Mecklenburg-Vorpommern in 2019Glawe will ambulante Versorgung sichern

Die Gesundheitsversorgung auf dem Land ist schwierig. Für Gesundheitspolitiker lautet die Frage unter anderem, wie die weniger werdenden Menschen in den Genuss ärztlicher Hilfe kommen können.

Schwerin. Die Sicherung der ärztlichen ambulanten Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern sieht Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) als eine der Hauptaufgaben für sich im Jahr 2019. „Das relativ hohe Alter der jetzt tätigen Hausärzte und der Bedarf an Nachrückern machen sich im ländlichen Raum bemerkbar“, sagte Glawe am Sonntag (30. Dezember) in Schwerin. Den Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind in Mecklenburg-Vorpommern aktuell 1166 Hausärzte tätig, etwa 240 Hausärzte werden in den kommenden fünf Jahren über 65 Jahre alt sein.

Ein Rezept sei die sogenannte Landarztquote, für die die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden soll, sagte Glawe. Künftig sollen 10 bis 20 Prozent der Medizin-Studienplätze an den Universitäten Rostock und Greifswald an junge Menschen vergeben werden sollen, die sich verpflichten, ihre ersten zehn Arbeitsjahre als Arzt in einem unterversorgten ländlichen Gebiet zu verbringen.

Gleichzeitig sollen in einem Pilotprojekt Gemeinsampraxen von niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten mit Hausärzten erprobt werden, erklärte Glawe. Dadurch solle die wohnortnahe pädiatrische Versorgung verbessert werden. „Dazu werden Praxisstunden eines Pädiaters in den Praxisräumen eines Hausarztes angeboten.“ In der Zeit zwischen den pädiatrischen Sprechstunden übernehme der Hausarzt die Versorgung.

Um den steigenden Fachkräftebedarf in der Pflege abzudecken, sollen zudem vom Schuljahr 2019/20 an die Auszubildenden in der Pflege in allen Jahrgängen vom Schulgeld befreit. Bundesweit soll die kostenlose Ausbildung ab dem Jahr 2020 gelten. Bisher sei es so, dass Pflegeschüler an Schulen in privater Trägerschaft von ihrer Ausbildungsvergütung, die sie von ihrer praktischen Ausbildungseinrichtung bekommen, Schulgeld zahlen müssen. Es das Ziel der Landesregierung, dass mögliche Bewerber nicht in andere Bundesländer gehen oder ihren Ausbildungswunsch um ein Jahr zurückstellen, um sich dann nach neuem Recht ausbilden zu lassen.

Quelle: dpa/mv

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