MeinungLeserbriefe an die Redaktion

Was nutzt mehr Geld, wenn es regressiert wird?

Betreff: „Hausbesuche: Aufwertung ist dringend nötig“, HA 2, S. 19

„Es steht wohl außer Frage, dass der Hausbesuch eine Grundleistung der hausärztlichen Versorgung darstellt. Gerade auf dem Land benötigen geriatrische und multimorbide Patienten, aufgrund der schlechten Erreichbarkeit von Versorgungsstrukturen, diese hausärztliche Leistung. Viel wichtiger wird er jedoch bei dauerhafter Unterbringung des Patienten im Alten- oder Pflegeheim und in beschützenden Wohnheimen.

Hier ist der Patient meist immobil, multimorbid und häufig von nicht ausreichend geschulten, nicht ausreichend ausgebildeten Pflegekräften versorgt, die in ihrer Zahl meist unterbesetzt sind.

Gerade Ende Januar 2019 fand nun in den Räumen der KV Hessen eine Massenberatung von ca. 110 Haus- und Fachärzten statt, die wegen Honorarregressen durch zu viele Haus- und Mitbesuche sanktioniert wurden.

Die tiefen Gräben zwischen Versorgungsnotwendigkeit sowie der Praxisrealität, geschildert von vielen Kollegen auf der „Anklagebank“, und den Sichtweisen der „Vollstrecker“ aus gesetzlichen Vorgaben (man beachte hier dringend den Gestaltungsfreiraum der KV!), erschrecken. Sie erklären aber auch die aktuelle Nicht-Lösbarkeit des Debakels.

Will man tatsächlich eine bessere Versorgung von Patienten in Heimstrukturen erreichen und soll dies auf hausärztlicher Ebene geschehen, müssen wir die aus den 70er Jahren stammende Struktur der Versorgungsgrundlage ändern. Diese stammt aus einer Zeit, in der Patienten in Altenheimen lebten und bei Erkrankung in ein Krankenhaus gebracht wurden, dort gesund wurden und zurückkamen…oder eben nicht.

Heute befinden sich multimorbide Patienten in Pflegesituationen, die bettlägerig, hoch komplex erkrankt, sondenernährt, heimbeatmet, inkontinent und mit multiplen Devices versorgt sind. Es bestehen Multiresistenzen, Überwachungspflichtigkeit der Vitalparameter sowie intensive Kontrollpflichtigkeit der häufig komplexen Polypharmakotherapie.

Hier bedarf es engmaschiger Überwachung und aktueller Kenntnis von Erkrankung und Verlauf, um akute Veränderungen frühzeitig erkennen, einordnen und behandeln zu können.

Damit werden kostenintensive Versorgungen im Krankenhaus und die dazugehörigen Transportkosten reduziert. Das ist Wirtschaftlichkeit! Abgesehen davon, dass „Wirtschaftlichkeit“ eines Hausbesuchs nur schwer zu definieren und zu kontrollieren ist.

Die ungebremste Flut an Anfragen, Ablehnungen, Einsprüchen und Informationen rund um Krankenkassen, Versorger, Heim, Therapeuten, gesetzlichen Betreuern erfordert ebenfalls genaue Kenntnis der aktuellen Entwicklung. Hausärzte für diese Leistung zu verunglimpfen und ihnen Unwirtschaftlichkeit vorzuwerfen, muss unterbunden werden. Wir werden diese Versorgung sonst nicht mehr durchführen können. (Auch Funktionäre bedürfen vielleicht irgendwann mal intensiverer Pflege in einem Heim …)

Heimpatienten brauchen einen eigenen Kassenstatus analog zu Mitglied, Angehöriger, Rentner. Sie sollten in unseren Leistungen budgetfrei sein, um eine weitere Behandlung zu ermöglichen.

Auch ist die Honorierung von Haus- und Mitbesuchen anachronistisch. Aber: Was nutzt mehr Geld für die Besuchsleistung, wenn es mittels inadäquater Vergleichs- und Durchschnittsrechnungen und Vorwurf der „Unwirtschaftlichkeit“ regressiert wird? Zukunftsfähig ist das nicht.“ 

Michael Klapsch, Internist, Martin Leimbeck, FA f. Allgemeinmedizin, Braunfels


Hausbesuch: Es tut sich nichts

Betreff: „Keine Budgetierung für Besuche!“, HA 2, S. 1

„Ich bin im 31. Jahr als Hausärztin tätig. Seit drei Jahrzehnten immer und immer und immer wieder dieselben Forderungen und nichts tut sich! Ich arbeite trotzdem sehr gerne.“ 

Dr. med. Cornelia Blaich-Czink, FÄ f. Allgemeinmedizin, Heilbronn


Ein großes Danke

Betreff: „Hausarzt-Rezept: Cottage Pie“, HA 20, S. 72

„Ich bin auf Folgendes aufmerksam geworden: „Zwiebeln schälen…, danach in Öl und Butter anbraten“. Öl ist ein pflanzliches Fett und kann unterschiedlich, je nach Art des Öles, erhitzt werden. Manche Öle allerdings nicht. Butter dagegen enthält Wasser und kann somit auch bei entsprechender Hitze spritzen. Beides zur gleichen Zeit zu verwenden ist somit nicht ratsam. Ich kann mir vorstellen, (…) um den Geschmack zu verfeinern, dass die Butter erst am Ende zugefügt werden soll?

„das Hackfleisch anbräunen… und während dieser Zeit die Karotten, Petersilienwurzel und Sellerie schälen und klein würfeln. Die Petersilie hacken und alles unter das Hackfleisch mischen…“ (…) Ich denke, es ist (…) einfacher diese Zutaten im Vorfeld küchenfertig zu bearbeiten.

Ich lese Ihre Zeitschrift regelmäßig hier in der Praxis und finde diese sehr interessant. Sie enthält sehr gute Themen und als Ernährungsberaterin DGE interessieren mich selbstverständlich alle Beiträge über Ernährung und Co am stärksten. An dieser Stelle: Ein großes Danke für Ihre Themen.“

Sabine Rose, Diabetesberaterin DDG/Ernährungsberaterin DGE, Zwenkau

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