kurz + knappLeserbriefe

Engpass: zeitnah zum Gebietsarzt

Betreff: „Aus Bequemlichkeit in die Notaufnahme“, HA18, S. 38ff

35 Jahre allgemeinmedizinisches Wirken mit Erfahrung im Bereitschaftsdienst lassen mich eine Lanze für die Patienten brechen! Sicher divergieren die Meinungen von Arzt und Hilfesuchenden oft erheblich, ob das Problem um 20 Uhr zu lösen sei oder erst am nächsten Morgen. Aber einen böswilligen Missbrauch erlebte ich nur einmal, zwecks Straftatvertuschung.

Warum sind die Notfallambulanzen (…) trotz der (…) Wartezeiten von mehreren Stunden beliebt? Klappt die hausärztliche Betreuung aus meiner Perspektive doch recht passabel, „klemmt“ es in den mir bekannten Gebieten wirklich zeitnah Spezia listen (…) zu Gesicht zu bekommen. Der enorme Wissenszuwachs ist von Hausärzten kaum (…) zu überblicken, egal ob Internist, Allgemeinmediziner oder Pädiater, eine rechtzeitige Konsultation der Gebietsärzte ist Dienst am Kranken.

Der Begriff der Lotsenfunktion (…) beschreibt dies gut, aber die Aufgabe kann nur unzureichend wahrgenommen werden, weil der (…) Spezialistensektor (…) überlastet ist. Bei bestimmter Symptomatologie und dem subjektiven Leidensdruck des Patienten, meines Erachtens die entscheidende Größe (…), sind Termine in einem Monat nicht zumutbar.

Bei mehr Spätsprechstunden der Fachärzte und der Bereitschaft, den überwiesenen Patienten spätestens am nächsten Tag, zwecks Festlegung des weiteren Prozedere der Terminvergabe, kurz zu besehen, wäre dem Hilfe erbittenden Menschen und dem Krankenhaus geholfen. Zumindest würde es überfl üssig werden, dass der Behandlungsbeleg der Klinik erforderlich ist, um wirklich zeitnah den ersehnten Facharzttermin zu erhalten.

Dr. Rudolf Grzegorek, Görlitz

Jammern hilft nicht

Betreff: Leserbrief zur Abrechnung.

(…) Mag sein, dass Sie auf die „Industrieartikel“ (…) angewiesen sind, aber bitte deutlich kennzeichnen: Ab hier beginnt die Industrie!

Herr Kollege Zimmermann, Sie versuchen regelmäßig, etwas Honorar zu retten. Von Honorar kann (…) keine Rede mehr sein. Da Sie (…) wie ich lange nieder gelassen sind, kennen Sie noch Scheine mit 80 bis 120 DM Wert und DM können wir heute mit Euro gleichsetzen. Unsere KV (keine Vertretung (…)) hat für den EBM zur Grundlage gemacht: 42 Euro/Stunde, aber nicht für den Arzt, für die ganze Praxis. Versuchen Sie mal dafür einen Handwerker zu gewinnen.

Wir sind die einzigen „Freiberufl er“, die sich 1.) mit drei (…) Gebührenordnungen (EBM, GOÄ und BG) rumschlagen dürfen und als Rettung 2.) HZV sehen, woran (…) die Softwarehäuser verdienen. 3.) Und jetzt müssen wir ab Mai 2018 einen Datenschutzbeauftragten haben, sonst sind vier Prozent des Umsatzes als Strafe fällig (BaWü hat bereits 150 Prüfer eingestellt). Auf die erste Anfrage kam die Forderung: Nach mehreren Tagen Bestandsaufnahme liegen die Kosten bei 350 Euro/Monat (…)! Jammern hilft nicht! Herr Baumgärtner (…) hatte mit seinem Korbmodell eine gute Idee. Diese hat er aufgegeben für HZV, weil die Hasen füße von Kassenärzten keinen Mut hatten, ihre Zulassung zurückzugeben.

Wir sind in einer zunehmend starken Position: Hausärzte sterben aus. (…) Seien Sie nicht bei den Jammerern, sondern geben Sie als Hausärzteverband das Ziel vor: Raus aus der Kassengängelung, nur eine Gebührenordnung, die GOÄ. Es ginge, aber ich zweifl e an der Umsetzung. Deshalb helfen Sie uns als Berufsverband wenigstens beim Datenschutzbeauftragten (…).

Trotz allem Ärger, es ist (…) der schönste Beruf.

Dr. Peter Göhring, Althengstett

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