Abrechnungsbetrug bei IntensivbetreuungRazzia gegen Pflegedienste

Die Zahl von Menschen, die in ihren eigenen vier Wänden Intensivpflege benötigen, steigt. Der Markt wächst - doch mit ihm auch der Wildwuchs. Nun hat die Polizei einen neuen Fall von Abrechnungsbetrug aufgedeckt. Betroffen: Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein.

Die Zahl von Menschen, die in ihren eigenen vier Wänden Intensivpflege benötigen, steigt. Der Markt wächst - doch mit ihm auch der Wildwuchs. Nun hat die Polizei einen neuen Fall von Abrechnungsbetrug aufgedeckt. Betroffen: Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein.
Beatmeter Patient: Die Zahl von Menschen, die in ihren eigenen vier Wänden Intensivpflege benötigen, steigt.© pongmoji - stock.adobe.com

Berlin/Karlsruhe. Die Polizei hat einen großangelegten Abrechnungsbetrug von Pflegediensten bei der Intensivbetreuung von Beatmungspatienten aufgedeckt. 130 Polizisten sowie Staatsanwälte durchsuchten am Dienstagmorgen (14. Mai) Wohnungen und Büros an 19 Orten in Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein. Drei Menschen wurden nach Polizeiangaben vom Dienstag verhaftet. Darunter war auch eine 63-jährige Deutsche mit Wohnsitz in Spanien, die das Betrugssystem organisiert haben soll.

Die Polizei geht davon aus, dass spätestens seit 2013 Menschen vor allem aus Osteuropa als Intensivpfleger und -pflegerinnen eingesetzt wurden, obwohl sie nicht qualifiziert waren. Zeugnisse sollen gefälscht worden sein.

Die sehr anspruchsvolle Intensivpflege von Beatmungspatienten ist meist eine 24-Stunden-Betreuung. Monatlich kostet das die Krankenkassen 20.000 Euro pro Patient. Nach dem jetzigen Stand soll ein Schaden von 1,5 Millionen Euro entstanden sein. Diese Summe könnte sich aber noch deutlich erhöhen.

Unterdessen steigt die Zahl von Menschen, die in ihren eigenen vier Wänden Intensivpflege benötigen. In den letzten Jahren sei der Markt darauf spezialisierter Pflegedienste regelrecht explodiert, sagte Sven Kübler vom Competenz Netzwerk Außerklinische Intensivversorgung (CNI) vor der am Donnerstag (16. Mai) beginnenden Pflege- und Inklusionsmesse Rehab in Karlsruhe. Problematisch aber sei der Wildwuchs in diesem Bereich. Der Markt sei zu ungeregelt, dies schade den seriösen Intensivpflegediensten. Kübler forderte eine einheitliche gesetzliche Regelung für die Zulassung spezialisierter Anbieter. „Wir brauchen eine eigene Zulassung, die auch die Qualitätsstandards festlegt„, sagte er.

Ambulante Intensivpflege ist ein Schwerpunktthema der diesjährigen Rehab. Nach Angaben der Veranstalter ist die Messe weltweit führende. Rund 460 Aussteller aus 21 Ländern präsentieren dort zwischen dem 16. und 18. Mai neue medizintechnische Produkte oder Innovationen im Bereich Pflege und Therapie.

Quelle: dpa

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