"Fachkräftemangel"Spahn setzt auf Pflegekräfte aus dem Ausland

Um den Fachkräftemangel in der Pflege zu bekämpfen, will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verstärkt in Südosteuropa rekrutieren. Besonders im Kosovo und in Albanien gebe es ein hohes Potenzial an jungen Fachkräften, sagte er zum Start der „Konzertierten Aktion Pflege“. „Dort ist die Pflegeausbildung häufig besser, als wir denken.“

Dafür wolle er die Visavergabe sowie die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse beschleunigen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will daher für ausländische Pflegekräfte eine halbjährige Aufenthaltserlaubnis zur Jobsuche einführen. „Ausländer, die als Pfleger arbeiten wollen, sollten für ein halbes Jahr nach Deutschland kommen dürfen. Bedingung: Sie erhalten keinen Cent aus den Sozialsystemen, und wenn sie nach den sechs Monaten keine feste Stelle als Pflegekraft haben, müssen sie wieder gehen“, sagte Heil Medienberichten zufolge.

Spahn wies darauf hin, dass bis zu 50.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt würden. „Da werden wir auch im Ausland suchen müssen.“ Es sei kaum mehr möglich, in Deutschland eine Klinik oder Pflegeeinrichtung ohne ausländische Pflegekräfte zu betreiben.

Gemeinsam mit Familienministerin Franziska Giffey (SPD) haben Spahn und Heil Anfang Juli die „Konzertierte Aktion“ gestartet. Binnen eines Jahres sollen Arbeitgeber, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Krankenkassen und Betroffenenverbände Vorschläge erarbeiten, wie die Situation der Pflege verbessert werden kann.

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