GesundheitsministerkonferenzKBV sieht Länder auf Weg in die Staatsmedizin

Eine Beschlussvorlage für die Gesundheitsministerkonferenz erzürnt die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Denn der Entwurf wolle den Vertragsärzten bei der Pandemiebekämpfung einige Fesseln anlegen.

Eine Beschlussvorlage für die Gesundheitsministerkonferenz erzürnt die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Denn der Entwurf wolle den Vertragsärzten bei der Pandemiebekämpfung einige Fesseln anlegen.
KBV-Chef Dr. Andreas Gassen (m.) sieht deutlichen Änderungsbedarf an der Beschlussvorlage für die GMK.© Lopata / axentis.de

Berlin. Eine Kehrtwende beim Pandemiekonzept der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) wollen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in den nächsten 14 Tagen erreichen. Dazu wollen sie verstärkt mit den Landespolitikern das Gespräch suchen, bis die GMK am 30. September tagt. Das machten die Vertragsärztinnen und -ärzte bei der KBV-Vertreterversammlung am Freitag (11.9.) in Berlin deutlich.

Die GMK wird zu Lehren aus der Pandemiebekämpfung tagen. Dazu wurde bei der Konferenz der Amtschefs eine Beschlussvorlage erarbeitet, die vor allem den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) deutlich stärken und digitaler ausbauen soll. Dies sieht auch die KBV als sinnvoll an, wie Gassen betonte.

Jedoch gehe aus dem Papier hervor, dass „nicht nur ein erschreckender Mangel an Unkenntnis des vertragsärztlichen Systems, sondern auch das Ansinnen einer eklatanten Einmischung in die Souveränität der Praxen und der Selbstverwaltung“ herrsche, kritisierte Gassen massiv.

Kritik an Eingriff in Praxisorganisation

Gassen zufolge wollen die Länder COVID-Schwerpunktpraxen und infektiologischen Zentren künftig Kriterien für Ausstattung und zur Ausbildung des Personals vorschreiben. Ebenso sollen demnach Vorgaben für „verbindliche Verfahren zur Praxisorganisation“ gemacht werden. Damit seien klare Anweisungen gemeint, „wie im Falle einer epidemischen Lage durch Änderung der Organisation die Ansteckungsgefahr in einer Praxis reduziert werden kann“, erläuterte Gassen.

„Diese Art der „Exertise“ ist ausdrücklich nicht erwünscht. Lassen Sie und einfach unsere Arbeit machen!“, stellte der KBV-Vorsitzende klar.

„Hier wird Staatsmedizin propagiert“

Darüber hinaus streben die Länder der KBV zufolge an, neben der Telemedizin auch aufsuchende Angebote – in Form von Delegation und Substitution ärztlicher Leistungen – auszubauen. Geplant sei zudem ein verbindliches Meldesystem einzuführen, über das Fachgruppe, Praxisstandort und Versorgungsumfang eingesehen werden können. „Testzentren sollen zentral gesteuert werden“ und Drohnen sollen Medikamente an chronisch Kranke liefern, stellte Gassen weiter den GMK-Entwurf vor.

„Was hier propagiert wird, ist Staatsmedizin“, fasste der KBV-Chef zusammen. Dies sollten sich die Länder gut überlegen. Schließlich seien Länder mit einem staatlich gesteuerten Gesundheitswesen bisher deutlich schlechter durch die Pandemie gekommen.

E-Mail-Adresse vergessen? Schreiben Sie uns.
Passwort vergessen? Sie können es zurücksetzen.
Nur wenn Sie sich sicher sind.

Sie haben noch kein Passwort?

Gleich registrieren ...

Für Hausärzte, VERAH® und ÄiW (Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit hausärztlichem Schwerpunkt) ist der Zugang immer kostenfrei.

Mitglieder der Landesverbände im Deutschen Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.


Persönliche Daten

Ihr Beruf

Legitimation
Die Registrierung steht exklusiv ausgewählten Fachkreisen zur Verfügung. Damit Ihr Zugang freigeschaltet werden kann, bitten wir Sie, sich entweder mittels Ihrer EFN zu legitimieren oder einen geeigneten Berufsnachweis hochzuladen.
Einen Berufsnachweis benötigen wir zur Prüfung, wenn Sie sich nicht mittels EFN autorisieren können oder wollen.
Mitglied im Hausärzteverband
Mitglieder erhalten Zugriff auf weitere Inhalte und Tools.
Wir verifizieren Ihre Mitgliedschaft anschließend.

Newsletter
Sie stimmen zu, dass wir Ihre E-Mail-Adresse für diesen Zweck an unseren Dienstleister Mailjet übermitteln dürfen. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen.

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl
Alle der unten angegebenen Newsletter
Spicker, Checklisten und Medizin für die hausärztliche Praxis, berufspolitische News, sowie Neues aus Wissenschaft und Organisation
Inhalt und E-Paper neuer HAUSARZT-Ausgaben
Nachrichten aus der Industrie

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.

Auswahl ändern/abbestellen

Wenn Sie für Ihr bestehendes Newsletter-Abo andere Themen auswählen oder den Newsletter abbestellen wollen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an und wählen Sie die gewünschte Funktion. Wir senden Ihnen dann eine E-Mail zur Bestätigung.

Nach oben