Interview„Bei der Förderung gibt es keinen Königsweg“

Interview mit Dr. Klaus Böhme, Facharzt für Allgemeinmedizin und Lehrkoordinator am Uniklinikum Freiburg

Wie groß ist das Interesse unter Studenten, schon im Praktischen Jahr (PJ) in eine Landarztpraxis hereinzuschauen?

Die Bereitschaft, aufs Land zu gehen, ist bei vielen da. Befragungen zeigen sogar, dass sich das jeder zweite Student vorstellen kann. Aber es gibt faktische Hürden: Viele Praxen auf dem Land sind nicht durch den öffentlichen Nahverkehr angebunden, und die Studenten müssen entweder weite Strecken pendeln oder sich vor Ort ein Zimmer nehmen. Diese Hürden gilt es abzubauen. Und da sind wir auf einem guten Weg: Seit der 2009 gestarteten finanziellen Förderung des PJ hat die Tendenz, eine ländliche Praxis zu wählen, zugenommen.

Unis, Kommunen, Institutionen wie die Stiftung Perspektive Hausarzt: Wer ist bei der Förderung gefragt?

Da gibt es keinen Königsweg. Wir müssen auf allen Ebenen fördern und zum Beispiel individuelle Förderprogramme, also etwa das Bereitstellen eines PJmobils für ausgewählte PJler durch die Stiftung Perspektive Hausarzt, mit strukturellen Programmen, die etwa finanzielle Anreize für eine Niederlassung auf dem Land setzen, kombinieren. Da sind wir nur erfolgreich, wenn wir mehrgleisig fahren.

Was können Kommunen und Landkreise tun?

Kommunen und Landkreise müssen vor allem sicherstellen, dass bestehende Strukturen nicht wegbrechen. Die Medizin wird weiblicher: Die potenziellen Praxisnachfolgerinnen haben meist Akademiker als Partner, und auch die brauchen einen Arbeitsplatz in angemessener Entfernung. Wirtschaftliche Entwicklung, Kinderbetreuung, kulturelles Angebot, da sind die Kommunen und Landkreise in der Pflicht.

Wie wichtig ist die Standortfrage schon während des Studiums?

Wir begleiten den Auswahlprozess der PJ-Praxis ja sehr eng. Nach einer Infoveranstaltung für alle PJler gibt es eine weitere speziell für die Interessenten in der Allgemeinmedizin. Nach einem „Schnuppertag“ in der Praxis wird dann die Entscheidung getroffen. Aus Gesprächen wissen wir, was dabei entscheidende Kriterien sind: Das ist einmal die Chemie zwischen PJler und Praxisinhaber, anderseits die Evaluation der Praxis aus vorherigen Jahren. Danach folgt aber gleich die Standortfrage. Das Thema Infrastruktur ist also schon sehr früh ein bedeutendes.

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