StudiePflegende Angehörige fühlen sich oft überlastet

Eine aktuelle Umfrage unter pflegenden Angehörigen zeigt: Nicht nur die seelische, auch die körperliche Belastung ist groß. Doch nicht selten bleibt der Arztbesuch wegen Rückenschmerzen und Co. aus - weil die Zeit fehlt.

Eine aktuelle Umfrage unter pflegenden Angehörigen zeigt: Nicht nur die seelische, auch die körperliche Belastung ist groß. Doch nicht selten bleibt der Arztbesuch wegen Rückenschmerzen und Co. aus - weil die Zeit fehlt.
Pflege: Für viele bedeutet sie eine immense Herausforderung.© ake1150 - stock.adobe.com

Berlin. Viele pflegende Angehörige in Deutschland fühlen sich überlastet und wollen mit der Pflege deshalb gern aufhören. So stünden 185.000 Menschen, die heute Angehörige zu Hause pflegen, kurz davor, diesen Dienst einzustellen. Das zeigt der am Donnerstag (8. November) in Berlin präsentierte Pflegereport 2018 der Krankenkasse Barmer. 6,6 Prozent, also 164.000 pflegende Angehörige, wollen demnach nur mit mehr Hilfe weiter pflegen. Knapp ein Prozent will dies auf keinen Fall länger tun. Studienautor Heinz Rothgang von der Universität Bremen sagte: „Viele pflegende Angehörige sind an der Grenze der Belastbarkeit angekommen.“

Laut Pflegereport gibt es in Deutschland rund 2,5 Millionen pflegende Angehörige, darunter rund 1,65 Millionen Frauen. Nur ein Drittel aller Betroffenen geht demnach arbeiten, jeder Vierte aber hat seine Arbeit aufgrund der Pflege reduziert oder ganz aufgeben müssen. Die Pflege bestimmt bei 85 Prozent der Betroffenen täglich das Leben. Die Hälfte von ihnen kümmert sich sogar mehr als zwölf Stunden täglich um pflegebedürftige Angehörige.

Arztbesuch bleibt häufig aus

Das hat auch gesundheitliche Folgen, wie die Studie zeigt.  So gab fast jeder Vierte (22,3 Prozent) an, die Pflege würde die körperliche Gesundheit „meistens oder immer“ beeinträchtigen. Von den Befragten berichteten 43,7 Prozent von Rückenbeschwerden, 40,5 Prozent von Gelenkschmerzen, 16,1 Prozent von Magen-, Darm- oder Verdauungsproblemen sowie 33,7 Prozent von Schlafstörungen (jeweils mehr als die Hälfte der Zeit).

Gleichzeitig wird wegen dieser Probleme jedoch seltener der Arzt aufgesucht als bei nicht pflegenden Patienten:  Einen Arztbesuch unterlassen 14,1 Prozent „meistens oder immer“, weil sie keine Zeit dafür finden, gaben die Befragten für den Pflegereport an. „Das Unterlassen der Arztbesuche hat aber Konsequenzen“, heißt es im Report. „Diejenigen, die häufiger einen Arztbesuch unterlassen, klagen stärker über Beeinträchtigungen des seelischen Wohlbefindens und über Ausfallerscheinungen. Sie nehmen eine Verschlechterung ihrer Lebensqualität deutlich stärker wahr und sehen in der Pflege die Hauptschuld dafür.“

Weniger Bürokratie würde Pflegenden helfen

Barmer-Chef Christoph Straub forderte, dass pflegende Angehörige besser unterstützt, umfassend beraten und von überflüssiger Bürokratie entlastet werden. Laut der Erhebung wünschen sich fast 60 Prozent unter ihnen weniger Bürokratie bei der Beantragung von Leistungen.

Mit Material von dpa

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