HausbesucheAufwertung ist dringend nötig

In der Versorgung gerade immobiler Patienten ist er unverzichtbar, in den Honorarverhandlungen zwischen Ärzten und Kassen jedoch ist er zum Streitpunkt geworden: der Hausbesuch. Dabei muss sich für eine Aufwertung dieser Leistung dringend etwas tun.

Es ist ein düsteres Bild, das Medien in den vergangenen Wochen immer wieder aufgegriffen haben: der Hausbesuch als sterbende Versorgungsleistung. „Wenn wir die Vergütung für Hausbesuche nicht deutlich anheben, werden sie perspektivisch nicht mehr stattfinden können.“ Mit dieser Aussage hat Dr. Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die Debatte erneut angestoßen.

Das Versorgungsproblem, sagt er, zeichne sich bereits am Horizont ab. Zuvor bereits hatte der Deutsche Hausärzteverband wiederholt auf die längst überfällige Aufwertung von Hausbesuchen gedrängt: „Dazu gehört sowohl eine deutlich bessere Vergütung als auch eine Entbudgetierung dieser Leistung“, fordert Bundesvorsitzender Ulrich Weigeldt.

Doch die entsprechenden Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband zeigen bislang keine Ergebnisse: Bei der Honorarvereinbarung im August wurde das wichtige Thema der Hausbesuche völlig ausgeklammert, die KBV kündigt seither an, „dranbleiben“ zu wollen. Das Anheben des Orientierungswerts um 1,58 Prozent für 2019 wertete Weigeldt vor diesem Hintergrund bestenfalls als „Inflationsausgleich“.

Knapp 23 Euro für den Besuch

Denn Hausbesuche sind, auch im Vergleich zu anderen technischen Leistungen, massiv unterbewertet. Die Vergütung für einen Besuch während der Sprechstundenzeiten (GOP 01410) beträgt aktuell knapp 23 Euro. „Es leuchtet jedem ein, dass das vorne und hinten nicht reicht“, erinnert der Hausärzte-Chef.

Die bisherige Gegenargumentation der Kassen: Zum Besuch kommt die Vergütung der eigentlichen ärztlichen Leistung hinzu. Vergessen wird dabei aber unter anderem, dass ein Arzt in der Zeit von Hausbesuchen seine Praxis zumachen muss – die Kosten jedoch weiterlaufen.

Eine bundesweite Umfrage von „Der Hausarzt“ zeigt, basierend auf 2018 abgefragten Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV), dass Hausärzte von der Problematik in besonderem Maße betroffen sind: Sie fahren bundesweit durchschnittlich 82 Prozent aller Besuche; Fachärzte übernehmen nur knapp ein Fünftel.

Gespräche gehen weiter

Umso wichtiger ist für Hausärzte, dass sich für eine Aufwertung der Besuche eine tragfähige Lösung findet. Die KBV bereite aktuell auf Fachebene Vorschläge dafür vor, erklärt Sprecher Dr. Roland Stahl gegenüber „Der Hausarzt“. „Das Ganze wird dann in die Beratungen des Bewertungsausschusses im ersten Halbjahr dieses Jahres einfließen.“

Die Kassen hingegen zeigen sich erstaunt angesichts der Darstellung der bisherigen Gespräche in den Medien. „Die KBV hat auf der entscheidenden Sitzung des Bewertungsausschusses am 19. September 2018 das Thema selbst wieder von der Tagesordnung genommen und danach nicht wieder aufgegriffen“, sagt Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbands, auf Anfrage. Sollte die KBV das Thema nun weiter verhandeln wollen, sei man „selbstverständlich grundsätzlich gesprächsbereit“.

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