „Schlimmer noch: Unsere Sicherheitsexperten versichern uns, nach ausführlicher und intensiver Lektüre der Schutzprofile für den Konnektor, keine einzige Maßnahme und keinen Schutzmechanismus gefunden zu haben, der die Praxis vor Angriffen mittels des Konnektors schützt!“

Ärzte fordern Stopp der Honorarkürzungen

Die Vertreterversammlung hat den KBV-Vorstand darüber hinaus einmal mehr aufgefordert, die geplanten Strafzahlungen und Honorarkürzungen, die ab Juli drohen, abzuwenden.

Kriedel präsentierte darüber hinaus erste Erfahrungen zur TI-Anbindung aus einer Erhebung der KV Westfalen-Lippe. „Danach hat bei etwa dreiviertel der Praxen die TI-Installation nicht länger als vier Stunden gedauert. Wo es Probleme gab, konnte schnell geholfen werden“, so die Zwischenbilanz.

Für die Erarbeitung von Standards für die elektronische Patientenakte, für die KBV laut TSVG die Verantwortung trägt, betonte Kriedel, dass man den Praxisalltag im Auge behalten werde. „Wir dürfen nicht mehr Aufwand erzeugen und müssen das Interesse der Versorgung im Blick behalten. Der Datenaustausch muss schneller und einfacher funktionieren, sonst können wir uns das Ganze sparen.“

„Eine blödsinnige Regelung“

Auf der Vertreterversammlung erneuerte der KBV-Vorstand darüber hinaus seine Kritik am TSVG, das der Deutsche Bundestag erst einen Tag zuvor verabschiedet hatte. Dass Kassenärzte künftig 25 statt 20 Sprechstunden pro Woche anbieten müssen, sei eine „ebenso übergriffige wie blödsinnige Regelung“, sagte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen.

Auch der Deutsche Hausärzteverband hat diesen Eingriff in den Praxisalltag trotz positiver Ansätze für die hausärztliche Versorgung deutlich kritisiert.

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